3/3 1. Politiker-LAN im Bundestag : Am Ende bleibt die Hoffnung

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Abspann: Hoffnung auf den zweiten Teil

Es hätte die erste Politiker-LAN sein sollen, doch Politiker gab es an den Spielestationen kaum zu sehen. Ein erstes, wenn auch überspitzt formuliertes Zwischenfazit könnte daher sein, die gestrige Veranstaltung einfach rückwirkend in „Medienvertreter-LAN“ umzubenennen oder zumindest die Tatsache, dass sich vor allem Politiker der 2. Reihe hervortun konnten, zu betonen. Tatsächlich muss sich aber erst noch zeigen, welchen weiteren Verlauf die Diskussion um PC- und Konsolenspiele nach dem gestrigen Abend nimmt.

Denn auch das sollte nicht unbeachtet bleiben: Mit der 1. Politiker-LAN wurde ein Präzedenzfall geschaffen, der Vorbild für weitere Veranstaltungen dieser Art sein soll. Schon am Mittwoch betonten die Initiatoren sowie die Organisationspartner, dass sie sich weitere Auflagen der Politiker-LAN wünschen würden und diese Fortsetzungen aktiv vorantreiben wollten. Denkbar seien zudem kleinere Veranstaltungen in den jeweiligen Landtägen, ähnlich, wie es auch im bayerischen Landtag bereits umgesetzt wurde. Hierbei wäre zu hoffen, dass mit weiteren Veranstaltungen dann doch endlich der Druck auf jene Politiker wächst, die sich gestern einer Annäherung und sachlichen Diskussion verschlossen.

Zugleich muss abgewartet werden, wie die gestern auf der Politiker-LAN vertretenen Medien, zu denen auch jene gehören, die nicht ausschließlich mit PC- und Videospielen hantieren, mit der Initiative umgehen. Aus dem Verhalten einiger Medienvertreter konnte man genau den Kennenlerneffekt herauslesen, den sich Bär, Schulz und Höferlin für ihre Bundestagskollegen erhofft hatten. Sollte sich daraus auch eine weitere Versachlichung der in den Medien geführten Debatte über die Einflüsse von Videospielen auf die Gesellschaft ergeben, so könnte dies Rückkopplungen auf die Politik erzeugen, die dann nicht mehr mit simplen Phrasen einer komplexen Thematik begegnen kann, ohne plump dazustehen.

1. Politiker-LAN im Deutschen Bundestag

Gleichwohl muss aber auch von Seiten der Spieler zu einer sachlichen Diskussion beigetragen werden. Zu einer objektiven Diskussion gehört nämlich auch, dass nicht nur alle weiteren Gründe außer PC- und Konsolenspielen für ein suchtähnliches Verhalten oder für gewalttätiges, im schlimmsten Fall sogar tödliches Handeln gesucht und aktzeptiert werden. Es ist ebenso wichtig, dass dabei auch der Einfluss von Computerspielen als einer von vielen Faktoren in angemessener Weise Beachtung findet und eben nicht bagatellisiert wird.

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