34/37 AMD Phenom II X4 805 und 810 im Test : Mehr Leistung für weniger Geld?

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Änderung des Speichers

BIOS-Flash der besonderen Art
BIOS-Flash der besonderen Art

Viele Mainboardhersteller geben ihren neuen Platinen Support für den DDR3-Speicher mit bis zu 1.600 MHz mit auf den Weg. Natürlich macht auch Asus dies mit dem neuen Flaggschiff, und so ist es im BIOS ein leichtes, den Speicher von DDR3-1333 und 1600 MHz zu stellen. Danach wurden wir jedoch gleich mit einem Fehlstart bestraft, was an den Timings und der Spannung zu liegen schien. Also haben wir die Spannung leicht erhöht und für den ersten Start die Timings auf „Auto“ gestellt. Doch der Schock kam prompt: BIOS-Fehler.

Das Gute – sofern man davon überhaupt sprechen kann – ist an diesem Bildschirm die am Ende erwähnte integrierte Recovery-Funktion. Diese ermöglicht es, das BIOS direkt vom einer Diskette, CD-ROM oder in unserem Fall dem USB-Stick neu aufzuspielen. Gesagt, getan – und neuer Versuch gestartet. Zur Sicherheit haben wir jedoch den DDR3-Speicher gegen komplett neue Module ausgetauscht. Und siehe da: Erfolg.

Im Gespräch, unter anderem mit Kollegen von HardTecs4U, fanden wir zudem heraus, dass wir mit den Problemen nicht ganz allein dastehen. Viele Module laufen anscheinend nicht mit 1.600 MHz, oder wenn, dann nur mit extremer Spannungserhöhung und schlechten Timings. Mit neueren Speicherriegeln von OCZ haben wir zufällig aber wahrlich einen Glücksgriff gelandet, denn diese laufen bei 1.600 MHz mit gerade einmal 1,6 Volt und guten Timings bei 8-8-8-24-1T im UnGanged-Modus. Hingegen streikten die Dominator-Module von Corsair aus unserem Referenzsystem, die wir bei den Core i7 und allen weiteren Intel-Prozessoren verwendet hatten, bei diesem Takt.

Auszug aus der Qualified Vendors List (QVL) vom Asus M4A79T Deluxe
Auszug aus der Qualified Vendors List (QVL) vom Asus M4A79T Deluxe

Das Problem dürfte jedoch nicht bei den Modulen selbst, sondern vielmehr am BIOS liegen. Denn es sind die Mainboardhersteller, die ihren Platinen DDR3-1600 versprechen, nicht AMD. AMD gibt offiziell nur DDR3-1333 frei. Die Hersteller stellen deshalb in der Regel sogenannte „Qualified Vendors Lists“ (QVL) zur Verfügung, in der Speicherriegel explizit aufgeführt werden, die auf einer speziellen Platine lauffähig sind. Darin sind sowohl der Takt, die Timings aber auch die Spannung und weitere Details enthalten. Dabei sollte man unbedingt auf die Fußnoten achten, in denen beim Asus-Mainboard zum Beispiel steht: Ensure to install the DDR3 1600MHz DIMMs ONLY on the Orange slots. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie die Hersteller mit ihren Platinen vorankommen und die entsprechenden Listen erweitern. Was unser Glücksgriff mit dem Speicher am Ende für Unterschiede bringt, haben wir uns in einem kleinen Test näher angesehen.

