3/5 SilverStone Raven RV01 im Test : Mutiges Design trifft innovatives Kühlkonzept

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Ausstattung innen

Der Anblick eines schwarz lackierten Innenraums ist mittlerweile nichts besonderes mehr, SilverStone ist hier mit der Zeit gegangen – allerdings nur bei der Version mit Fenster, die preisgünstigere Version ohne Fenster muss auch ohne Innenraumlackierung auskommen. Zuerst fällt beim Blick in das Gehäuse wieder das um 90° gedrehte Mainboard auf, wodurch der ganze Aufbau etwas ungewohnt erscheint. Zusammen mit den ausschließlich nach oben blasenden Lüftern soll mit dieser Maßnahme der Effekt nach oben steigender heißer Luft ausgenutzt werden. Dies soll trotz niedriger Lüfterdrehzahlen einen besseren Luftstrom und somit eine bessere Kühlung als bei konventionellen Gehäusen bewirken. Der Mainboard-Tray ist fest verbaut und mit den entsprechenden Gewinden für alle wichtigen Formfaktoren von Micro-ATX über E-ATX zu SSI CEB versehen. Durch die Eignung für E-ATX können Erweiterungskarten bis zu zwölf Zoll lang sein.

Quer über dem Mainboard verläuft eine Strebe (interessanterweise der einzige Teil, bei dem Rändelschrauben verwendet wurden), an der Arretierungen für die Erweiterungskarten befestigt sind. Mit diesen kann verhindert werden, dass längere Karten allzu viel Bewegungsspielraum im Gehäuse haben. Alle Erweiterungssteckkarten müssen mit Werkzeug verschraubt werden, hier hätten wir uns, wenn schon kein Klickmechanismus integriert wurde, wenigstens Rändelschrauben gewünscht. Verschraubt werden auch die Festplatten mit ihren Entkoppelungsrahmen, von denen sechs Stück senkrecht stehend unter den optischen Laufwerken eingeschoben werden. Der erste Einschub ist dabei serienmäßig mit einem CP-05-Modul, einer Art SATA-Backplane, versehen, sodass zur Montage einer Festplatte hier die rechte Seitenwand am Gehäuse verbleiben kann. Prinzipiell werkzeuglos können Geräte im 5,25"-Schacht verbaut werden, aber auch hier ist Schrauben nötig, falls zusätzliche Sicherheit gewünscht ist, oder beispielsweise kurze Lüftersteuerungen verwendet werden sollen.

Silverstone Raven RV01 – Innenraum
Silverstone Raven RV01 – Innenraum
Silverstone Raven RV01 – Innenraum
Silverstone Raven RV01 – Innenraum

Durch die beiden nach oben blasenden 180-mm-Lüfter wird der Innenraum in zwei Zonen geteilt, wobei in der unteren nur das Netzteil und eine Menge leerer Raum zu finden sind. Hier kann man sehr gut die Pumpe einer Wasserkühlung oder überflüssige Stromkabel unterbringen, ein Luxus, der in den meisten kleineren Gehäusen nicht gegeben ist. Laut Anleitung sollte sich sowohl unter dem Netzteil als auch unter den Festplatten am Boden des Gehäuses jeweils ein Staubfilter befinden, allerdings war von dem Filter unter den Festplatten bei unserem Exemplar keine Spur zu sehen. Wir gehen jedoch davon aus, dass dieser Filter bei allen Exemplaren im freien Handel vorhanden ist. Apropos Staub: Durch das Erzeugen eines Überdruckes im Gehäuse durch mehr ein- als ausblasende Lüfter soll zusammen mit den Filtern das Eindringen von Staub durch Ritzen und Öffnungen im Gehäuse verhindert werden, sodass zumindest bei der Version mit Fenster dem geneigten Käufer ein regelmäßiges Putzen der zur Schau gestellten Hardware erspart bleibt.

Silverstone Raven RV01 - Innenraum
Silverstone Raven RV01 - Innenraum
Silverstone Raven RV01
Silverstone Raven RV01
Silverstone Raven RV01 – Innenraum
Silverstone Raven RV01 – Innenraum

Erfahrungen

Wie von SilverStone gewohnt, machen alle verwendeten Materialien einen sehr hochwertigen Eindruck, selbst die großen Kunststofflächen sehen durch den Verzicht auf Hochglanzlack nicht billig aus. Lediglich einige Mainboardschrauben wollten sich nicht beim ersten Versuch mit den Abstandshaltern verbinden, aber mit ein wenig Nachdruck ging es auch hier schließlich voran. So verlief der Einbau der Hardware unterm Strich recht problemlos. Ein wenig hakelig wird es, wenn man die Festplattenrahmen mit etwas zuviel Schwung ins Gehäuse schiebt, sie lassen sich dann nur durch Zug nach oben lösen. Beim Lösen der Seitenwände muss man ein wenig Kraft aufwenden, da sie neben der Verriegelungsschiene oben am Gehäuse auch durch Nocken im Heck gehalten werden. Weil sie dadurch aber auch absolut fest sitzen, kommt es bei den Seitenwänden nicht zu Vibrationen, die generell mit unserer Hardware bei diesem Gehäuse nicht aufgetreten sind.

Silverstone Raven RV01 – Innenraum
Silverstone Raven RV01 – Innenraum
Silverstone Raven RV01 – Innenraum
Silverstone Raven RV01 – Innenraum
Silverstone Raven RV01 – Beleuchtung
Silverstone Raven RV01 – Beleuchtung
Silverstone Raven RV01 – Abdeckung
Silverstone Raven RV01 – Abdeckung
Silverstone Raven RV01 – Frontdetail
Silverstone Raven RV01 – Frontdetail

Für Freunde großer Towerkühler noch eine wichtige Information: Der Abstand zwischen Mainboard-PCB und Seitenwand beträgt 175 Millimeter, abzüglich der Platzbedürfnisse von CPU und Sockel sollten also etwa 165 mm maximale Höhe für den Kühler übrig bleiben. Der Abstand zwischen versenkbarer Frontblende und Laufwerksblenden beträgt etwa 14 Millimeter, was für die meisten Lüftersteuerungen ausreicht.

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