6/8 Gamerheadsets im Test II : Vier Spieler-Headsets von 60 bis 300 Euro

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Tragekomfort

Der Tragekomfort eines Headsets ist ein elementares Thema, wenn es um die Gesamtqualität des Produktes geht. Denn selbst mit gutem Mikrofon, einer exzellenten Klangdarstellung und einem günstigen Preis kann man nicht punkten, wenn der Kopfhörer bereits nach kurzer Zeit drückt und die Nutzung unangenehm wird. In diesem Teil der Artikelserie über Headsets treffen dabei zwei Systeme aufeinander. Auf der einen Seite setzen sowohl QPAD beim QH-1399 als auch Sennheiser beim PC30 auf ohrumschließende Kopfhörerkonstruktionen, auf der anderen Seite liegen die Ohrmuscheln des Sennheiser PC161 und des Sennheiser PC 166 USB nur auf den Ohren auf.

Ein besseres System lässt sich aus den verschiedenen Produkten jedoch nur begrenzt ableiten. So stört bei den beiden Sennheiser-Headsets PC161/PC166 USB das Aufliegen der Polsterung auf dem Ohr, wenngleich der Anpressdruck hier nicht allzu hoch ist und auch auf Dauer nicht zu Unbehagen führt. Es kann auf diese Weise jedoch weder eine Abschirmung vor Außengeräuschen geboten werden, noch entspricht der Komfort dem, was etwa QPAD bietet. Die ohrumschließenden Polster des QH-1339 sind nämlich quasi perfekt gestaltet. Sie sind dick genug, um den Abstand zwischen Ohr und Ohrmuschel so groß zu halten, dass das Ohr nicht innen an der Ohrmuschel aufliegt. Gleichzeitig genügt ihre Größe, um das Ohr auch vollends zu umschließen, was auch der Geräuschdämmung sehr entgegen kommt. Zudem sind die Polster nicht zu weich und auch nicht zu hart, sodass man auch nach stundenlanger Benutzung keine schmerzenden Ohren vom Headset befreien muss. Hierzu trägt auch der wohl dosierte Anpressdruck bei, der das doch recht beachtliche Gewicht des Kopfhörers nicht zur Last werden lässt. Auch der Kopfbügel gefällt in Form und Polsterung und liegt recht großflächig auf, was der Gewichtsverteilung entgegen kommt.

Nicht ganz so gut schafft es das Sennheiser PC350, obwohl es sich um ein ähnliches System handelt. Der im Vergleich zum QPAD QH-1339 leichtere Kopfhörer drückt jedoch stärker auf die Hörorgane und besitzt auch etwas dünnere Ohrmuscheln. Die Minderung von Außengeräuschen ist nicht auf dem Niveau des QPAD-Headsets und leicht kommen Teile des Ohres in Kontakt mit der Ohrmuschelinnenseite. Der Kopfbügel liegt allerdings gut an. Dennoch tragen sich die kleineren Headsets Sennheiser PC161/PC166 USB angenehmer. Sie sind deutlich leichter und bauen einen geringeren Druck auf die Ohren aus. Dass sie dort komplett aufliegen, stört da nur wenig.

Klangeindrücke

QPAD QH-1339

Das QPAD QH-1339 ist mit einem Straßenverkaufspreis von zumeist mehr als 240 Euro derart teuer, dass man nichts anderes als einen sehr soliden HiFi-Kopfhörer in Kombination mit einem guten Mikrofon erwarten kann. Glücklicherweise ist es auch genau das. QPAD bedient mit diesem Headset nicht nur Spieler, auch Musikliebhaber kommen weithin auf ihre Kosten. Das QH-1339 bietet ein äußerst homogenes Klangbild, bei dem weder ein Frequenzbereich vernachlässigt wurde, noch einer zu viel Fett weg bekam. Der Bass ist wohl dosiert und reicht weit tiefer als bei allen anderen Probanden des Testfeldes. Er ist jedoch nicht so spielertypisch aufgebläht. Man muss das QPAD-Headset schon mit dem richtigen Material dazu zwingen, seine Bassqualitäten zu offenbaren. Andernfalls hält sich der Tiefton seinem Anteil entsprechend zurück. Das muss nicht jeder so wollen.

