2/6 MS-Tech CA-0300 NG im Test : Das gibt es für 50 Euro von MS-Tech

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Lieferumfang und Daten

  • Material: Stahlblech und Kunststoff
  • Abmessungen: ca. 420 × 180 × 435mm (H × B × T)
  • Gewicht: ca. 6,5 kg
  • Vier 5,25"-Laufwerksschächte
  • Ein externer Schacht für 3,5"-Geräte
  • Vier Einbauplätze für 3,5" / 2,5"-Festplatten
  • Mainboard-Formfaktor: Mini-ITX, µATX, ATX
  • Frontanschlüsse: je eine USB-3.0 und eSATA-Schnittstelle, zwei USB-2.0-Ports und Buchsen für Kopfhörer und Mikrofon
Belüftungsmöglichkeiten
Position Anzahl Größe U/min Anschluss Staubfilter Anlaufspannung
Front 1 120 mm N/A 4pol-Molex Ja 3,1 V
Deckel
Linke Seite 2 120 mm N/A 4pol-Molex Ja 3,0 V
Rechte Seite
Heck 1 (optional) 120 mm
Boden

Viele Beigaben darf man in der Preisklasse um 50 Euro nicht erwarten, so bringt das MS-Tech CA-0300 NG dann auch lediglich die für den Zusammenbau nötigen Schrauben, einen Piezo-Speaker und einige Kabelbinder als Zubehör mit. Das sind zwar keine fürstlichen Beigaben, aber es reicht locker für den Einbau der Hardware aus und nur darauf kommt es letztlich auch an.

Die Montageanleitung war bisher immer eine Schwäche bei Gehäusen des Herstellers, mehr als ein schlecht kopierter und kaum entzifferbarer Zettel lag meist nicht bei. Hier hat MS-Tech nun nachgebessert und dem CA-0300 NG endlich eine brauchbare Anleitung spendiert! Sie ist als kleines Heftchen ausgeführt und führt den Anwender mithilfe vieler Zeichnungen durch die einzelnen Arbeitsschritte. Gerade der Laie wird sicher dankbar für diese doch deutlich verbesserte Anleitung sein.

Ausstattung außen

Wie bei den eher günstigeren Gehäusen üblich, besteht die Frontpartie des CA-0300 NG aus Kunststoff. Der Midi-Tower besitzt insgesamt vier 5,25"-Schächte. Deren Blenden sind aus Lochblech gefertigt und besitzen einen Staubfilter aus relativ dickem Schaumstoff. Auch an einen externen 3,5"-Schacht hat der Hersteller gedacht, dieser wird ja mittlerweile leider immer mehr zu einer Rarität. Der untere Bereich der Front wird schließlich von einem Lüftergitter beherrscht, hinter dem ein 120-mm-Lüfter seine Arbeit verrichtet.

Mit einem Ruck kann die Frontblende vom Chassis getrennt werden und gibt so den Blick auf den dahinter liegenden Ventilator frei. Ungewöhnlich ist dabei die Platzierung des Staubfilters, hier wurde er nicht wie üblich vor dem Lüfter sondern dahinter eingebaut. MS-Tech begründet diese Maßnahme damit, dass so die Beleuchtung so besser zur Geltung kommen würde. Wie auch immer, nach dem Lösen zweier Schrauben kann der Filter auch problemlos vor dem Ventilator befestigt werden. Der Staubfilter selbst besteht dabei aus engmaschigem Nylongeflecht und dürfte so den Luftdurchsatz nicht über Gebühr beeinflussen.

Die Frontanschlüsse finden sich, gut geschützt unter einer Schiebeabdeckung, in einem kleinen Kunststoffpodest, das sich an der Vorderseite des Deckels befindet. Abdeckungen, die man aufschieben kann, haben oftmals den Nachteil, dass sie sich verkanten. Beim CA-0300 NG hat der Hersteller aber seine Hausaufgaben gemacht: während des Tests traten zu keinem Zeitpunkt Probleme auf. Die Anschlussausstattung umfasst neben zwei USB-2.0-Ports sowie den üblichen 3,5-Millimeter-Buchsen für Mikrofon und Kopfhörer auch noch einen eSATA-Anschluss und sogar eine schnelle USB.3.0-Schnittstelle. Der restliche Deckel ist frei von jeglicher Öffnung. An der rechten Seitenwand zeigt sich ein ähnliches Bild, auch hier haben wir eine komplett glatte Fläche vor uns.

Anders sieht es dagegen an der linken Seite aus. Auf den ersten Blick erwecken die beiden runden Gitter den Eindruck, dass MS-Tech hier zwei Autolautsprecher eingebaut haben könnte. Doch weit gefehlt, befinden sich dahinter doch zwei weitere 120-mm-Lüfter. Mit einem Dreh entgegen dem Uhrzeiger können die beiden Abdeckungen abgenommen werden und zeigen gleiche noch eine Besonderheit: Staubfilter! Das bieten selbst die meisten Gehäuse nicht, die drei oder vier Mal so viel kosten wie das CA-0300 NG.

Am Heck geht es gleich interessant weiter, bietet der kleine Midi-Tower doch gleich vier Schlauchdurchführungen. Auch das ist in dieser Preisklasse ein Novum. Zusätzlich zu den drei im Lieferumfang befindlichen Ventilatoren kann an der Rückseite noch ein optionaler 120-mm-Lüfter eingebaut werden. Bei günstigen Gehäusen sind auch die Slotbleche immer mal wieder einen prüfenden Blick wert, MS-Tech spart hier nicht an der falschen Stelle und setzt auf wiederverwendbare Blenden.

