3/4 Wii MotionPlus im Test : Mehr Präzision für die Konsole von Nintendo

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Tiger Woods PGA Tour 10

Mit PGA Tour 10 hat Electronic Arts eine weitere alljährliche Neuauflage der altehrwürdigen Golf-Reihe veröffentlicht, die in hohem Maße von MotionPlus profitiert. Dies ist insofern nahe liegend, als dass der Spieler gerade beim feinteiligen Golfen auf eine akkurate Steuerung angewiesen ist. Die Verbesserungen fallen allerdings derart frappierend aus, dass man sogar die fast schon typischen Ärgernisse der Spielereihe schnell vergisst.

Kernstück von PGA Tour 10 ist ein weiteres Mal der Karrieremodus, der sowohl Einsteiger wie auch Profis – die Anfänger am besten nach Bestehen der Tutorials – anziehen dürfte und der mit einem auf Punkten basierenden Fähigkeitensystem zur Langzeitmotivation beiträgt. Golf-Freunde mit Blick für die Wirklichkeit werden sich zudem über die umfassende Lizenz freuen, die es den Machern ermöglicht, auf authentische Kurse und Namen zurück zu greifen. Hier fällt außerdem auf, dass bei der Erstellung eines Nachwuchsgolfers dank eines umfassenden Editors erstaunliche Ergebnisse erzielt werden können. Der neu erstellte Charakter lässt sich auch in den anderen Spiel-Modi verwenden, wobei stets zwischen unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden gewählt werden kann. Diese existieren in Form von unterschiedlichen Auto-Korrekturen beim Schlag, wobei in der leichtesten Variante selbst völlig ungeübte Spieler zu echten Stars auf dem edlen Grün werden.

YouTube-Video: Tiger Woods PGA TOUR® 10 Producer Walkthrough Wii MotionPlu

Ambitioniertere Spieler wählen den Simulations-Modus, der erst so richtig ermöglicht, in den Genuss der neuen, von MotionPlus unterstützten Steuerung zu gelangen. In der Tat war Golf als Videospiel noch nie so authentisch in der Bedienung: Der kombinierte Controller gibt Bewegung wieder und ermöglicht nicht mehr nur die grobe Richtungsunterscheidungen „rechts“ und „links“. Auch erlaubt er eine weitaus feinere Abstufung dank welcher der Ball beispielsweise mit einem sanften Drall in Richtung Zielgrün geschnitten werden kann (siehe Video-Tutorial oben). Da ist die leider etwas unhandliche Zieleinstellung schnell vergessen.

Tiger Woods PGA Tour 10
Tiger Woods PGA Tour 10
Tiger Woods PGA Tour 10
Tiger Woods PGA Tour 10
Tiger Woods PGA Tour 10
Tiger Woods PGA Tour 10
Tiger Woods PGA Tour 10
Tiger Woods PGA Tour 10
Tiger Woods PGA Tour 10

Eine weitere erwähnenswerte Neuerung ist im dynamischen Wetterwechsel zu finden, der bei Bedarf online mit den lokalen Verhältnissen abgeglichen werden kann und konkrete Auswirkung auf das Spiel, bizarrerweise jedoch nicht auf die Golfer hat (letztere Laufen auch bei Hagel im kurzen Poloshirt aufrecht durch die Gegend und werden nicht mal nass). Vor allem bei Sonnenschein zeigt PGA Tour 10 eine für Wii-Verhältnisse äußerst ansehnliche visuelle Umsetzung, die in hohem Maße zur Atmosphäre beiträgt.

Zu den erwähnten Ärgernissen ist zu zählen, dass sich inhaltlich wie so häufig bei EA Sports Titeln nicht viel verändert hat. Wäre also nicht die Steuerungsoptimierung zu bewundern, so könnten kaum Gründe gefunden werden, die zumindest für Besitzer der Vorgängerversion Kaufanreize liefern würden. In dieser Hinsicht tut man bei EA also sehr gut daran, den Titel mit Unterstützung für und im Bundle mit MotionPlus zu verkaufen.

Wii MotionPlus

Die beiden zum Test von MotionPlus verwendeten Spiele können also über weite Strecken überzeugen. Dies ist zu großen Teilen auf die erhöhte Präzision zurück zu führen, die durch das Controller-Addon ermöglicht wird. Wii MotionPlus ist seit dem 12. Juni erhältlich und kostet separat zwischen 17 und 20 Euro. Überdies liegt das Controller-Addon neben den hier vorgestellten Spielen dem EA-Titel Grand Slam Tennis bei, womit der „Reigen“ der bisher unterstützten Spiele allerdings bereits abgeschlossen wäre.

Die Hardware als solche macht einen zunächst unscheinbaren Eindruck: Bei MotionPlus handelt es sich um einen handlichen, rechteckigen Aufsatz, der fest in einem Plastik-Sleeve (eine leicht abgeänderte Variante des WiiMote Jacket) steckt. Letzteres dient der Stabilität, da das Addon von unten an die Nunchuk-Schnittstelle angedockt wird, woraufhin die Plastikhülle um die komplette WiiMote gelegt werden kann.

Was im Rahmen der Vorstellung der zwei Titel im Vorangegangenen immer wieder angedeutet wurde, soll an dieser Stelle noch einmal expliziert werden. Nintendo beschert seiner aktuellen Konsole mit MotionPlus in der Tat ein deutliches Mehr an Präzision, auch wenn sich die Verantwortlichen – was die konkreten technischen Aspekte anbetrifft – weitgehend in Schweigen hüllen. Fest steht jedenfalls: Wo die konventionelle WiiMote mit Ungenauigkeiten und lästigen Verzögerungen zu kämpfen hat, weiß die neue Controller-Kombination über weite Strecken mit einer überraschend genauen Wiedergabe zu überzeugen. Dies macht sich in vielen kleinen Situationen bemerkbar. Ob bei der Richtungsbestimmung und dem Anschneiden beim „Tiger Woods“-Golfen oder beim Frisbee-Werfen, Schwertkämpfen und Tischtennis in Wii Sports Resort: Sämtliche Bewegungen werden fließender und akkurater wiedergegeben.

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