4/5 Dell Venue Pro im Test : Riese mit Windows Phone und viel Potential

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Multimedia

Das Dell Venue Pro ist mit Sicherheit nicht als klassisches Multimedia-Smartphone zu bezeichnen, grundlegende Wünsche werden aber durchaus bedient. Dies wird bereits bei der Betrachtung der Fotoqualität deutlich. In dieser Hinsicht lässt sich die 5-Megapixel-Kamera des DVP als gerade noch durchschnittliches Mittelmaß beschreiben, da Fotos in noch akzeptabler, aber keinesfalls imposanter Schnappschuss-Qualität gelingen. Videos können in bis zu 720p aufgenommen werden – die teils etwas grobkörnigen Ergebnisse dürften auch in diesem Fall nur rudimentären Ansprüchen genügen.

Mäßige Fotoqualität des DVP
Mäßige Fotoqualität des DVP

Sieht man vom bereits erwähnten heftigen „Schminkkasteneffekt“ ab, kann man dem DVP dank des guten Displays zudem durchaus bescheinigen, als portables Video-Abspielgerät zu taugen. Dies wird durch die angenehme Display-Größe (4,1 Zoll) verstärkt, wobei diese in Verbindung mit dem satten Gewicht von 193 Gramm natürlich auch zu einer nicht gerade idealen Portabilität beiträgt. Hier muss der potentielle Nutzer wie so oft selbst entscheiden, wo die Prioritäten liegen.

Schade ist, dass die leicht blecherne Ausgabe-Qualität der verbauten Lautsprecher zu wünschen übrig lässt, was aber dadurch relativiert wird, dass man Videos ohnehin am ehesten über per 3,5-mm-Klinkenbuchse mitgeführte Kopfhörer abspielen wird. Eingeschränkt wird der Nutzen an dieser Stelle aber zudem durch die mangelnden Ausgabe-Möglichkeiten: Das Fehlen von HDMI und DLNA unterstreicht, dass man es beim DVP definitiv nicht mit einem speziell auf Multimedia-Aspekte ausgelegtes Smartphone zu tun hat.

YouTube-Video: ComputerBase-Test: Dell Venue Pro - Videoqualität

Kurzes Beispiel: DVP-Videoqualität

Zu den Stärken von WP 7 zählt dafür weiterhin die ordentliche Office Suite, mit der man OneNote-, Word-, Excel- und Powerpoint-Dokumente sowohl öffnen als auch bearbeiten kann. Dies wiegt umso mehr, seitdem Microsoft endlich das „Copy & Paste“-Desaster aus der Welt geschafft hat. Etwas umständlich ist nach wie vor die Anbindung an SharePoint; hier wird erst die wohl für Herbst geplante Version „Mango“ durch die Kopplung mit dem Microsoft-Cloud-Dienst „SkyDrive“ für mehr Komfort sorgen.

Websurfen macht auf der mobilen Variante des Desktop-IE-7 nach wie vor überraschend viel Spaß. Sieht man von manchen Darstellungsproblemen ab, kann man sich auch auf dem DVP über flüssiges Hin- und Herzoomen eine gute Visualisierung und schnelle Ladezeiten freuen: Die Mobi-Variante von ComputerBase wird auf dem Gerät in akzeptablen vier Sekunden geladen. Getrübt wird der gute Eindruck weiterhin dadurch, dass derzeit weder Flash noch HTML5 unterstützt werden – auch hier wird „Mango“ mit Internet Explorer 9 und HTML5-Unterstützung einen weiteren Schritt in die richtige Richtung bedeuten.

Websurfen auf dem DVP
Websurfen auf dem DVP

Die Ortung via GPS funktioniert weitgehend reibungslos: Ein zentral gelegener Standort wird in wenigen Sekunden ermittelt, wobei die Genauigkeit der Bestimmung mit einem Radius von 20 bis 30 Metern noch als „akzeptabel“ bezeichnet werden kann.

Kommunikation

In Sachen Kommunikation bewegt sich das Dell Venue Pro auf gängigem Niveau. Dementsprechend verfügt das Gerät über WLAN a/b/g und auch in puncto Bluetooth kommt die gängige Version 2.1 samt A2DP zur drahtlosen Übertragung von Stereosignalen zum Einsatz. Komplettiert wird die Ausstattung von UMTS inklusive HSDPA und HSUPA, sodass auch mobil theoretisch mit bis zu 7,2 Mb/s im Down- und 2 Mb/s beim Upload gearbeitet werden kann.

Laufzeiten

Offiziell soll der 1.400 mAh Akku des Dell Venue Pro Gesprächszeiten von bis zu sieben Stunden sowie Standby-Zeiten von bis zu 340 Stunden ermöglichen. Natürlich handelt es sich auch bei diesen Werten um Angaben, denen kaum sinnvoll nachgespürt werden kann.

Vielmehr sei an dieser Stelle vermerkt, dass das DVP in Sachen „Laufzeiten“ ebenfalls in der großen Masse verschwindet. So schafft es das Gerät bei einer moderaten, konventionellen Nutzung, gut anderthalb Arbeitstage ohne Steckdose auszukommen – wer viel mit seinem Smartphone herumspielt, wird das DVP allerdings spätestens am Abend für gut anderthalb Stunden entbehren müssen. Dies gilt insbesondere dann, wenn häufiger WLAN oder gar Bluetooth genutzt werden.

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