News : AMD stellt neun schnellere Prozessoren vor

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Pünktlich zum bevorstehenden Herbstanfang stellt AMD neun neue Prozessoren vor, die im wichtigsten Geschäftsquartals des Jahres den Umsatz ankurbeln sollen. Die Preisspanne reicht dabei vom Einsteiger-Modell für 70 Euro bis hinauf in das beginnenden High-End-Segment für 230 Euro.

Sechs dieser Modelle lässt AMD direkt auch in den Einzelhandel los, drei weitere werden OEM-Herstellern vorbehalten sein. Dies sind die Modelle AMD Athlon II X4 615e mit 2,5 GHz, Athlon II X3 420e mit 2,6 GHz sowie der Athlon II X2 250e mit flotten 3,0 GHz. Wie das „e“-Kürzel bekanntermaßen bescheinigt, sind es allesamt Prozessoren mit einer TDP von 45 Watt. Preise gibt AMD für diese Modelle nicht bekannt, hier werden mit entsprechend großen Marken separate Verträge ausgehandelt.

Bei den sechs anderen Prozessoren stehen der Einzelhandel und die kleineren Systemfertiger im Fokus des Geschehens. Den Einstieg macht der nicht einmal 70 Euro teure AMD Athlon II X2 265, der fortan mit 3,3 GHz bei der bekannten TDP von 65 Watt agiert. Unterschiede zu dem bisherigen 118 mm² großen und 234 Millionen Transistoren fassenden „Regor“-Design, das 1 MByte L2-Cache für jeden der beiden Prozessorkerne vorsieht, gibt es keine. Gleiches gilt auch für den Athlon II X3 450 mit 3,2 GHz, dem der „Rana“ zu Grunde liegt – bis auf die Takterhöhung bleibt alles beim Alten, was auch die TDP von 95 Watt einschließt. Für knapp 80 Euro soll das Modell weiterhin eine Alternative zu den Zwei-Kern-Prozessoren darstellen.

Da der landläufigen Meinung nach die einzig wahre Alternative zu Dual-Core-CPUs letztendlich nur ein Quad-Core-Prozessor sein kann, schickt AMD genau dort mit dem Athlon II X4 645 ein 3,1 GHz schnelles Modell ins Rennen, das wie die bisherigen Modelle über den Preis punkten soll. Mit knapp über 110 Euro ist er aktuell jedoch einen Tick zu teuer, die bisherigen Modelle mit lediglich 100 MHz weniger Takt gibt es bereits unter 90 Euro. Gleiches gilt auch für Neuvorstellung Nummer vier, den Phenom II X2 560 Black Edition: Für 95 Euro greift man trotz 3,3 GHz und einem frei wählbaren Multiplikator lieber zu einem 3 GHz schnellen Quad-Core-Prozessor. Warum und weshalb, klärt unser aktueller Test dieser beiden Modelle.

Drei der Neulinge
Drei der Neulinge

Um Kandidat 5 haben sich in der Vergangenheit diverse Gerüchte gerankt. Fakt ist heute jedoch, dass im neuen AMD Phenom II X4 970 Black Edition weiterhin der gute alte „Deneb“-Kern steckt, und kein „Zosma“, wie es bisher als Gerücht aufkam. Mit 3,5 GHz ist er fortan das Flaggschiff dieser Serie, der frei wählbare Multiplikator ist weiterhin mit von der Partie. Die TDP konnte AMD dank des C3-Steppings weiterhin bei 125 Watt halten. Aber auch dieser Prozessor hat zum Start das Problem, dass er im Vergleich zu den anderen AMD-Modellen preislich unausgewogen ist. 170 Euro für 3,5 GHz zu zahlen, anstatt gerade 140 Euro für 3,4 GHz, die sich dank freiem Multiplikator binnen Sekunden auf den gleichen Takt oder darüber hinaus treiben lassen, dürfte dem informierten Kunden sicher schwer fallen. Da der Phenom II X4 965 Black Edition zudem weitergeführt werden soll, wird der zukünftige Preis entscheiden, was aus dem schnellsten Quad-Core-Prozessor von AMD wird.

Der letzte Neuling im Bunde der insgesamt neun Modelle ist der AMD Phenom II X6 1075T. Im Winter wurde er durch die Bank als erste Sechs-Kern-Variante von AMD gehandelt, später aber zu Gunsten des schnelleren 1090T erst einmal auf Eis gelegt. Da man jetzt aber jedes noch so kleine Preisgefüge abdecken will und der geneigte Käufer im Handel so eine geschlossen AMD-Front wiederfinden soll, darf der 3,0 GHz schnelle Prozessor, der dank Turbo drei Kerne mit maximal 3,5 GHz arbeiten lassen kann, auf Kundenfang gehen. Dies dürfte in den ersten Tagen schwer fallen, liegt sein Preis mit knapp 230 Euro doch keine 10 Euro unter dem Flaggschiff, welches 200 MHz mehr und darüber hinaus auch einen frei bestimmbaren Multiplikator sein Eigen nennen kann. Der 1090T kommt langsam schon der 235-Euro-Marke näher, was ihn bei der Qual der Wahl zwischen beiden CPUs zu der deutlich besseren Option macht.

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