SSDs im Test: Nova Series gegen Ultradrive GX2 gegen X25-V G2

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Norman Dittmar
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AS SSD Bechmark

Der AS SSD Benchmark ist das relativ junge Werk eines deutschen Programmiers. Er betrachtet wie der Crystal Diskmark verschiedene Leistungsaspekte von SSDs und Festplatten, gibt aber statt der maximal erreichten Werte den Durchschnitt aus mehreren Durchgängen an, wodurch die Ergebnisse eher der Realität entsprechen.

AS SSD Benchmark (sequentiell)
  • sequentiell (lesen):
    • Corsair Nova 128 GB
      236,01
    • SSDNow V+ 128 GB
      221,28
    • Ultradrive GX2 (Toshiba) 128 GB
      215,23
    • Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
      211,45
    • Falcon II 64 GB
      207,91
    • Ultradrive GX 64 GB
      189,44
    • X25-V 40 GB
      182,14
  • sequentiell (schreiben):
    • Ultradrive GX2 (Toshiba) 128 GB
      209,30
    • Corsair Nova 128 GB
      182,67
    • SSDNow V+ 128 GB
      176,23
    • Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
      171,63
    • Falcon II 64 GB
      105,65
    • Ultradrive GX 64 GB
      97,86
    • X25-V 40 GB
      43,23
Einheit: Megabyte pro Sekunde (MB/s)

Beim sequentiellen Lesen lässt sich erkennen, dass Intels X25-V nicht ganz mit den Indilinx-SSDs und der Kingston SSDNow V+ mithalten kann. Erwartungsgemäß liegen hier die 128-GB-Versionen vorn. Die Corsair Nova erreicht hier den ersten Platz mit einer maximalen Lesegeschwindigkeit von 236 MB/s. Die Ultradrive GX2 ordnet sich 211 bzw. 215 MB/s zwischen den kleineren Indilinx-Varianten und der Kingston SSDNow V+ ein. Die realen Schreibergebnisse ähneln den Resultaten, welche wir mit dem ATTO-Benchmark gemessen haben. Die Intel X25-V bildet das Schlusslicht und schreibt sequentiell nicht einmal halb so schnell wie die kleinen Indilinx-SSDs. Im Vergleich zur schnellsten 128-GB-Version muss sie sich sogar mit einem Fünftel der Schreibleistung begnügen. Hier bildet die Ultradrive GX2 mit Toshiba-Chips klar die Spitze mit 209 MB/s.

AS SSD Benchmark (4k)
  • 4k (Lesen):
    • Falcon II 64 GB
      28,89
    • Corsair Nova 128 GB
      28,55
    • Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
      27,57
    • Ultradrive GX 64 GB
      27,33
    • X25-V 40 GB
      21,07
    • Ultradrive GX2 (Toshiba) 128 GB
      17,44
    • SSDNow V+ 128 GB
      14,22
  • 4k (Schreiben):
    • X25-V 40 GB
      37,95
    • SSDNow V+ 128 GB
      9,85
    • Corsair Nova 128 GB
      9,58
    • Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
      9,36
    • Ultradrive GX 64 GB
      9,12
    • Ultradrive GX2 (Toshiba) 128 GB
      7,92
    • Falcon II 64 GB
      7,66
Einheit: Megabyte pro Sekunde (MB/s)

Beim zufälligen Lesen 4 KB großer Dateien zeigt sich ein komplett anderes Bild. Die Ultradrive GX2 mit Micron-Chips und die Corsair Nova liegen etwa gleich auf mit der Ultradrive GX und der Falcon II. Die zufällige Lesegeschwindigkeit der X25-V ist um ein Viertel niedriger aber immernoch höher als die der Ultradrive GX2 mit Toshiba-Chips. Die Kingston SSDNow V+liegt hier mit 14 MB/s auf dem letzten Platz. Bei zufälligen Schreiben kleiner Dateien kann sich erstmals die X25-V von Intel an die Spitze setzen und ist mit 38 MB/s vier bis fünf mal so schnell wie die Indilinx-Konkurrenz.