Auch der oft zugunsten einer besseren Detailwiedergabe aufgeblähte Hochtonbereich hält sich weitgehend zurück. Mit ihm ist auch das Musikhören über längere Zeit möglich, ohne dabei Nerven zu lassen. Gleichwohl ist die Detailwiedergabe sehr gut, was auch der exzellenten räumlichen Abbildung geschuldet ist. Der Klang baut sich weit um den Hörer herum auf und wirkt wesentlich tiefer gestaffelt als es die tatsächlichen Positionen der Ohrmuscheln vermuten lassen.

Was das Headset allerdings nicht ist, das ist die Allzweckwaffe für den Durchschnittsspieler. Weder ein effektvoller Bass noch eine analytische Detailwiedergabe werden geboten, sodass sich Einige eher wundern dürften, wie viel „Langeweile“ für 300 Euro geboten wird. Wer von der ersten Sekunde an akustisch bombardiert werden will, ist hier falsch.

Zur ersten Garde unter den bisher getesteten Exemplaren gehört allerdings auch das Mikrofon. Es überzeugt mit einer guten Sprachverständlichkeit, geringen Störgeräuschen und guter Empfindlichkeit. Damit steht es aber auch nicht alleine da, da Sennheiser ähnliches mit den hier getesteten Headsets liefert.

Sennheiser PC161/166 USB

Die beiden technisch fast identischen Headsets Sennheiser PC161 und Sennheiser PC166 USB überzeugen jeweils durch einen sehr homogenen Klang, der von einer guten Detailwiedergabe begleitet wird. Die Headsets bieten einen recht spielertypischen Bass (der allerdings noch etwas tiefer sein könnte) und eine sehr gute Höhenwiedergabe. Sie vernachlässigen allerdings auch den Mitteltonbereich nicht, weswegen man mit ihnen auch die allermeisten Musikrichtungen in hoher Qualität genießen kann. Durch die sehr geringe Verminderung von Außengeräuschen leidet allerdings auch die Klangdarstellung in lauter Umgebung. Zudem kann sich der Klang nicht so gut von den Ohrmuscheln lösen, wie er es etwa beim QPAD QH-1339 vermag. Angesichts des Preises wird aber sehr viel geboten.

Einen akustischen Unterschied zwischen dem Sennheiser PC161 und dem Sennheiser PC166 USB vermag man nicht auszumachen, zumindest, wenn das Sennheiser PC161 an einem mittelmäßig hochwertigen Sound-Ausgang angeschlossen wird. Der USB-Anschluss des Sennheiser PC166 USB mag ein guter Helfer sein, wenn man minderwertigen Onboardsound etwa bei Laptops umgehen will, einen Vorteil gegenüber der analogen Anschlussweise bietet er per se aber nicht.

Die Mikrofone der beiden Sennheiser-Headsets geben keinen besonderen Anlass zur Klage. Die Aufnahmen wirken authentisch, die Empfindlichkeit ist gut und es werden keine ungewünschten Geräusche überempfindlich mit übertragen. Insgesamt überzeugen die beiden Headsets.

Sennheiser PC350

Dass Sennheiser PC350 bietet im Vergleich zu den günstigeren Headsets aus gleichem Hause einen etwas dominanteren Hoch- und Tieftonbereich. Der Bass wirkt etwas kräftiger, allerdings unter hifidelen Gesichtspunkten auch zu dominant. Die Höhendarstellung verleiht dem Headset zudem einen sehr analytischen Einschlag, der in Spielen allerdings zu einer guten Ortbarkeit führt. Die Dämpfung von Außengeräuschen ist mittelmäßig, aber damit auch besser als beim Sennheiser PC161/166 USB. Das Sennheiser PC350 überzeugt im Vergleich allerdings auch mit einer besseren Staffelung und einer breiteren Bühne, wenngleich man an die hoch gesteckten Vorgaben des QPAD QH-1339 nicht heran kommt. Insgesamt ist der akustische Abstand zu den kleineren Sennheiser-Headsets allerdings sehr gering, zumal die Verbesserungen für Spieler zu Lasten eines homogenen Klangbilds gehen. Angesichts des Preises von über 100 Euro ist das Gebotene daher nur Geschmackssache.

Glücklicherweise gilt beim Mikrofon abermals, dass dieses gute Dienste abliefert. Es bewegt sich in etwa auf dem Niveau der anderen Sennheiser-Produkte.

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