3/4 Ansatz und Methodik : So testet ComputerBase PC-Gehäuse

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Das neue Testsystem

Bei der Zusammenstellung des neuen Testsystems setzen wir ganz bewusst auf Komponenten, die der Mittelklasse angehören und in ähnlicher Form bei vielen Lesern im Einsatz sein dürften. Das Wichtigste ist jedoch, dass nun zwei identische Testsysteme zur Verfügung stehen und somit eine möglichst gleiche Ausgangssituation für die Tests unterschiedlicher Redakteure geschaffen wurde.

Wenn es in einem Gehäusetest ausnahmsweise nicht um das Gehäuse sondern die Hardware geht, die später in unterschiedlichsten Testkandidaten verbaut werden soll, eignet sich am besten ein „Bench Table“ zur Präsentation. Außerdem sollten im Vorfeld in immer gleicher Umgebung verschiedene Belastungstests durchgeführt werden. Aus diesem Grund haben wir uns für den „DimasTech Bench Table Easy V2.5“ entschieden, der einerseits alle notwendigen Halterungen für unser zukünftiges Testsystem bietet und andererseits auf zusätzliche Belüftung verzichtet. Nach raschem Aufbau des Bench Tables konnten wir bereits unser Testsystem verbauen und in einigen Impressionen einfangen.

Testsystem für Gehäusetests
Testsystem für Gehäusetests
Testsystem für Gehäusetests
Testsystem für Gehäusetests
Testsystem für Gehäusetests
Testsystem für Gehäusetests
Testsystem für Gehäusetests
Testsystem für Gehäusetests
Testsystem für Gehäusetests

Das „Hertz-Stück“ bildet dabei ein AMD Phenom II X3 740 Black Edition für Sockel AM3. Die drei Kerne der CPU takten jeweils mit flotten 3 GHz und erzeugen mit einer Verlustleistung von 95 Watt (verglichen mit aktuell am Markt erhältlichen Prozessoren) genug Abwärme, um die Testprobanden auf Temperatur zu bringen. Eine Situation, die vermutlich in vielen der hiesigen Arbeitszimmer vorzufinden sein wird und unter anderem dem durchschnittlichen Niveau von Intels aktueller Sandy-Bridge-Plattform entspricht. Um den Phenom II X3 740 BE adäquat zu kühlen, schnallen wir einen „Super Mega“ aus dem Hause Prolimatech auf das Mainboard. Der 980 Gramm schwere CPU-Kühler besteht aus Aluminium und Kupferlamellen und besitzt einen vernickelten Kupferboden. Um die Kompatibilität mit dem Sockel AM3 sicherzustellen, ist ein spezielles Adapter-Kit nötig.

AMD Phenom II X3 740 Black Edition
AMD Phenom II X3 740 Black Edition

Während des Testbetriebs setzen wir auf ein einzelnes 120-mm-Exemplar. Dabei handelt es sich um einen Alpenföhn „Föhn 120 Wing Boost“. Dieser Silent PWM-Lüfter verfügt über eine spezielle Blattgeometrie, die Verwirbelungsgeräuschen entgegenwirken soll. Um eventuell aufkommende Vibrationen zu unterdrücken, wurde der Rahmen des Lüfters mit einem dicken und weichen Gummiüberzug versehen. Da es in einigen µATX-Gehäusen jedoch mit diesem großen Kühler zu Platzproblemen kommen kann, haben wir noch eine Ausweichmöglichkeit auf den bereits bekannten Scythe Big Shuriken.

Prolimatech Super Mega und Scythe Big Shuriken
Prolimatech Super Mega und Scythe Big Shuriken

Bei den Hauptplatinen verwenden wir Modelle des Herstellers Foxconn. Für ATX-Gehäuse steht uns dabei das A88GA-S zur Verfügung, während der Micro-ATX-Formfaktor durch ein A88GM-Deluxe abgedeckt wird. Beide Boards besitzen den modernen 880G-Chipsatz von AMD. Auf extrem umfangreich ausgestattete Mainboards mit vielen Übertaktungsmöglichkeiten haben wir absichtlich verzichtet, da Overclocking nicht auf der Agenda steht. Viel mehr lag das Hauptaugenmerk auf einem soliden Unterbau, der einen langfristig stabilen Testbetrieb gewährleistet. Für Mini-ITX-Gehäuse setzen wir auch in Zukunft (zumindest so lange bis eine mini-ITX-Platine aus dem Hause Foxconn verfügbar ist, die in unsere Modellreihe passt und unseren Prozessor sowie Grafikkarte aufnehmen kann) auf das bewährte Zotac GeForce 9300-ITX WiFi mit einem Intel Core 2 Duo E8600.

