7/7 Scythe Grand Kama Cross im Test : Ungewöhnlicher Top-Blow-Kandidat

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Fazit

Mit gewohnt ordentlicher Scythe-Qualität und vollständigem Lieferumfang trifft der Grand Kama Cross beim Kunden ein. Dabei vermittelt der Neuling mit seinen ungewöhnlich gebogenen Heatpipes und dem stufenförmigen Lamellenkörper von Beginn an nicht den höchsten Eindruck von Robustheit oder Effizienz. Nichtsdestoweniger ist seine Kühlleistung, zumindest bei der Verwendung von 140-mm-Lüftern, durchaus ansprechend. Mit unseren Serienlüftern im 120-mm-Format kommt er gegen die bärenstarke Konkurrenz dagegen nicht so richtig in Fahrt.

In unabhängigen Tests anderer Magazine wird dem Grand Kama Cross eine zum Teil spürbar bessere Grundleistung bescheinigt. Worin in unseren Abweichungen die Gründe liegen, lässt sich insgesamt schwer einschätzen. Möglicherweise ist unsere aktuelle Kühlertestplattform etwas selektiver und nicht ausnahmslos jedem Kühlerdesign zuträglich, weshalb die Testergebnisse im Allgemeinen insgesamt nur als Anhaltspunkt gesehen werden sollten. Von Serienstreueffekten oder gar einem Defekt unseres Testobjekts kann derweil nahezu abgesehen werden, da wir unsere Ergebnisse mit einem zweiten Kühlermodell verifiziert haben. Nicht von der Hand zuweisen ist jedoch die allgemeine Tendenz des Grand Kama Cross, vorrangig mit langsam drehenden Lüftern zu harmonieren.

Scythe Grand Kama Cross
Scythe Grand Kama Cross

Entsprechend gut und sinnvoll gewählt ist die von Scythe getroffene 140-mm-Bestückung. In einem Drehzahlfenster von etwa 400 bis 1.400 U/min kann der Anwender gut und fast in jeder Lebenslage sehr leise bis lautlos kühlen. Eine solch' feine Abstimmung inklusive PWM-Funktion können nur wenige Kühlercombos vorweisen. Auch im Hinblick auf die Montagefähigkeit auf Intel- und AMD-Plattformen zeigt sich der Japaner sehr flexibel, allerdings kommen für Intels Sockel die bisweilen unbeliebten Push-Pins in einer Allround-Variante zum Einsatz.

Unterm Strich ist der Scythe Grand Kama Cross ein leistungsfähiger, aber auch enorm großer Prozessorkühler im 140-mm-Top-Blow-Format, dessen Performance gerade im leisen Drehzahlspektrum auf hohem Niveau angesiedelt ist. Sucht man höchste Kühlleistung auch bei höheren Drehzahlen, so sollte man sich anderweitig umschauen. Bei einem Straßenpreis von mittlerweile deutlich unter 30 Euro darf man insgesamt jedoch von einem absolut fairen Scythe-Angebot sprechen.

Weitere Empfehlungen

  • Towerkühler
    • EKL Alpenföhn Brocken (sehr hohe Performance, inkl. Lüfter, vergleichsweise günstig)
    • Scythe Mugen 2 (sehr hohe Leistung, vielseitig einsetzbar, sehr groß)
    • Noctua NH-U12P (hohe Leistung, super Gesamtpaket, leise, etwas teuer)
    • Thermaltake V14 Pro (hohe Leistung, extravagantes Design, vollkupfern, teuer, Lüfter nicht wechselbar)
    • Thermolab Baram (hohe Kühlleistung, flexibel einsetzbar, auf AMD-Sockeln „richtig“ montierbar)
    • EKL Alpenföhn Nordwand (hohe Kühlleistung bei hohen Drehzahlen, auf AMD-Sockeln „richtig“ montierbar, gutes Paket)
    • Noctua NH-D14 (sehr hohe Performance aktiv und passiv, sehr gutes Gesamtpaket, recht teuer und groß)
  • Top-Blow-Kühler
    • Thermalright AXP-140 (Low-Profile für HTPCs geeignet, gute Performance, für 120- und 140-mm-Lüfter)
    • Noctua NH-C12P (hohe Leistung als Top-Blow-Kühler, super Gesamtpaket, etwas teuer)

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