9/10 Datenrettung mit „TestDisk“ : Rettung für verlorene Partitionen, Daten und Co.

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Hinweis zu Vista-Partitionen

Microsoft hat seit Vista das Partitionslayout bei Partitionen geändert. Partitionen unter Vista sind nicht mehr an Zylindergrenzen (Intel-Standard) sondern an Megabyte-Grenzen ausgerichtet. Das bedeutet, dass eine unter Vista erstellte Partition nicht mehr zum nächsten Zylinder sondern zum nächsten Megabyte gerundet ist. Auf Grund dieses Unterschiedes kann ein Versuch, Partitionen mit Windows XP auf einem Vista-Datenträger zu erstellen, zu Datenverlust führen (Informationen von Microsoft – gegen die schlechte Übersetzung kann wahlweise auch „Englisch“ gewählt werden).

Eine Übersicht zu Vista-Partitionen geben die folgenden Bilder:

Vista-Partitionstabelle
Vista-Ergebnis nach schneller Suche
Vista-Ergebnis nach der tieferen Suche
Bild 1 – 3

Bild 1: Die Partitionstabellenübersicht zeigt, dass die erste Vista-Partition genau nach 1 MB auf der Festplatte bei Zylinder 0, Kopf (Head) 32 und Sektor 33 anfängt. Intel-Partitionen starten normalerweise bei Zylinder 0, Kopf (Head) 1 und Sektor 1. Da Vista-Partitionen an Megabytegrenzen ausgerichtet sind, sind Zylindergrenzen nicht mehr gültig. Dies kann auch daran erkannt werden, dass die Partitionen am Ende und am Anfang einer folgenden Partition denselben Zylinder benutzen (im Bild rot markiert).

Bild 2: Da Intel-Partitionen nicht wie Vista-Partitionen erst nach einem Megabyte anfangen, können vorherige Intel-Partitionen auf der Festplatte in TestDisk nach der schnelleren Suche „Quick Search“ auch anhand von Überbleibseln zuerst erkannt und für eine Wiederherstellung angezeigt werden. Typisches Beispiel wie im Bild 2: Es wird nur eine Intel-Partition über den gesamten Speicherbereich der Festplatte angezeigt. Im diesem Fall hilft die tiefere Suche „Deeper Search“.

Bild 3: Nach der tieferen Suche „Deeper Search“ wurden alle Vista-Partitionen mit Daten gefunden und auf Wiederherstellung gesetzt. Auch wurden andere Partitionen anhand von Überbleibseln gefunden und angezeigt. Da diese aber nicht interessant sind, bleibt deren Status auf D für deleted (gelöscht) gesetzt – sie werden somit nicht wiederhergestellt.

Hinweis zu ExFAT-Partitionen

Ab TestDisk 6.11 und höher wird auch das speziell für mobilen Speicher entwickelte Dateisystem ExFAT unterstützt. Zielsetzung von ExFAT ist eine nahtlose Interoperabilität zwischen Desktopsystemen und tragbaren Medien. Auch wurden Speicherbeschränkungen von FAT32 wie Partitionsgröße von 32 GB und das Dateigrößenlimit von 4 GB aufgehoben. Gegenwärtige Unterstützung ist Vista ab Servicepack 1, Windows CE und Windows XP über Update KB955704. Eine Liste der wesentlichen Merkmale gibt es über die Artikel-ID: 955704 von der Microsoft Hilfe und Supportseite. Eine Unterstützung unter Linux ist gegenwärtig auf „Lesen“ beschränkt.

ExFAT weist einige Besonderheiten auf, die bei einer Wiederherstellung von Partitionen unter TestDisk berücksichtigt werden müssen.

ExFAT hat keine für ExFAT spezifische Partitions-ID und verwendet als Partitions-ID die Nummer 07 für NTFS in der Partitionstabelle. Das Ergebnis ist eine NTFS-Partition mit einem als ExFAT-formatierten Dateisystem.

Die folgenden Bilder zeigen den Unterschied und die Handhabung auf:

ExFAT-Partitionstabelle
ExFAT-Bootsektor
Schreiben von ExFAT-Partition
Bild 1 – 3


Bild 1: TestDisk zeigt den gegenwärtigen Status der Partitionstabelle. Die Partition wird als NTFS gelistet.

Bild 2: Nach Bestätigung bei „Quick Search“ zeigt TestDisk unten in der letzten Zeile den Bootsektor als ExFAT und die Größe des Dateisystems (rot markiert) an. Die Partition (rot markiert) ist als NTFS gelistet.

Bild 3: Auf dieser Ansicht wird die als NTFS markierte Partition zum schreiben in die Partitionstabelle nochmals angezeigt. Eine Bootsektorreparatur wird gegenwärtig nicht unterstützt. Nach schreiben der Partition über die Funktion „Write“ ist die ExFAT-Partition nach Neustart wieder vorhanden.

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