Foxconn A88GA-S mit CPU und RAM
Foxconn A88GA-S mit CPU und RAM
Foxconn A88GM-Deluxe mit CPU und RAM
Foxconn A88GM-Deluxe mit CPU und RAM
Foxconn A88GA-S
Foxconn A88GA-S
Foxconn A88GM-Deluxe
Foxconn A88GM-Deluxe

Kein Rechner läuft ohne vernünftigen Arbeitsspeicher, das ist klar. Daher wird das Testsystem von zwei 2-GB-DDR3-1600-Modulen aus der bekannten Corsair Dominator Serie befeuert. Das Markenzeichen der Speicherriegel sind die auffällig ausladenden schwarzen Heatspreader. Bei akutem Platzmangel kann der obere Teil mit dem Kühlfinnen ohne Garantieverlust entfernt werden. Nach der Umbaumaßnahme haben die Module eine normale Bauhöhe und sollten auch in beengten Räumlichkeiten keine Probleme mehr bereiten.

Corsair Dominator DDR3-1600
Corsair Dominator DDR3-1600

Als Massenspeicher haben wir uns für eine Samsung Spinpoint F3 mit einer Speicherkapazität von 1 TB entschieden. Die Platten dieser Baureihe weisen allgemein ein gutes Preis-Leistungs-Verhältniss auf, sie überzeugen durch ein niedriges Laufgeräusch und einen verhältnismäßig hohen Datendurchsatz. Die Preise für Solid State Drives gehen immer mehr in den Keller und werden so für immer mehr Endanwender interessant, viele Gehäusehersteller haben den Trend frühzeitig erkannt und statten ihre Produkte mit speziellen Einbauplätzen aus. Auch ComputerBase möchte sich besagtem Trend nicht verschließen und setzt bei zukünftigen Gehäuse-Reviews ein entsprechendes Laufwerk ein. Dabei handelt es sich um ein 2,5“-Modell aus der Corsair Nova Serie mit einem Fassungsvermögen von 32 GB. Die SSD gehört mit ihrem „Indilinx-Barefoot“ Controller nicht zu den schnellsten Modellen auf dem Markt, gilt aber als robust und langlebig und genau darauf kommt es in diesem Fall an. Ganz bewusst gehen wir an dieser Stelle den Konflikt mit Gehäusen ein, die keine Befestigungsmöglichkeit für 2,5"-Festplatten bieten, haben jedoch zur Not die Möglichkeit den Flash-Speicher über den beiliegenden 3,5"-Adapter zu verbauen.

Samsung Spinpoint F3 und Corsair Nova V32
Samsung Spinpoint F3 und Corsair Nova V32

Die Bildausgabe des Testsystems übernimmt eine AMD Radeon HD 6850, die Mittelklasse Grafikkarte bietet dabei eine brauchbare Leistung zu einem günstigen Preis. Damit der Pixelbeschleuniger möglichst dezent im Hintergrund bleibt, wird der Standardkühler gegen einen Arctic Cooling „Accelero Twin Turbo Pro“ ersetzt. Durch seine beiden großen 92-mm-Axiallüfter verfügt der Kühler über einen hohen Luftdurchsatz und verrichtet dennoch leise seine Arbeit.

HIS Radeon HD 6850
HIS Radeon HD 6850

Für die Spannungsversorgung zeichnet sich ein AX750-Netzteil aus Corsairs Professional Serie verantwortlich. Der 80Plus Gold zertifizierte Stromspender liefert eine Maximalleistung von 750 Watt und verfügt über ein vollständig modulares Kabelmanagement. Laut Hersteller bietet das Netzteil bereits 90 Prozent Effizienz bei halber Last und erzeugt eine minimale Abwärme. Genau diese geringe Abwärme prädestiniert das Netzteil für dieses Testsystem. Auf diese Weise ist es möglich, dass das Netzteil bis zu einer Belastung von 20 Prozent komplett passiv arbeitet. Wie im Laufe dieses Artikels zu sehen sein wird, stört der Lüfter des Netzteils somit nicht unsere Lautstärkemessungen.

Corsair AX750
Corsair AX750
Corsair AX750
Corsair AX750
Lamptron FC5 Lüftersteuerung
Lamptron FC5 Lüftersteuerung
Lamptron FC5 Lüftersteuerung
Lamptron FC5 Lüftersteuerung

Zu guter Letzt vervollständigt ein Lamptron FC5 Lüftercontroller die Ausstattung des Testsystems. Die moderne Steuerung verfügt über vier Kanäle und kann die angeschlossenen Ventilatoren im Bereich von null bis zwölf Volt stufenlos regeln. Sehr praktisch für den Testalltag sind die Anzeige von Umdrehungsgeschwindigkeit und der anliegenden Spannung. So ist es nun auch leicht möglich, die oft gewünschte Anlaufspannung der Lüfter zu ermitteln. Bei Lüftern mit großem 4pol-Molex-Stecker wird dies allerdings auch weiterhin nicht möglich sein, da der Lüftercontroller nicht über entsprechende Anschlüsse verfügt.

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