Arbeitsspeicher – Speicherbandbreite
    • X4 810, 2,6 GHz, 790FX, DDR3-1333 mit 7-7-7-20 (Standard)
      13.581
    • X4 810, 2,6 GHz, 790FX, DDR3-1600 mit 8-8-8-24
      13.475
    • X4 810, 2,6 GHz, 790FX, DDR2-1066 mit 5-5-5-15 (Standard)
      13.094
    • X4 810, 2,6 GHz, 790FX, DDR3-1066 mit 7-7-7-20
      12.216
Arbeitsspeicher – Leistungsaufnahme
Angaben in Watt (W)
  • Idle:
    • X4 810, 2,6 GHz, 790FX, DDR3-1066 mit 7-7-7-20
      102
    • X4 810, 2,6 GHz, 790FX, DDR3-1333 mit 7-7-7-20 (Standard)
      104
    • X4 810, 2,6 GHz, 790FX, DDR3-1600 mit 8-8-8-24
      109
    • X4 810, 2,6 GHz, 790FX, DDR2-1066 mit 5-5-5-15 (Standard)
      112
  • Volllast:
    • X4 810, 2,6 GHz, 790FX, DDR3-1066 mit 7-7-7-20
      180
    • X4 810, 2,6 GHz, 790FX, DDR3-1333 mit 7-7-7-20 (Standard)
      183
    • X4 810, 2,6 GHz, 790FX, DDR3-1600 mit 8-8-8-24
      195
    • X4 810, 2,6 GHz, 790FX, DDR2-1066 mit 5-5-5-15 (Standard)
      216
Arbeitsspeicher – Rating
Angaben in Prozent
    • X4 810, 2,6 GHz, 790FX, DDR3-1333 mit 7-7-7-20 (Standard)
      100,0%
    • X4 810, 2,6 GHz, 790FX, DDR3-1600 mit 8-8-8-24
      99,8%
    • X4 810, 2,6 GHz, 790FX, DDR2-1066 mit 5-5-5-15 (Standard)
      99,2%
    • X4 810, 2,6 GHz, 790FX, DDR3-1066 mit 7-7-7-20
      98,7%
Übersicht der einzelnen Tests zum Teil Arbeitsspeicher
Everest-Bench von DDR2-1066
Everest-Bench von DDR2-1066
Everest-Bench von DDR3-1066
Everest-Bench von DDR3-1066
Everest-Bench von DDR3-1333
Everest-Bench von DDR3-1333
Everest-Bench von DDR3-1600
Everest-Bench von DDR3-1600

DDR3-1600 bringt schlussendlich – nicht überraschend – auch nicht mehr Performance. Die Screenshots von Everest zeigen, woran es hapert. Während DDR3-1600 gegenüber DDR3-1333 beim Lesen gewinnt, verliert man beim Schreiben und Kopieren. SiSoft Sandras Speichertest kombiniert eben diese Teile und kommt zum Schluss sogar auf eine leicht schlechtere Performance im theoretischen Teil für den eigentlich schnelleren Speicher.

Der kleine Test zeigt aber auch, dass sich selbst DDR3-1066 lohnen kann. Geringe Spannungen und bessere Timings machen die Vorteile des höheren Takts wett und deshalb liegen alle drei DDR3-Sorten auch am Ende fast auf gleicher Höhe. Wie gering zudem der Unterschied zu gutem DDR2-Speicher ist, wird ebenfalls nochmals deutlich.

Eine der Änderungen der neuen CPUs im Vergleich zu den ersten beiden Phenom II ist die Anhebung des HyperTransport-Links sowie des Northbridge-Takts. Bei den neuen Phenom II auf Basis des Sockel AM3 arbeiten beide mit 2 GHz, während die bisherigen Modelle mit 1,8 GHz liefen. Die frühe Hoffnung auf eine weitere Steigerung auf bis zu 2,2 GHz wurde seitens AMD jedoch nicht erfüllt – was jedoch nicht heißt, dass dies später bei weiteren Modellen nicht noch kommen mag. Doch wie genau wirkt sich der Unterschied auf die Performance aus? Wir haben in einigen ausgewählten Benchmarks die Probe auf Exempel gemacht gemacht. Dafür haben wir unseren Phenom II X4 810 mit den normalen Einstellungen aus unserem Benchmark mit DDR3-1333 arbeiten lassen und den HT-Link sowie den NB-Takt im BIOS von 2,0 GHz auf 1,8 GHz herunter gestuft.

Alle Einzeltests im Überblick

Selbst mithilfe theoretischer Tests, aber auch in Spielen und Anwendungen, war die Änderung des HT-Links sowie der Northbridge-Frequenz quasi nicht zu bemerken. Dass selbst das Default-System mit 2,0 GHz nicht die 100 Prozent in unserem Rating erreicht, liegt schlichtweg daran, dass die Version mit 1,8 GHz manchmal sogar schneller ist. Eine Änderung allein des HT-Links macht kein Unterschied aus, einzig und allein die Frequenz der Northbridge kann hier und da einige Punkte sammeln.

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