5/12 MSI Big Bang Fuzion im Test : „Hydra“-Multi-GPU mit vielen Baustellen

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Hydra und die Mikroruckler

Die gefürchteten Mikroruckler sind mit die größten Schwierigkeiten beim Betrieb von Multi-GPU-Systemen. Diese treten auf, wenn die beiden Grafikkarten im AFR-Modus laufen und die Frameraten sich der 30-FPS-Marke und darunter annähernd. In dem Fall schickt jede GPU die fertig gerenderten Bilder nicht in gleichen Zeitabständen ab. Mal sind die Abstände extrem kurz, mal extrem lang. Dadurch entsteht eine Art Ruckeln, was ein Spielvergnügen oft gar nicht erst aufkommen lässt.

Nach einer Reihe von Tests zeigt sich: Mikroruckler gibt es mit einem Hydra 200 genauso wie mit CrossFire oder SLI, was unsere Vermutung bestätigt, dass auch die Lucid-Technik AFR verwendet. Allerdings scheint der Chip zumindest teilweise etwas gegen dieses Phänomen zu unternehmen. Doch schauen wir uns zuerst einmal das Diagramm mit zwei identischen ATi-Karten, in dem Fall zwei Radeon-HD-5870-Modelle, an. Als Spiele haben wir uns dazu für Crysis Warhead sowie Stalker Clear Sky entschieden, da dort Mikroruckler häufig auftreten.

In Crysis Warhead sehen wir bereits bei den mit Fraps aufgenommenen Frametime-Messungen, dass CrossFire in dem Spiel von Mikrorucklern betroffen ist. Das Diagramm sieht zwar schlimmer als der Spielablauf aus, nichtsdestotrotz sind unschöne Ruckler zu spüren. Der Hydra-200-Chip schlägt sich dagegen viel besser. Dort sind keine Mikroruckler (dafür die anderen Probleme) zu bemerken. In Stalker Clear Sky schenken sich die Probanden dagegen nichts. Beide Lösungen weisen ein immenses Mikroruckeln auf und ein flüssiges Spielen in niedrigen FPS-Bereichen ist so nur schwer möglich.

Nvidia hat vor einiger Zeit etwas gegen die Mikroruckler unternommen und dies zeigt seine Wirkung. Verschwunden ist das Problem nicht, wurde dafür aber spürbar verringert. Crysis Warhead ist so selbst bei 30 Bilder pro Sekunde noch ohne Schwierigkeiten spielbar. Stalker Clear Sky ist dagegen selbst für SLI hartnäckig und zeigt Mikroruckler, wenn auch nicht in dem Ausmaße wie CrossFire oder Hydra 200. Optimal ist das Ergebnis aber noch lange nicht.

Bei der Kombination einer Radeon HD 5870 mit einer Radeon HD 5850 weist CrossFire in Crysis Warhead genau wie bei zwei identischen Karten ein sehr suboptimales Ergebnis auf. Doch der Hydra-200-Chip fängt hier plötzlich genauso an zu schwächeln und ist in der Disziplin plötzlich um keinen Deut besser als die ATi-Technologie. Bei Stalker Clear Sky stellen wir dasselbe fest.

Bei einer GeForce GTX 285 in Kombination mit einer GeForce GTX 260 zeigt der Hydra-200-Chip in Crysis Warhead einen etwas störenden Spielfluss. Die Mikroruckler sind zwar nicht stark ausgeprägt, aber durchaus vorhanden. Dasselbe gilt für Stalker Clear Sky, wobei sich das Spiel in der genutzten Hardwarekonfiguration interessanterweise recht schonend zeigt. Der Spielfluss ist ordentlich.

Die Mischung einer ATi- und einer Nvidia-Karte ist mit dem Hydra-200-Chip derzeit – wie gezeigt – eh nicht zu empfehlen, weswegen die Problematik der Mikroruckler in dem Fall geradezu unwichtig erscheinen. Soviel sei aber gesagt: Bei solch einer heiklen Mischung sind die Mikroruckler extrem ausgeprägt. Vielleicht entstehen diese aber auch durch die ohnehin problematische Darstellung.

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