3/5 Creative Zen X-Fi im Test : Media-Player mit X-Fi-Sound im Scheckkartenformat

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Bedienung und Klang

Das Einschalten dauert ca. 15 Sekunden, dann spielt der Zen X-Fi ohne weiter zu zögern den Titel weiter, den man beim Ausschalten gehört hat – was zu unangenehmen Effekten führen kann, wenn der Lautsprecher eingeschaltet ist und das Gerät plötzlich zu tönen beginnt.

Zum Lautsprecher bleibt noch zu erwähnen, dass er für so ein kleines Gerät sehr ordentlich – jedoch nahezu bassfrei – klingt und nur bei voller Lautstärke etwas verzerrt.

Das 2,5-Zoll-OVGA-Display ist kontrastreich und für die meisten Einsatzzwecke auch hell genug, lediglich die spiegelnde Oberfläche trübt bei direktem Lichteinfall das positive Bild. Der Blickwinkelbereich ist erfreulich groß, so dass man auch mit mehreren Personen z.B. einen Videoclip auf dem Zen X-Fi ansehen kann. Bei passendem Augenabstand macht auch das Anschauen von Fotos und Videos Spaß.

Zen ein
Zen ein

Zu steuern ist der Zen X-Fi über insgesamt dreizehn Tasten, wovon keine beschriftet und nur vier mit Symbolen versehen sind. Die Funktionen „Zurück“, „Kontextmenü“, und „Abspielen/Pause“ belegen drei dieser Symbol-Tasten, auf der vierten kann eine Funktion zum Schnellzugriff konfiguriert werden; im Fabrikzustand greift man hierüber auf die X-Fi-Effekte zu.

In der Praxis fällt auf, dass man von den neun Tasten dazwischen meist nur fünf benötigt. So sind die Knöpfe oben und unten für die Lautstärke und für das Navigieren in den Menüs vorgesehen, mit denen links und rechts spult man im Titel zurück und vor oder wechselt die Menüebene. Der mittlere Knopf dient als Stopp- und Bestätigungstaste. Die Eckknöpfe braucht man nur für die Texteingabe.

Anfangs mag die Vielzahl an Tasten verwirren, doch man gewöhnt sich schnell daran und kann den Player bald flüssig steuern. Dennoch würde man sich für den Einsatz im Dunkeln eine dezente Tastenbeleuchtung wünschen, auch ein Scrollrad für Navigation und Lautstärke könnte den Umgang mit dem X-Fi vereinfachen.

Das Menü des X-Fi ist sinnvoll und intuitiv unterteilt, so dass man sich schnell gut zurecht findet. Wer sich an der Vielfalt der Optionen und Einstellmöglichkeiten stört, kann das Menü auch selbst auf die individuell benötigten Punkte reduzieren. Aber auch diejenigen, die sich lieber den vollen Funktionsumfang erhalten, dürften Spaß bei der Nutzung haben, zumal der Zen X-Fi sehr zügig reagiert und man keine nennenswerten Wartezeiten in Kauf nehmen muss.

Screen Musikmenue
Screen Musikmenue
Screen Titel
Screen Titel
Screen Menue
Screen Menue

Das Erstellen von Playlisten und das Setzen von Bookmarks – etwa in Hörbüchern – geht sehr einfach von der Hand. Mit Playlisten (z.B. im gängigen M3U-Format) kann der Zen X-Fi leider nichts anfangen. Über eine alphabetische Seitenleisten kann man auch in längeren Listen schnell navigieren. Über die sogenannte DJ-Funktion kann man – wie auch in der Desktop-Software – Titel nach Bewertung, Abspielhäufigkeit oder per Zufall abspielen lassen.

Die Idee, einen vom Speicher her kleineren Zen X-Fi zu kaufen, um den Speicher dann mit billigen SD-Karten aufzustocken, sollte gleich verworfen werden. Die Einbindung von SD-Karten ist allenfalls als rudimentär zu bezeichnen, daran hat sich leider auch in der neuesten Zen-Generation nichts geändert. So werden die Daten auf der Speicherkarte komplett getrennt verwaltet, beispielsweise können MP3-Dateien vom externen Speicher nicht in Playlisten oder in die Sortierung nach Interpret, Album usw. mit aufgenommen werden. Auch auf die Anzeige des ID3-Tags oder anderer Details muss verzichtet werden und nicht einmal das Speicherkarten-Menü darf man verlassen, sonst stoppt die Wiedergabe.

Importieren kann man zwar alle auf der Speicherkarte vorhandenen Dateien, dies ist aber wohl eher ein Bug, da lediglich Bilder im JPG-Format auch wirklich angezeigt werden können. Immerhin kann der Zen X-Fi über den SD-Slot als Kartenleser verwendet werden, wobei dann aber ausschließlich der Inhalt der SD-Karte, nicht aber der interne Speicher am PC sichtbar ist.

Screen Speicherkarte
Screen Speicherkarte

Der Zen X-Fi klingt sehr gut. Der Klang ist klar und ausgewogen und bis zur Lautstärkegrenze hin sehr sauber. Ein Eigenrauschen ist nicht wahrnehmbar, die maximale Lautstärke reicht aus. In Kombination mit den im Lieferumfang befindlichen In-Ear-Hörern erhält man eine sehr gute, bei kompakten Playern längst nicht selbstverständliche Klangqualität. Wohl als Tribut an im Folgetext näher betrachtete X-Fi-Klangoptimierung ist anzusehen, dass der bisweilen recht nützliche Equalizer und die – weniger klangvolle – Bassverstärkung in einem Untermenü versteckt sind.

Screen Audioeinstellungen
Screen Audioeinstellungen
Screen EQ
Screen EQ

Wer trotz 16 GB Speicher gerade nicht die richtige Musik findet, kann auf das UKW-Radio umschalten. Das Radio ist einfach zu bedienen und die Sendersuche funktioniert gut, allerdings könnte der Empfang besser sein. Zum Sichern der Sender stehen 32 Speicherplätze zur Verfügung. Die Aufnahme per Mikrofon reicht für einen Einsatz als Diktiergerät, für die meisten anderen Verwendungsmöglichkeiten ist die Aufnahmequalität schlicht zu gering.

Screen Radio
Screen Radio
Screen Micro
Screen Micro

Als kompakter Bildbetrachter ist der Zen X-Fi gut zu gebrauchen. Man kann sich JPG-Grafiken als Thumbnails oder im Vollbildmodus ansehen, zoomen und drehen sowie eine Diashow anlegen. Abgespielte Musik läuft im Hintergrund weiter und dank des guten Display macht diese Funktion wirklich Spaß. Auch kann man statt der installierten Hintergrundbilder ein eigenes Bild hierfür verwenden.

Screen Thumbnails
Screen Thumbnails
Screen Foto
Screen Foto
Screen Hintergrund
Screen Hintergrund

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