9/9 OCZ RevoDrive im Test : SSD mit RAID für PCI Express

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Fazit

Das OCZ RevoDrive zu beurteilen ist ausnahmsweise relativ einfach: Wer eine schnelle SSD als Systemplatte für seinen Desktop-PC sucht, der sollte lieber zu einer „normalen“ SATA-SSD greifen – die Nachteile der PCIe-Lösung sind einfach zu vielfältig.

Durch den RAID-Controller muss ein extra Treiber eingebunden werden, damit die SSD verwendet werden kann. TRIM steht nicht zur Verfügung und es wird ein PCIe-Slot mit mindestens 4facher Anbindung benötigt. Der Einbau ist zwar unkompliziert, kann aber je nach Mainboard dazu führen, dass die Belüftung der Grafikkarte erschwert wird oder dass der Grafikkarte im primären PCIe-x16-Slot elektrisch nur noch die halbe Bandbreite des Steckplatzes zur Verfügung steht. Des Weiteren sind aktuell keine Firmware-Updates für das RevoDrive geplant und nach unseren Informationen wäre eine Aktualisierung der Firmware auch nicht möglich.

RevoDrive
RevoDrive

Außerdem haben unsere Tests gezeigt, dass das RevoDrive selbst im RAID-0-Modus keine bessere Realleistung bietet als eine SandForce-SSD mit SATA-Anschluss. Lediglich die sequentiellen Transferraten fallen etwas höher aus, wodurch das Entpacken bzw. Kopieren von Dateien auf der SSD ein wenig schneller läuft.

Wem dieser Vorteil sehr wichtig ist bzw. wer unbedingt einen RAID-0-Verbund mit all' seinen Nachteilen verwenden möchte, der sollte lieber zwei SATA-SSDs an vorhandenen Intel- oder AMD-RAID-Controller verwenden.

Preisvergleich
Modell/Kapazität 50-64 GB 80/90 GB 100-128 GB 180 GB
OCZ Vertex 2 Extended 99,66 € 161,55 € 182,66 € 347,66 €
OCZ RevoDrive 170,50 € 193,81 € 249,95 € 386,16 €
Crucial RealSSD 109,66 € 213,92 €

Die Preisgestaltung des RevoDrive bekräftigt unsere Aussage. Je nach Kapazität kostet ein RevoDrive mit ähnlicher oder gleicher Kapazität bis zu 70 Euro mehr als eine Vertex 2 Extended. Auch im Vergleich zu Crucials RealSSD C300 ist das RevoDrive angesichts der real ermittelten Leistung zu teuer.

Abschließend wollen wir aber doch noch ein paar wohlwollende Worte zum RevoDrive finden. Das Konzept einer bootfähigen PCIe-SSD, die auf Kabel vollständig verzichten kann, könnte durchaus Vorteile bieten. Die Kombination mit einem besseren RAID-Controller mit großem Cache wäre sicherlich nicht nur für den Unternehmensbereich interessant. Des Weiteren können wir mit unseren Tests, die die Realleistung in einem „normalen“ Desktop-PC aufzeigen sollen, keine Aussage darüber treffen, ob das RevoDrive in Servern oder Anwendungsgebieten mit sehr hohen Datenträgerlast nicht doch Vorteile gegenüber einer einfach SATA-SSD mit dem aktuellen SandForce-Controller bringt.

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