AS SSD Benchmark (4k_64Thrd)
  • 4k_64Thrd (Lesen):
    • X25-V 40 GB
      131,81
    • Corsair Nova 128 GB
      68,42
    • Falcon II 64 GB
      67,69
    • Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
      63,92
    • Ultradrive GX 64 GB
      61,99
    • Ultradrive GX2 (Toshiba) 128 GB
      37,90
    • SSDNow V+ 128 GB
      16,56
      kein NCQ
  • 4k_64Thrd (Schreiben):
    • X25-V 40 GB
      38,95
    • Corsair Nova 128 GB
      10,30
    • Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
      10,21
    • Ultradrive GX 64 GB
      9,40
    • Ultradrive GX2 (Toshiba) 128 GB
      8,59
    • Falcon II 64 GB
      8,04
    • SSDNow V+ 128 GB
      7,71
      kein NCQ
Einheit: Megabit pro Sekunde

Der "4K_64Thrd" zeigt auf, wie gut die SSD mit zufälligen Zugriffen mit einer Größe von 4 KB umgehen kann, wenn sie mit einer Warteschlange von 64 Befehlen bzw. Anfragen von der CPU konfrontiert wird. Hierbei spielt NCQ natürlich eine zentrale Rolle, da damit die eigentlich zufällig über den Speicher verteilten Zugriffe per Software optimiert werden, um einen maximalen Durchsatz zu ermöglichen. Dies wird durch eine Überprüfung und Neuordnung der Befehlskette erreicht. Bei diesem Test kann sich Intels X25-V erneut an ersten Stelle platzieren. Beim zufälligen Lesezugriffen mit einer sehr hohen Last ist sie etwa doppelt so schnell wie die Indilinx-SSDs. Eine negative Ausnahmen bildet hier die Ultradrive GX2 mit Toshiba-Flash, die mit 38 MB/s das schlechteste Ergebnis aller getesteten SSDs mit NCQ-Unterstützung liefert. Die SSDNow V+ ist hier erwartungsgemäß auf dem letzten Platz, da dieses Feature fehlt. Beim Schreiben kann sich die X25-V ebenfalls von der Konkurrenz absetzen. Die Unterschiede zwischen den Indilinx-SSDs und der SSDNow V+ sind hier minimal.

Erkläuterung zu diesem Test: An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass eine Warteschlange von 64 Befehlen bei einer SSD in einem Consumer-PC ein unrealistisch hoher Wert ist. Der Bootvorgang von Windows stellt zum Beispiel eine sehr hohe Belastung für eine Festplatte oder SSD dar. Doch selbst mit unserem Q9550, welcher mit 4 GHz getaktet ist, lag die Warteschlange für eine Ultradrive GX praktisch immer zwischen 0 und 10. Um auf eine Warteschlangenlänge von 64 Befehlen bzw. Anfragen zu kommen bräuchte man mindestens einen massiv übertakteten Corei7, wenn nicht sogar mehrere CPUs, da aktuelle SSDs die Anfragen von der CPU einfach zu schnell abarbeiten. Das ist auch der Grund, warum eine SSD einen Desktop-PC mit einem Quadcore stärker beschleunigt als ein Notebook mit einem niedrig getakteten DualCore. Die SSD ist so schnell, dass sie die Befehlsschlange zum Teil schneller abarbeitet als sie von der CPU verlängert wird.

AS SSD Benchmark (Zugriffszeit)
  • Zugriffszeit Lesen:
    • X25-V 40 GB
      0,062
    • Falcon II 64 GB
      0,134
    • SSDNow V+ 128 GB
      0,135
    • Corsair Nova 128 GB
      0,136
    • Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
      0,141
    • Ultradrive GX 64 GB
      0,142
    • Ultradrive GX2 (Toshiba) 128 GB
      0,222
  • Zugriffszeit Schreiben:
    • X25-V 40 GB
      0,083
    • Ultradrive GX 64 GB
      0,419
    • Corsair Nova 128 GB
      0,445
    • Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
      0,457
    • Ultradrive GX2 (Toshiba) 128 GB
      0,487
    • Falcon II 64 GB
      0,548
    • SSDNow V+ 128 GB
      0,727
Einheit: Millisekunden

