4/4 Der Pate 2 im Test : Viel Gewalt trifft sehr wenig Inhalt

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Fazit

„Der Pate 2“ hat prinzipiell ein großes Potential und zwar nicht nur mit Blick auf den hochkarätigen Namen, den Electronic Arts für die Entwicklung der Reihe eingekauft hat, sondern auch weil es im nunmehr zweiten Teil mit der „Don“-Ansicht und dem in Teilen durchaus originellen Spielprinzip etwas Einzigartiges zu bieten hat. Dies ist im stark umkämpften Gangster-Genre, in dem „Grand Theft Auto“ nach wie vor deutlich dominiert, eine nicht zu missachtende Eigenschaft.

Der Pate 2 im Test

Allerdings: Wo man in Ansätzen einen wirklich hervorragenden Titel vermutet, wird man im Detail mit einem insgesamt mangelhaften Ergebnissen abgespeist. Dies lässt sich zu aller erst an der mäßigen Optik festmachen, die vielleicht noch zu verkraften gewesen wäre, wenn man nicht zusätzlich mit drastischen Einbrüchen bei den Bilderraten zu kämpfen hätte. Doch auch inhaltlich weiß das namhafte Spiel kaum zu überzeugen. Auch wenn sich selbst hier einige gute Ansätze finden, so verläuft die Handlung von „Der Pate 2“ über weite Strecken eher eintönig, da man allzu oft die Geschäfte der gegnerischen Familien übernehmen muss, wobei die wenigen Ausnahmen – hier ist erneut die Castro-Mission auf Kuba hervorzuheben – zeigen, dass es keiner riesigen Innovation im Missionsdesign bedurft hätte, um einen spannenden, abwechslungsreichen Plot samt entsprechender Missionen abzuliefern. Auch ein deutliches Mehr an Bewegungsfreiheit hätte zur Atmosphäre beitragen können, wobei eine ausgewogenere Verteilung der Notwendigkeit von Gewaltanwendung ebenfalls angebracht gewesen wäre. Einzig die Zwischensequenzen wissen in dieser Hinsicht dank ausgefeilter Dialoge und einer angemessenen Übersetzungsarbeit zu überzeugen; eine Feststellung im Detail, die zeigt, wie sehr wir in diesem Test an dem Spiel verzweifelt sind.

Insofern gestaltet sich „Der Pate 2“ als Spiel, das nur echten Liebhabern des Genres oder aber des Filmklassikers als möglicherweise sinnvoller Kauf erscheinen kann. Doch selbst Enthusiasten seien abschließend gewarnt: Unter Verweis auf die zahlreichen Schwachpunkte muss von einem Zuschlag für „Der Pate 2“ generell abgeraten werden.

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