4/6 Lenovo IdeaPad S12 ION & Samsung N510 im Test : Ion-Netbooks im Vergleich

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Leistung

In Anbetracht der Spezifikationen sind keine Wunder zu erwarten. Um alle Vorteile eines Netbooks – platzsparende Bauform, lange Akkulaufzeit und ein niedriger Preis – zu gewährleisten, sind den Herstellern in puncto Rechenleistung enge Grenzen gesetzt. In den meisten der derzeit erhältlichen Geräten dieser Art sind Intel-Chipsätze mitsamt integrierter Grafiklösung verbaut, dem Graphics Media Accelerator (GMA), der lange Akkulaufzeit, aber nur wenig Leistung verspricht. Einen Kompromiss stellt der sogenannte „Ion“-Chipsatz von Nvidia dar. Der Hersteller verspricht mehr Grafikpower bei nur geringen Einbußen bezüglich der Akkulaufzeit. Beide Netbooks sind mit Nvidia Ion Chipsätzen ausgerüstet, das Lenovo IdeaPad S12 trägt es in der entsprechenden Variante zur Unterscheidung von den Modellen mit reinen Intel-Lösungen sogar im Namen.

Da beide Geräte weder die technischen Voraussetzungen noch einen angemessenen Bedienkomfort für aktuelle PC-Spiele bieten, gehen wir an dieser Stelle nicht auf die Spieletauglichkeit der beiden Netbooks ein. Ein Bild davon, wie weit die Ion-Plattform von flüssiger und hochauflösender 3D-Darstellung jüngerer Grafik-Engines entfernt ist, vermittelt ein ComputerBase-Test aus dem vergangenen Sommer. Dort kam der verbaute und auf den Intel „Atom“ zugeschnittene GeForce 9400 Grafikchip selbst bei niedriger bis mittlerer Detailstufe und einer Bildschirmauflösung von 1024 × 768 Pixel in den drei getesteten Titeln nicht über 31,5 Bilder je Sekunde hinaus.

Wie versprochen werden HD-Videos allerdings ohne Ruckler wiedergegeben. In unserem Test konnten sowohl Windows-Media– als auch H.264-kodierte Videos in 720p- und 1080p-Auflösung bei durchschnittlich 25 Prozent CPU- respektive 70 Prozent GPU-Last abgespielt werden. Ein zum Vergleich herangezogenes Lenovo IdeaPad S12 mit Intel-Chipsatz zeigt hingegen schon bei 720p-Videos durch gelegentliche Ruckler seine Leistungsgrenze. 1080p-Videos sind für den Intel GMA 950 dann endgültig zu viel, nur wenige Bilder werden pro Sekunde dargestellt und auch der Ton stottert.
Hier haben die von Nvidias Ion-Chipsatz beschleunigten Geräte aus unserem Test ganz klar die Nase vorn. Da beide mit einem HDMI-Ausgang ausgestattet sind, können sie auch höher aufgelöste Flachbildschirme mit Bild und Ton versorgen – das Vorhandensein eines HDMI-Kabels und einer entsprechenden Buchse am Monitor vorausgesetzt. Im Test klappte das Zusammenspiel beider Netbooks mit einem NEC Multisync 24WMGX³ unter Full-HD-Auflösung (1920 × 1080 Pixel) problemlos. Da das N510 von Haus aus nur über 1 GB Arbeitsspeicher verfügt, ist auch die der Grafikeinheit zur Verfügung stehende Speichermenge im Vergleich zum IdeaPad S12 ION halbiert. Das macht sich bei der Wiedergabe allerdings nur im Detail bemerkbar: einer flüssigen Wiedergabe steht dies nicht im Weg, allerdings fallen CPU- sowie GPU-Last beim Abspielen etwas höher aus.

N510: Auslastung bei 1080p-Wiedergabe
N510: Auslastung bei 1080p-Wiedergabe
IdeaPad S12 ION: Auslastung bei 1080p-Wiedergabe
IdeaPad S12 ION: Auslastung bei 1080p-Wiedergabe

Das Samsung N510 ist trotz des höheren Preises nur mit der kostengünstigeren „LE“-Variante des Ion-Chipsatzes ausgestattet. Dieser hat Nvidia durch Anpassungen am Grafiktreiber die DirectX-10-Unterstützung entzogen. Mit einem modifizierten Treiber lässt sich die LE-Variante aber zur vollwertigen Ion-Grafiklösung aufwerten – der fehlende DX10-Support stellt nämlich die einzige Einschränkung dar.

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