News : DENIC-Statistiken zur .de-Domaindichte 2010

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Die deutsche Domain-Registratur DENIC hat ihre Domainstatistiken für 2010 veröffentlicht. Die höchste Dichte an .de-Domains aller Städte fand sich in Osnabrück. Auf 1.000 Einwohner kamen jeweils 591 Domains. Auf den Plätzen Zwei und Drei folgen mit binnen Jahresfrist gewachsenem Abstand München (432) und Bonn (393).

Bei den Landkreisen führt erneut Amberg-Sulzbach (715) vor Freising (399) und Starnberg (357), die allesamt einen großen Sprung nach vorne machten. Unter den Bundesländern liegt der Stadtstaat Hamburg mit 286 Domains je 1.000 Einwohner weiterhin unangefochten vor Berlin (229). Den dritten Platz im Spitzentrio hält das Flächenland Bayern (193), während Sachsen-Anhalt mit lediglich 68 Domains je 1.000 Einwohner nach wie vor das Schlusslicht markiert. Das Domainwachstum 2009/2010 betrug im Bundesdurchschnitt 6,4 Prozent gegenüber 7,1 Prozent im Zeitraum 2008/2009, was einen Zuwachs um rund 775.000 (Vorjahr: 770.000) auf rund 12.810.000 .de-Domains Ende 2010 bedeutet. Zu dieser Zahl addieren sich noch mehr als 800.000 Domains von Inhabern mit Wohnsitz im Ausland. Dies entspricht rund 5,8 Prozent des gesamten Domainbestandes unter .de.

Statistisch betrachtet hat daraus folgend etwa jeder sechste Einwohner der Bundesrepublik eine .de-Domain registriert (15,7 gegenüber 14,7 Prozent im Vorjahr). Deutschland belegt damit im europäischen Vergleich hinter den Niederlanden, Dänemark und der Schweiz nach wie vor den vierten Rang. Alle Zahlen basieren auf einer Auswertung der Domaindatenbank der deutschen Registrierungsstelle DENIC mit Stand vom 31. Dezember 2010 und führen die regionalen Domainstatistiken fort, die DENIC seit 1995 jährlich aktualisiert.

Domains absolut
Domains absolut

Der Osten liegt in absoluten Zahlen weiterhin hinten

Insgesamt betrachtet setzt sich wie schon in den Vorjahren der deutliche Unterschied in der Domainnutzung zwischen Städten und Kreisen der alten und der neuen Bundesländer fort, wenn auch weniger deutlich. Trotz teils zweistelliger Zuwachsraten wird der Bundesdurchschnitt von 157 .de-Domains je 1.000 Einwohner mit Ausnahme von Berlin, das eine Domaindichte von 229 Domains je 1.000 Einwohner aufweist, im Osten einzig von Leipzig und Potsdam mit Werten von 243 bzw. 203 übertroffen. Domainhochburgen bleiben die westdeutschen Metropolregionen mit den Großräumen München und Hamburg sowie die Rheinschiene, die Region um Hannover und das Rhein-Main-Gebiet. Mit den Rängen 10 und 18 bei den absoluten Domainbeständen haben sich Sachsens Oberzentren Leipzig und Dresden indes fest in der Spitzengruppe etabliert. Ähnlich starken Aufwind erleben zudem Mittelsachsen und der Erzgebirgskreis.

Regionale Verteilung der .de-Domains in Deutschland
Position 2010 Domains 2009 Domains
1 Berlin 786.827 Berlin 731.430
2 München 574.687 München 510.507
3 Hamburg 506.829 Hamburg 481.365
4 Köln 304.465 Köln 287.579
5 Region Hannover 195.268 Frankfurt am Main 188.080
6 Frankfurt am Main 190.729 Region Hannover 185.814
7 Düsseldorf 178.295 Düsseldorf 169.726
8 Nürnberg 155.717 Nürnberg 152.502
9 Stuttgart 154.323 Stuttgart 141.948
10 Leipzig 126.106 Bonn 119.611
11 Bonn 125.652 Rhein-Sieg-Kreis 103.355
12 Rhein-Sieg-Kreis 110.368 Leipzig 100.376
13 Kreis München 103.452 Kreis München 94.773
14 Essen 98.295 Essen 92.050
15 Kreis Esslingen 97.408 Kreis Esslingen 91.614
16 Osnabrück 96.709 Dresden 89.547
17 Städteregion Aachen 92.945 Rhein-Kreis Neuss 85.246
18 Dresden 91.735 Bremen 85.056
19 Bremen 89.842 Wuppertal 84.243
20 Wuppertal 88.606 Dortmund 81.539

