21/21 Multi-GPU im Test : SLI vs. CF vs. 3-Way-SLI vs. Quad-SLI vs. CrossFire X

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Beurteilung

3-Way-SLI, Quad-SLI, CrossFire X – die Techniken stellen in Sachen Leistung aktuelle das absolute Non Plus Ultra dar, verhelfen ATi und Nvidia aber auch bei den Anschaffungskosten, dem Leistungsbedarf und der Lautstärke zu weniger rühmlichen Spitzenplätzen. Doch zuerst zur Leistung.

In 1680x1050 mit aktiviertem vier-fachen Anti-Aliasing sowie 16-facher anisotroper Filterung kann sich das 3-Way-SLI-System mit einem Vorsprung von zwei Prozent knapp vor den Quad-SLI-Konkurrenten setzen. Damit sind die drei GeForce-GTX-285-Karten gerade einmal 16 Prozent schneller als die SLI-Konstellation. Das Quad-CrossFire-System muss sich um zwölf Prozent geschlagen geben und kann sich zudem nicht spürbar von Triple-CrossFire absetzen.

In 2560x1600 fällt das Problem der CPU-Limitierung zumindest zu einem Großteil weg und so rendert der 3-Way-SLI-Rechner nun um akzeptable 35 Prozent flotter als SLI. Quad-SLI enttäuscht dagegen und rechnet um 13 Prozent langsamer als die drei GeForce-GTX-285-Probanden. An die Spitze des Testfeldes können sich die zwei „Radeon HD 4870 X2“-Beschleuniger setzen, wenn auch nur um einen Prozentpunkt. Damit ist Triple-CF um elf Prozent langsamer. Die Skalierung von zwei auf drei GPUs liegt im Hause ATi bei 33 Prozent.

3-Way-SLI mit GTX 285
3-Way-SLI mit GTX 285

Bei acht-facher Kantenglättung kann in 1680x1050 die ATi-Fraktion erneut um ein winziges Prozentpünktchen die Führung vor 3-Way-SLI übernehmen, wobei Quad-SLI diesmal nur um zwei Prozent zurück liegt. Generell herrscht selbst bei 8xAA eine recht große CPU-Limitierung. In 2560x1600 haben die ATi-Karten aufgrund des besseren Speichermanagements die Nase klar vor den Nvidia-Karten – sind dabei aber ebenfalls oft unspielbar langsam. Vor allem Quad-SLI enttäuscht und liegt nur auf dem Niveau zweier GeForce-GTX-285-Karten.

Die reinen FPS-Angaben sind bei den Systemen ohne jeden Zweifel sehr beeindruckend. Allerdings haben die messbaren FPS bei Multi-GPU nichts mit den gefühlten (realistischen) FPS am Hut, da es das Problem der Mikroruckler gibt. Nvidia hat diese Thematik bei 2-Way-SLI-Systemen (seien es zwei einzelne Karten oder eine GeForce GTX 295) mittlerweile angegangen und konnte die Mikroruckler effektiv mindern. Sie sind zwar nicht verschwunden, fallen in spielbaren Bereichen aber kaum noch auf. Somit kann man SLI nun mit leichten Einschränkungen der Allgemeinheit empfehlen.

Anders dagegen bei CrossFire, da ATi noch kein Mittel gegen die Mikroruckler gefunden hat. So spürt man sie selbst im Bereich von 40 FPS noch und ein flüssiges Spielen ist längst nicht in jeder Anwendung möglich. Hier muss jeder für sich entscheiden, ob man die Ruckler als störend empfindet. Bei 3-Way-SLI scheint der Mechanismus hingegen nicht mehr oder nicht mehr richtig zu greifen, zumindest können wir bei drei Nvidia-GPUs die ungleichmäßige Bildabfolge wieder spüren. Allerdings muss man schon sehr extreme Einstellungen fahren, um Mikroruckler erzeugen zu können.

Bei Quad-SLI gibt es dagegen fast schon unabhängig von den FPS-Werten Ruckler. Die Profile für vier Rechenkerne scheinen noch nicht ausgereift zu sein, was nicht nur die schlechte Skalierung gegenüber drei Kernen, sondern ebenso das unrunde Spielgeschehen erklärt. Man muss schon ziemlich leidensfähig sein, um Quad-SLI als funktionsfähig bezeichnen zu können.

Quad-SLI mit GTX 295
Quad-SLI mit GTX 295
Quad-CrossFire mit HD 4870 X2
Quad-CrossFire mit HD 4870 X2

ATi setzt allerdings aktuell noch einen drauf. Denn in diesem Lager sind sowohl drei als auch vier GPUs in beinahe allen Spielen nicht nutzbar. Zwar sind die FPS-Werte meistens durchweg hoch genug für ein theoretisch flüssiges Spiel, die Anwendung ruckelt aber selbst bei mehr als 60 FPS nur so vor sich her. Bei ATi gibt es anscheinend noch einiges an den Triple- und Quad-Profilen zu Arbeiten.

Leistungsaufnahme und Lautstärke aller Lösungen unter Last sind trotz der gebotenen Leistung zu hoch.

Fazit

CrossFire und SLI sind in Form der Radeon HD 4870 X2 und der GeForce GTX 295 mittlerweile im Mainstream-Markt angekommen und nicht mehr nur etwas für absolute Enthusiasten. Die Techniken sind sehr ausgereift und bereiten dem Kunden nur noch wenige Probleme. Eins dieser Probleme sind die Mikroruckler, die insbesondere für ATi weiterhin ziemlich schmerzlich sind. Denn Nvidia konnte die Mikroruckler mit den neuen Treibern der 180er-Generation ganz gut in den Griff kriegen (wenn auch nicht völlig beheben), bei ATi hat sich noch nichts getan.

Wenn es mehr als zwei GPUs sein sollen, führt aktuell eigentlich kein Weg an Nvidia und einem 3-Way-SLI-System vorbei. Die Profile für drei Rechenkerne sind gut optimiert und die Mikroruckler hat man durch „Brute Force“ im Griff. Die Leistung ist einfach dermaßen hoch, sodass die Framerate nur in Ausnahmefällen in einen gefährlichen Bereich rutscht. Dann allerdings scheinen die weiter oben gelobten Schutzmechanismen nicht mehr oder nicht mehr ordentlich zu funktionieren. Insgesamt empfehlen wir nur erfahrenen Anwendern, denen es ausschließlich auf Leistung ankommt, 3-Way-SLI.

Von Quad-SLI können wir dagegen nur abraten. So sind die Profile für vier Rechenkerne nur selten gut und die Skalierung liegt meistens unter der der drei GeForce-GTX-285-Karten. Zudem „zuckt“ das Bild selbst in hohen FPS-Bereichen gerne herum, was ein flüssiges Spielen oft unmöglich macht. Darüber hinaus stürzt Quad-SLI in hohen Auflösungen gerne ab, da wahrscheinlich der VRAM für den erhöhten Verwaltungsaufwand (Overhead) zu klein ist.

Das Problem der unrunden Bildabfolge, nur gar noch schlimmer, haben auch Triple- und Quad-CrossFire. Im Prinzip ist jede Anwendung absolut unspielbar, nur wenige Ausnahmen wie Race Driver Grid laufen einwandfrei. Anscheinend hat sich ATi primär auf zwei GPUs konzentriert und den dritten beziehungsweise vierten Rechenkern bisher noch nicht berücksichtigt, anders können wir uns das immense Ruckeln nicht erklären.

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