Radeon HD 6670 im Test : Sinnvolle Erweiterung von AMD mit zu hohem Preis

, 118 Kommentare
Radeon HD 6670 im Test: Sinnvolle Erweiterung von AMD mit zu hohem Preis

AMD hat die „Radeon HD 6000“-Serie schon stark ausgebaut und in beinahe sämtlichen Preis- und Leistungsklassen gibt es mindestens einen Vertreter, der die Konkurrenz in Schach halten soll. Nachdem das Performance- und das High-End-Segment den Anfang gemacht haben, folgte erst vor kurzem die kleinste Low-End-Variante namens Radeon HD 6450, die primär für den Einsatz in einem HTPC gedacht ist.

Und dementsprechend fehlt eigentlich nur noch Vertreter für das obere Low-End- sowie das untere Mid-Range-Segment, die beide am heutigen Tage auf die Öffentlichkeit losgelassen werden. Um die Radeon HD 6570 werden wir uns später gesondert kümmern, heute konzentrieren wir uns dagegen auf die interessantere Radeon HD 6670. Denn der 3D-Beschleuniger soll für unter 100 Euro die meisten 3D-Titel, solange die Anforderungen nicht hoch sind, flüssig wiedergeben können.

Um zu überprüfen, ob das den Tatsachen entspricht und inwieweit die Grafikkarte die Radeon HD 5670 schlägt, haben wir ein Referenzdesign der Radeon HD 6670 in unseren Test eingeladen.

Technische Eckdaten

Die Radeon HD 6670 basiert auf der neu entwickelten „Turks“-GPU, die eine kleine Weiterentwicklung vom Redwood-Vorgänger darstellt, der auf der Radeon HD 5670 eingesetzt wird. Turks wird im 40-nm-Verfahren bei TSMC hergestellt und setzt sich aus 716 Millionen Transistoren zusammen – rund 100 Millionen mehr als bei Redwood.

Die größere Zahl ist unter anderem durch einige Verbesserungen im Rechenkern zu erklären. So kommt „Turks“ mit den Modifizierungen der „Barts“-Generation daher, sprich mit einem besseren Tessellator und dem Unified Video Decoder der dritten Generation. Zusätzlich kann die Radeon HD 6670, bei entsprechender Anschlussbestückung, maximal vier Monitore gleichzeitig im Eyefinity-Modus ansteuern.

Turks Architecture Diagram
Turks Architecture Diagram

Auf dem „Turks“ gibt es sechs SIMD-Einheiten, die auf der Radeon HD 6670 vollständig aktiviert sind. Pro SIMD gibt es 16 Shader-Cluster, die jeweils fünf einzelne ALUs beinhalten, die pro Takt ein MADD berechnen können. Dementsprechend kommt man auf 96 5D-Shadereinheiten oder 480 einzelne ALUs.

An jedem SIMD ist zudem ein Shader-Cluster mit vier vollwertigen Textureinheiten angeschlossen. Jede davon kann pro Takt einen Pixel adressieren und texturieren. 24 Texture Mapping Units ist die endgültige Anzahl.

Turks-GPU
Turks-GPU

„Turks“ vertraut auf ein 128 Bit breites Speicherinterface, das durch zwei 64 Bit Speichercontroller erzeugt wird. Pro Controller gibt es eine ROP-Partition mit vier ROPs, womit insgesamt acht ROPs verbaut werden. Das lässt, je nach Wahl des Boardpartners, eine Speichergröße von 512 MB oder 1.024 MB zu, wobei es sich um GDDR5-Speicher handelt.

Dieser taktet auf der Radeon HD 6670 mit 2.000 MHz, während die eigentliche GPU mit 800 MHz angesteuert wird. Unter Windows soll die Grafikkarte zwölf Watt aus der Steckdose ziehen, unter Last höchstens 66 Watt – das macht einen separaten Stromanschluss unnötig.

GeForce
GTS 450
Radeon
HD 5670
Radeon
HD 6570
Radeon
HD 6670
Radeon
HD 5750
Logo Nvidia-Logo AMD-Logo AMD-Logo AMD-Logo AMD-Logo
Chip GF106 Redwood Turks Turks Juniper
Transistoren ca. 1,17 Mrd. ca. 627 Mio. ca. 716 Mio. ca. 716 Mio. ca. 1,04 Mrd.
Fertigung 40 nm 40 nm 40 nm 40 nm 40 nm
Chiptakt 783 MHz 775 MHz 650 MHz 800 MHz 700 MHz
Shadertakt 1.566 MHz 775 MHz 650 MHz 800 MHz 700 MHz
Shader-Einheiten
(MADD)
192 (1D) 80 (5D) 96 (5D) 96 (5D) 144 (5D)
FLOPs (MAD) 601 GFLOPs 620 GFLOPs 624 GFLOPs 768 GFLOPs 1.008 GFLOPs
ROPs 16 8 8 8 16
Pixelfüllrate 12.528 MPix/s 6.200 MPix/s 5.200 MPix/s 6.400 MPix/s 11.200 MPix/s
TMUs 32 20 24 24 36
TAUs 32 20 24 24 36
Texelfüllrate 25.056 MTex/s 15.500 MTex/s 15.600 MTex/s 19.600 MTex/s 25.200 MTex/s
Shader-Model SM 5 SM 5 SM 5 SM 5 SM 5
Hybrid-CF/-SLI X X X X X
effektive Windows
Stromsparfunktion
Speichermenge 1.024 MB GDDR5 512 MB GDDR5 512/1.024 MB
DDR3/GDDR5
512/1.024 MB GDDR5 1.024 MB GDDR5
Speichertakt 1.804 MHz 2.000 MHz 900 MHz
1.800-2.000 MHz
2.000 MHz 2.300 MHz
Speicherinterface 128 Bit 128 Bit 128 Bit 128 Bit 128 Bit
Speicherbandbreite 57.728 MB/s 64.000 MB/s 28.800 MB/s
57.600-64.000 MB/s
64.000 MB/s 73.660 MB/s
Stromangaben
Typisch/Maximal
106/? Watt 61/? Watt 44/? Watt (DDR3)
60/? (GDDR5)
66/? Watt 86/? Watt

Auf der nächsten Seite: Der Testkandidat