Im Ländervergleich höhere Wachstumsraten im Osten

Ein Blick auf die Wachstumsraten auf Bundesländerebene zeigt ein etwas anderes Bild und bestätigt den generellen Aufwärtstrend im Osten: Alle ostdeutschen Gebiete einschließlich Berlin befinden sich unter den Top 10 der am schnellsten wachsenden Domainregionen und liegen über oder gleichauf mit dem Bundesdurchschnitt von 6,4 Prozent. Unverändert stark präsentiert sich vor allem Sachsen mit einem Plus von 10,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, gefolgt von Bayern mit 8,5 Prozent und Schleswig-Holstein mit 8,3 Prozent. Mit dem letzten Platz begnügen musste sich 2010 Hessen, das mit einem Plus von nur 3,6 Prozent das Vorjahresschlusslicht Hamburg ablöste.

Bezogen auf die Bevölkerungszahl liegt der Stadtstaat Hamburg mit 286 Domains pro 1.000 Einwohner allerdings weiterhin unangefochten an der Spitze. Ihm folgt das Bundesland Berlin mit 229 Domains pro 1.000 Einwohner. Domaindichten über dem Durchschnittswert von 157 .de-Domains pro 1.000 Einwohner verzeichnen ebenfalls die Flächenländer Bayern (193), Hessen (171) sowie Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein (mit 161 gleichauf). Die relativ gesehen wenigsten .de-Domains gibt es nach wie vor in Sachsen-Anhalt mit lediglich 68 Domains pro 1.000 Einwohner.

Domains pro 1.000 Einwohner
Domains pro 1.000 Einwohner

Wachstumsraten der Kommunen

Die höchste Zuwachsrate im kommunalen Vergleich verbuchte die kreisfreie Stadt Coburg mit 130 Prozent, gefolgt von Ansbach mit 67 Prozent. Den dritten Platz teilen sich der Sieger der Vorjahre – der Landkreis Amberg-Sulzbach – sowie Memmingen mit je rund 50 Prozent. Auf dem vierten Platz liegt mit 39,7 Prozent die Vulkaneifel, dahinter der Kreis Starnberg mit 34,6 Prozent. Zweistellige Zuwachsraten bei den lokalen Domains verzeichneten insgesamt 48 Kreise und Gemeinden (gegenüber 82 im Vorjahr), 15 (2009: 22) von ihnen konnten sogar um mehr als 20 Prozent zulegen. Bei den absoluten Domainzahlen hat sich im Spitzentrio der vergangenen Jahre keine Veränderung ergeben: Während Berlin mit rund 787.000 Domains (plus 7,2 Prozent) im absolut betrachtet weiterhin klar dominiert, konnte München seinen Vorsprung gegenüber Hamburg weiter festigen. Mit rund 575.000 Domains (ein Zuwachs von 12,3 Prozent) ließ die Bayernmetropole die Hanseaten, die über rund 507.000 Einträge verfügen, erneut klar hinter sich, wenngleich das Wachstum an der Elbe wieder angezogen hat (eine Steigerung um 5,2 Prozent gegenüber 1,1 Prozent im Vorjahr). Boomtown unter den großen Städten ist Leipzig: Die Stadt steigerte sich binnen Jahresfrist um 24,8 Prozent von 100.376 auf 126.106 Domains

Knapp 5,8 Prozent der Domainbesitzer aus dem Ausland

Auch außerhalb Deutschlands ist die Popularität von .de-Domains nach wie vor ungebrochen: Mehr als 800.000 – und damit knapp 5,8 Prozent – aller Domaininhaber hatten Ende 2010 ihren Wohnsitz jenseits der Grenzen. Die vorderen Plätze bei den Herkunftsländern belegten die Schweiz, die sich mit über 100.000 Domains erstmals an die Spitze setzte, gefolgt von Großbritannien, den USA und den von Rang 1 auf 4 abgerutschten Vereinigten Arabischen Emiraten mit je über 80.000 Domains.