5/7 Intel Wireless Display im Test : Kabellose Übertragung mit Fallstricken

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Praxistest

Machen wir uns an einen praxisnahen Alltagstest. Man nehme eines der passenden Notebooks, den Adapter von Netgear und einen großen Fernseher – schon sind die Grundlagen für einen gelegt:

Intel WiDi
Intel WiDi

Um es wirklich realistisch zu halten, wird der Test in einer normalen Altbauwohnung mit knapp 90 m² durchgeführt. Dabei macht sich sofort bemerkbar, dass man mit dem Notebook durch die komplette Wohnung laufen kann, der Empfang des Fernsehers über den Adapter von Netgear geht von der Maximalstärke von fünf Balken im Extremfall gerade auf vier Balken zurück. Der von beiden Herstellern empfohlene Abstand von rund zehn bis maximal 20 Fuß – etwa drei bis sechs Meter – ist deshalb sehr zurückhaltend gewählt. Auf Messen oder ähnlichen großen Events hatte sich jedoch gezeigt, dass aufgrund diverser WLAN-Verbindungen selbst drei Meter noch zu viel sein können. Interferenzen oder andere Störungen waren dort an der Tagesordnung, weshalb man die vorsichtige Empfehlung des Abstands entsprechend gering gewählt hat.

Da im Wohnzimmer dank bisheriger Notebook- oder PC-Nutzung bereits viel zu viele Kabel verlegt sind, bietet sich der Einsatz zum Beispiel auch im Schlafzimmer an, wo es (bisher) keinen Kabelsalat gibt. Kurzerhand vor dem Einschlafen noch eine Folge seiner Lieblingsserie eingelegt, Notebook-Deckel zu, den Sleep-Timer des Fernsehers nicht vergessen – und einfach kabellos genießen. Selbst wenn man nach der ersten Folge noch nicht schlafen kann, kann man dank Notebook in Reichweite kurzerhand nachlegen, ohne aus dem Bett zu steigen – daran kann mich sich sehr schnell gewöhnen.

Da der Adapter von Netgear aber nicht nur zu einem modernen LCD-Fernseher mit HDMI-Anschluss kompatibel ist, bietet sich der Einsatz auch auf älteren TVs an, die über einen Composite-Anschluss verfügen. Die letzten Urlaubsfotos und -filme der versammelten Familie auf dem Fernseher zu zeigen ist schlichtweg entspannter, als ein 13-Zoll-Notebook bei jedem zweiten Bild in eine andere Richtung zu drehen, weil nicht alle das Foto richtig sehen konnten. Zudem erlaubt das Notebook die Freiheit, bei wichtigen Aufnahmen oder kleinen Filmen zusätzliche Erklärungen zu tätigen, die dank eines großen Fernsehers ebenfalls wirklich alle Personen mitbekommen. Hier ist der Vorteil gegenüber Speicherkarten oder USB-Sticks, die sich an einigen Receivern/DVD-Playern anschließen lassen und dann die Fotos automatisch nacheinander abspielen, nicht zu unterschätzen, da jederzeit etwas beschleunigt, zurückgenommen oder was immer man alles mit einem Notebook machen kann, verfügbar ist.

WiDi im Einsatz: Fotos vom Notebook auf TV gelegt
WiDi im Einsatz: Fotos vom Notebook auf TV gelegt
WiDi im Einsatz: Fotos vom Notebook auf TV gelegt
WiDi im Einsatz: Fotos vom Notebook auf TV gelegt

Da dank aktuellem Treiber die ersten Beschränkungen bereits aufgehoben sind, ist es einzig und allein die Auflösung, die den Spaß verdirbt. Denn so gut wie jeder neue LCD-TV kommt in diesen Tagen mit der Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten in den Handel, nur noch die günstigsten Lösungen setzen auf 1.366 x 768 Bildpunkte. Bei Fotos oder auch Anschauungsmaterial aus dem Internet (YouTube) ist dieser Punkt zu verschmerzen, ein Blu-ray-Film in 1080p will man jedoch auch in dieser Auflösung genießen. Denn ein Fernseher der eine Auflösung interpolieren muss, kann in den meisten Fällen dabei nicht sein volles Potential entfalten.

Die Bild- und Ton-Verzögerung von etwa einer Sekunde vom Notebook bis zur Darbietung auf dem Fernseher umgeht man dank Audioausgabe über den TV elegant, man sollte sich nur davor hüten, parallel die Lautsprecher des Notebooks zu nutzen.

Intel Wireless Display – Hardware

Die kleine schwarze Box von Netgear als Verbindungsstück zwischen Notebook und Fernseher überzeugt. Sie lässt sich leicht verstecken, bei LCDs, die an der Wand angebracht sind, ist jedoch ein längeres HDMI-Kabel notwendig, der eine Meter aus dem Lieferumfang stößt schnell an seine Grenzen. Ein kleiner Aus-Schalter sorgt dafür, dass das Gerät auch wirklich aus ist und keinen Strom verbraucht, auch wenn die Leistungsaufnahme im vollen Einsatz mit 3,5 bis 4 Watt äußerst gering ausfällt.

Nach einigen Tagen, wenn die erste Euphorie verflogen ist, nutzt man das Feature dann im normalen Alltag. Da die Box immer eingeschaltet ist, der Fernseher ebenfalls öfter läuft, als er sollte, ist man immer nur einen Tastendruck davon entfernt, das Notebookbild auf dem großen Bildschirm zu betrachten. Und so wird kurzerhand ein YouTube-Video doch mal in voller Pracht und erhöhter Lautstärke angesehen, denn hinsichtlich Bild und Klang ist der doppelt so teure Fernseher dem Notebook natürlich um Längen überlegen.

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