Bei den Zugriffszeiten erlebten wir abermals ein paar Überraschungen. Der Intel-Controller der X25-V benötigt bei Lesezugriffen gerade einmal 0,06 Millisekunden und ist damit etwa doppelt so schnell wie die restlichen SSDs, mit Ausnahme der GX2 mit Toshiba-Flash, die mit mehr als 0,2 Millisekunden den letzten Platz belegt. Bei den Zugriffszeiten von Schreibvorgängen deklassiert der Intel-Controller die Konkurrenz. Die X25-V ist die einzige, die unter 0,1 Millisekunden bleibt. Die Indilinx-SSDs benötigen für Schreibzugriffe eine Reaktionszeit von 0,42 bis 0,55 Millisekunden. Die SSDNow V+ von Kingston ist noch ein wenig langsamer.

AS SSD Benchmark Kopieren
  • Kopiertest "ISO":
    • Ultradrive GX2 (Toshiba) 128 GB
      7,73
    • SSDNow V+ 128 GB
      8,37
    • Corsair Nova 128 GB
      8,50
    • Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
      8,71
    • Falcon II 64 GB
      9,36
    • Ultradrive GX 64 GB
      10,96
    • X25-V 40 GB
      17,09
  • Kopiertest "Spiel":
    • SSDNow V+ 128 GB
      11,31
    • Falcon II 64 GB
      16,06
    • Ultradrive GX 64 GB
      16,61
    • Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
      16,70
    • Corsair Nova 128 GB
      16,91
    • Ultradrive GX2 (Toshiba) 128 GB
      17,45
    • X25-V 40 GB
      31,93
  • Kopiertest "Programm":
    • Corsair Nova 128 GB
      11,76
    • Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
      13,43
    • Ultradrive GX2 (Toshiba) 128 GB
      13,82
    • SSDNow V+ 128 GB
      15,01
    • Ultradrive GX 64 GB
      19,42
    • Falcon II 64 GB
      19,79
    • X25-V 40 GB
      26,56
Einheit: Sekunden

Der Kopiertest des AS SSD Benchmarks besteht aus drei Gruppen. "ISO" bedeutet, dass eine große Datei auf der SSD kopiert wird. "Spiel" testet das Kopieren gemischter Dateigrößen und "Programm" zeigt die Kopierleistung mit vielen kleinen Dateien. Der ISO-Test ist erwartungsgemäß die Domäne der 128-GB-SSDs, da diese die höchsten sequentiellen Transferraten bieten. Die kleineren Indilinx-Offerten liegen 7 bis 42 Prozent hinter den großen Geschwistern, sind aber immernoch einiges schneller als die X25-V, die hier aufgrund der niedrigen sequentiellen Schreibraten mehr Zeit benötigt. Beim zweiten Test mit gemischten Dateigrößen kann sich die SSDNow V+ mit Toshiba-Controller an der Spitze behaupten. Der Vorsprung vor Indilinx liegt etwa bei 50 Prozent. Die Intel-SSD muss sich auch hier geschlagen geben und liegt noch einmal 83 Prozent hinter der langsamsten Indilinx-SSD. Der dritte Test zeigt dann nochmal ein leicht anderes Bild. Hier können sich die großen Indilinx-SSDs, allen voran die Corsair Nova, vor der SSDNow V+ positionieren und erreichen mit 41 bis 68 Prozent einen komfortablen Vorsprung vor den kleinen Varianten der Ultradrive GX und Falcon II. Die Intel bildet erneut das Schlusslicht.

Die Ergebnisse des AS SSD Benchmarks lassen vermuten, dass die Ultradrive GX2 mit Toshiba-Flash bei realen Anwendungen etwas langsamer ist, als die Corsair Nova mit Intel-Flash oder die GX2 mit Micron-Chips. Wie groß die realen Unterschiede wirklich sind und ob sich die kleine Intel gegen die Indilinx-Konkurrenz behaupten kann, sehen wir in den nächsten Abschnitten.