Am Heck ist eine der großen Neuerungen zu erkennen, die das CA-0300 NG von seinem Vorgänger unterscheiden: das Netzteil befindet sich nun am Boden. Dementsprechend befindet sich an der Unterseite natürlich auch eine Öffnung, durch die der Stromgeber Frischluft ansaugen kann. Auch an einen Staubfilter aus Nylongeflecht, der mit Magneten am Blech befestigt wird, wurde gedacht. Leider kommen hier nur zwei Magnete zum Einsatz, was den Staubfilter etwas wackelig erscheinen lässt. Auch erscheint uns der Abstand zwischen Filter und Bodenblech mit knapp fünf Millimetern etwas hoch zu sein. Wir haben diesen Umstand MS-Tech bereits mitgeteilt und sind uns sicher, dass dieser Mangel abgestellt wird, so wie es bereits in der Vergangenheit der Fall war. Die Standfüße des CA-0300 NG bestehen aus Plastik mit einer dünnen Auflage aus weichem Gummi. Die Gummiauflage reicht zwar aus um Kratzer auf empfindlichen Bodenbelägen zu vermeiden, eine entkoppelnde Wirkung darf man aber eher nicht erwarten.

Die Verarbeitungsqualität ist für ein Gehäuse aus dem unteren Preisbereich eigentlich noch in Ordnung. Bemängeln müssen wir allerdings zum einen, dass die linke Seitenwand nicht bündig schließt, zum anderen die extrem schwergängigen Rändelschrauben an den beiden Seitenteilen. Die Lackierung ist dafür ohne Fehl und Tadel, hier könnte sich manch' anderer Hersteller eine dicke Scheibe abschneiden. Die Qualität des eingesetzten Kunststoffs geht ebenfalls in Ordnung, auch wenn MS-Tech natürlich gegen die mit einer leichten Gummierung versehenen Oberflächen eines BitFenix Shinobi das Nachsehen hat.

Ausstattung innen

Das Innenleben des CA-0300 NG wurde im Vergleich zum Vorgänger gründlich überarbeitet. Setzte MS-Tech früher noch auf einen etwas antiquierten Innenraum, hat der Hersteller hier tüchtig nachgelegt. Der Festplattenkäfig wurde nun um 90 Grad gedreht und erlaubt so den bequemen Einbau von bis zu vier Datenträgern. Die Befestigung erfolgt dabei jeweils mit vier Schrauben, die von unten in die Festplatte eingedreht werden. Während bei den 3,5"-Exemplaren eine Entkopplung durch Gummiringe erfolgt, muss man bei den kleinen 2,5"-Modellen auf dieses Feature verzichten. Die Festplattenschlitten selbst bestehen aus solidem, lackierten Stahlblech und kommen in ähnlicher Form auch bei Gehäusen von Antec und Fractal Design zum Einsatz. Bei den 5,25"-Einbauplätzen wurde hingegen nichts verändert. Auch das CA-0300 NG besitzt vier dieser Schächte, entsprechende Geräte werden mit vier speziellen Schrauben gesichert, die durch weiche Gummiringe gesteckt werden. Eine Entkopplung der 5,25"-Geräte findet man selbst bei hochpreisigen Modellen so gut wie nie vor!

Der Mainboardträger des CA-0300 NG besitzt die mittlerweile zum Standard avancierte Öffnung zur Montage eines CPU-Kühlers. Für Kabelmanagement bleiben zwischen Tray und rechter Seitenwand leider nur knapp drei Millimeter Raum. Am rechten Rand des Trägers wurde das Blech etwas in den Innenraum gezogen, so ergibt sich eine Art Kabelkanal, durch den man zumindest einige der Strippen verlegen kann. Durch diese Maßnahme erhöht sich das Platzangebot auf runde 1,6 Zentimeter. An der Rückseite befinden sich in besagtem Kanal noch einige Ösen, die die Fixierung der Kabel erleichtern.

Wie bereits erwähnt, findet das Netzteil am Boden seinen Platz. Hier liegt es auf vier weichen Auflagen aus Gummi auf, die für eine zumindest rudimentäre Entkopplung vom Chassis sorgen. Platz für weitere Lüfter gibt es am Bodenblech nicht. Ungewöhnlich bei einem Gehäuse, dessen Stromgeber sich am Boden befindet, ist der Umstand, dass auch am Deckel keinerlei Platz für Lüfter vorgesehen sind. Ein solcher kann dafür aber optional am Heck eingebaut werden. Die Slotbleche, die der Hersteller im CA-0300 NG verbaut, sind wiederverwendbar. Eines davon besitzt zwei ovale Löcher, durch die man den Typ-A-Stecker des vom Frontpanel kommenden USB-3.0-Kabels durchführen kann. Erweiterungskarten werden mit konventionellen Schrauben fixiert. Des mag zwar nicht der neueste Stand der Technik sein, dafür ist diese Befestigungsmethode sicher und langlebig.

Die Verarbeitung im Innenraum wäre eigentlich in Ordnung, wenn man nicht hier und da noch scharfe Kanten aufspüren könnte. Speziell bei der Aussparung für den I/O-Shield des Mainboards sollte man mit den Fingern etwas Vorsicht walten lassen. An dieser Stelle konnte man sich bereits bei beiden Vorgängermodellen vortrefflich blutige Fingerkuppen holen!

Die Lackierung ist hingegen auch im Innenraum sehr gut und gleichmäßig aufgetragen und gibt keinerlei Anlass zu Kritik.

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