4/14 Anisotrope Filterung im Test : AMD und Nvidia opfern Qualität für Leistung

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Nvidia-Optimierungen

Nvidia fährt eine etwas andere Politik als ATi, was die AF-Optimierungen betrifft. So hat der Käufer bei Nvidia einen größeren Einfluss auf die Filterung, was für den Endkunden zwar etwas komplizierter ist, dafür aber mehr Freiheiten bietet. Darüber hinaus hat Nvidia die Mechanismen nicht mit anderen Funktionen wie zum Beispiel SLI gekoppelt. Die Qualität des AF-Filters kann ohne Nebenwirkungen geändert werden.

Bei Nvidia gibt es einen „HauptSchalter“ für die AF-Optimierungen, der einen großen Einfluss ausübt. Dieser kann auf „High Performance“, „Performance“, „Quality“ oder „High Quality“ gestellt werden, wobei Quality im Treiber der Standard ist. Bei den Möglichkeiten ist der Name Programm, wobei wir von High Performance sowie Performance generell abraten. Hier ist der Qualitätsverlust einfach zu hoch, was sich vor allem in einem starken Flimmern äußert.

Nvidia Control Panel
Nvidia Control Panel

High Quality ist die qualitativ beste Einstellung, bei der automatisch sämtliche weiteren AF-Optimierungen (auf die man Einfluss ausüben kann) abgeschaltet werden. Denn bei Quality gibt es noch zwei weitere Funktionen, die auf die Bezeichnung „Trilinear Optimization“ sowie „Anisotropic Sample Optimization“ hören. Erstere ist in den Treiber-Defaults aktiviert, letztere dagegen abgeschaltet. Dies kann jedoch den eigenen Wünschen angepasst werden. Die Trilinear Optimization ist dabei nichts anderes als der brilineare Filter. Ist die Funktion aus, wird ein hochwertiger trilineare Filter eingesetzt. Andernfalls wird ein brilinearer Filter genutzt, der eine störende Bugwelle erzeugen kann. Die „Anisotropic Sample Optimization“ ist dagegen nur auf der Texture Stage 1-7 aktiv (die Primary Stage wird nicht behandelt) und sorgt für eine so genannte „Unterfilterung“, es werden also Samples beim Filtern eingespart. Dadurch kann ein Flimmern entstehen.

In der Theorie

Die AF-Implementierung von Nvidia schaut in der Theorie sehr gut aus. Nicht nur, dass viele Optimierungen, wenn gewünscht, abgeschaltet werden, auch eine sehr gute Winkelunabhängigkeit ist gegeben. Diese ist besser als bei den ATi-GPUs, wobei man in der Praxis wahrscheinlich keinerlei Unterschiede wird feststellen können. Auf den kommenden Seiten werden wir drei verschiedene Einstellungen behandeln. Es wäre zwar noch eine größere Vielzahl möglich, allerdings würde das den Aufwand nicht mehr vertretbar erhöhen. Darüber hinaus sind dies unserer Meinung nach die sinnvollsten Möglichkeiten bei den AF-Optimierungen.

Mit dabei ist die DefaultQuality-Einstellung mit der aktivierten Trilinearen Optimierung. Ebenso schauen wir uns Quality ohne Optimierungen und High Quality genauer an. Zwar ist es noch eine Überlegung wert, die Anisotropic Sample Optimization anzuschalten, jedoch fällt diese Einstellung oft störend auf und der Performancegewinn ist gering. Es gibt schlicht und ergreifend sinnvollere Einstellungen als diese. Die Quality- mit vergleichen wir zuerst mit der Quality-Funktion ohne jegliche Optimierung.

Quality – 1xAF
Quality – 4xAF
Quality – 16xAF
Quality
Quality ohne Optimierungen – 1xAF
Quality ohne Optimierungen – 4xAF
Quality ohne Optimierungen – 16xAF
Quality ohne Optimierungen
High Quality – 1xAF
High Quality – 4xAF
High Quality – 16xAF
High Quality

Interessanterweise wird auf der Nvidia-Karte bei einfacher anisotroper Filterung (also ohne AF) immer noch trilinear gefiltert, während bei ATI auf die brilineare Methode zurück gegriffen wird. Eine brilineare Filterung gibt es dann ab 2xAF, also auch in unserem 4xAF-Beispiel. Überraschungen gibt es dabei keine, der zusätzliche brilineare Filter ist die einzige Änderung. Dasselbe gilt für die 16-fache Filterung, wobei die Nvidia-GPUs in dem Fall wie die ATi-Pendants unter einer geringeren Präzision leiden. Doch auch hier gilt, dass dies zu vernachlässigen ist.

Was Nvidia bei „High Quality“ anders als bei „Quality“ ohne zugeschaltete Optimierungen macht, bleibt anhand des AF-Testers leider verborgen. Denn die Ergebnisse sind absolut identisch. So viel aber schon einmal vorweg: In der Praxis gibt es durchaus einen kleinen Unterschied, mehr dazu auf den kommenden Seiten. Dasselbe gilt übrigens, wenn man unter Quality die Anisotropic Sample Optimization aktiviert. Auf den AF-Tester hat diese AF-Optimierung keinerlei Einfluss.

Auf der nächsten Seite: Praktische Auswirkungen bei ATi