10/11 OCZ Vertex 2 im Test : Schnelle SSD mit Sandforce-Chip

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SandForce und TRIM

Wie beim Test der SuperTalent Teradrive haben wir beim Kopiertest mit einer großen Datei eine signifikante Verringerung der Schreibleistung bemerkt. Da wir den genutzten Zustand stets mit deaktiviertem TRIM analysieren, haben wir beim letzten Mal vermutet, dass der SandForce-Controller noch keinen ausgereiften Algorithmus bietet, der die Schreibleistung auch ohne TRIM konstant hält. In der Vergangenheit haben wir einen solchen Algorithmus immer als Garbage Collection (abgekürzt „GC“) bezeichnet.

Diese These hat sich mittlerweile als falsch herausgestellt. Die Schreibleistung sinkt zwar auf etwa 90 MB/s ab, fällt aber nicht weiter, wie dies bei Indilinx-SSDs mit einer frühen Firmware der Fall war. Im Forum von OCZ erklärte ein Mitarbeiter, dass dieses Verhalten als normal angesehen werde und mit der Funktionsweise des Controllers zusammenhängt. Da SandForce den Fokus vor allem auf eine lange Lebensdauer der MLC-Chips gelegt hat, scheint hier ein etwas weniger aggressiver GC-Algorithmus für die Konstanz der Schreibleistung zu sorgen. Laut OCZ soll sich die Technik bei SandForce aber grundlegend vom Indilinx-GC unterscheiden.

Was wir in unserem letzten Test nicht untersucht haben, war der korrekte Umgang des Controllers mit dem ATA-TRIM-Befehl. Zu unserer Überraschung stellten wir fest, dass die Schreibleistung im genutzten Zustand auch mit aktiviertem TRIM auf das gleiche Niveau absank. Deshalb vermuteten wir, dass sich die Schreibleistung vielleicht auch verringert, wenn die SSD fast vollständig beschrieben wurde. Doch auch dies hat sich als falsch heraus gestellt. Wir bekamen immer die gleichen Werte für die Kopierleistung mit einer großen Datei, völlig unabhängig vom Füllstand oder der Aktivierung/Deaktivierung von TRIM. Nach unzähligen E-Mails und Diskussionen mit OCZ über das Verhalten können wir aktuell folgendes dazu sagen:

Die anfänglich höhere sequentielle Schreibgeschwindigkeit muss als temporärer Bonus angesehen werden. Das Absinken auf das niedrigere Niveau wird nach unseren momentanen Kenntnissen immer auftreten, egal ob TRIM aktiv oder deaktiviert ist und unabhängig davon, welcher Treiber verwendet wird. Je nach Nutzung der SSD kann sich der Zeitpunkt des Absinkens aber sehr lange hinauszögern. Wenn das niedrigere Niveau erreicht ist, kann die Schreibleistung nur mit einem Secure Erase wiederhergestellt werden. Dieses Verhalten hängt wahrscheinlich mit der Kompression und Verschlüsselung der Daten sowie dem Fehlen eines externen Caches zusammen. Da die genaue Funktionsweise der DuraClass Technology unter NDA steht, können wir aktuell leider keine bessere oder detailliertere Erklärung bieten.

Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass sich das Verhalten in Bezug auf die sequentielle Schreibleistung noch ändert. Dies könnte nicht nur durch eine neue Firmware sondern auch durch Änderungen in Windows 7 passieren, die eventuell im Service Pack 1 enthalten sind. Dabei handelt es sich allerdings um reine Spekulationen. Unsere eigenen Tests und die Informationen von OCZ lassen jedenfalls die Schlussfolgerung zu, dass TRIM vollständig von der SandForce-SSD unterstützt wird und funktioniert.

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