4/10 Seasonic X-400FL Fanless im Test : Passiv gekühlte 400 Watt

, 179 Kommentare

Innenraum

Der erste Blick in das Gerät präsentiert ein äußerst aufgeräumtes Bild, was nicht zuletzt daran liegt, dass Seasonic zwei besondere Techniken einsetzt, auf die wir in diesem Abschnitt noch näher eingehen werden. Als Basis dient, wie hätte es anders sein können, eine vorteilhafte Glasfaserplatine.

Seasonic X-400FL – Übersicht
Seasonic X-400FL – Übersicht

Direkt am Kaltgerätekabelanschluss hat Seasonic dem X-400FL einen hochwertigen Netzfilter spendiert, welcher mehrere Filterbausteine in sich vereint und sonst hauptsächlich in Server-Netzteilen zu finden ist. Daneben zeigen sich ein erster X-Kondensator sowie zwei Y-Kondensatoren. An einen MOV als passiven Überspannungsschutz wurde gedacht.

Seasonic X-400FL
Seasonic X-400FL

Die Umwandlung der Wechselspannung in Gleichspannung übernehmen zwei GBJ1506-Gleichrichterbrücken. Dahinter setzt sich die Filterung mit einem weiteren X-Kondensator fort. Im PFC-Bereich wartet ein sehr aufwändiger Kühlkörper mit einer breiten Auffächerung und kleinen Rillen zur Vergrößerung der Oberfläche auf uns, an dem eine Diode und drei Transistoren befestigt sind. Letztere dienen der Regelung des Ladungsflusses zur PFC-Spule.

Seasonic X-400FL – Primärer Bereich
Seasonic X-400FL – Primärer Bereich

Als Primärkondensator setzt Seasonic auf ein bis 105 °C spezifiziertes Modell von Nippon-Chemicon aus Japan. Die Kapazität beträgt 390 Mikrofarad bei einer Spannungsfestigkeit von 420 Volt.

Seasonic X-400FL – Primärkondensator
Seasonic X-400FL – Primärkondensator

Um Verluste bei den nachfolgenden Schalttransistoren, welche die Spannung auf ein höheres Frequenzniveau zerhacken, zu minimieren und damit die Effizienz zu steigern, setzt Seasonic auf die mittlerweile recht bekannte Technik des LLC-Resonanzwandlers. Die Steuerung dieses Vorgangs übernimmt ein CM6901-Controller von Champion Micro.

Die Transistoren zur finalen Gleichrichtung der +12-V-Spannung sind auf eine ganz spezielle Art und Weise platziert: sie befinden sich auf der Unterseite der Platine. Diese Tatsache erklärt auch, weshalb in der Mitte des Gerätes mehrere silberne Kühlkörper scheinbar sinnlos in der Platine stecken.

Seasonic X-400FL – Transistoren
Seasonic X-400FL – Transistoren

Der LLC-Resonanzwandler führt neben der Effizienzsteigerung noch einen weiteren bedeutenden Vorteil mit sich: eine Verringerung der elektromagnetischen Interferenzen (EMV). Dadurch können beispielsweise die Spulen im sekundären Bereich entfallen. Dort haben einige hochwertige Feststoffkondensatoren gepaart mit wenigen herkömmlichen Modellen von Nippon-Chemicon (Temperaturspezifikation: 105 °C) die Aufgabe der Spannungsglättung.

Seasonic X-400FL – Feststoffkondensatoren
Seasonic X-400FL – Feststoffkondensatoren

Kommen wir nun zu einer sehr cleveren und aufwändigen Idee der Seasonic-Ingenieure, auf die wahrscheinlich viele Hersteller neidisch blicken werden. Die Rede ist von einer Platzierung der Gleichspannungswandler auf der Kabelmanagementplatine. Dadurch führt nur noch ein einziges Kabel (mit +12 V) durch das Gerät. Die restlichen Stränge für +3,3 V oder +5 V entfallen, da zwischen den Gleichspannungswandlern, welche diese Spannungen aus +12 V erzeugen, und den Buchsen für die modularen Kabel keine Distanz mehr überbrückt werden muss. Diese Technik ermöglicht neben einem aufgeräumteren Bild des Netzteiles auch eine erhöhte Effizienz durch die nun geringeren Widerstände.

Seasonic X-400FL – DC-DC-Technik
Seasonic X-400FL – DC-DC-Technik

Zur besseren Kühlung haben die Controller und Transistoren auf der zum Netzteilinneren zugewandten Seite der Kabelmanagement-/DC-DC-Platine eine Kupferplatte spendiert bekommen.

Seasonic X-400FL – Kühlplatte
Seasonic X-400FL – Kühlplatte

Auf der nächsten Seite: Chroma-Teststation