2/6 NZXT Phantom 410 im Test : Das Erfolgsmodell auf Schrumpfkur

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Lieferumfang und Daten

  • Material: Stahlblech und Kunststoff
  • Abmessungen: ca. 215 × 520 × 532 mm (B × H × T)
  • Gewicht: ca. 8,7 kg
  • Drei 5,25"-Laufwerksschächte
  • Sechs Einbauplätze für 3,5" / 2,5"-Datenträger
  • Mainboard-Formfaktor: Mini-ITX, µATX, ATX
  • Frontanschlüsse: je zwei USB 3.0 und USB-2.0-Schnittstellen sowie 3,5-mm-Buchsen für Kopfhörer und Mikrofon
Belüftungsmöglichkeiten
Position Anzahl Größe U/min Anschluss Staub-
filter
Anlauf-
spannung
Front 1 (+ 1 optional) 120 mm 1200 3pin-Molex 5 V
Festplattenkäfig 1 (optional) 120 / 140 mm
Deckel 1 (+ 1 optional) 140 mm 1100 3pin-Molex 3,2 V
Linke Seite 1 (optional) 120 / 140 mm
Rechte Seite
Heck 1 120 mm 1200 3pin-Molex 4,8 V
Boden 1 (optional) 120 mm

Das Zubehör, das NZXT dem Phantom 410 beilegt, umfasst neben den für die Montage nötigen Schrauben noch 10 Kabelbinder, das war es dann auch schon. Mehr ist aber eigentlich auch nicht wirklich nötig, wenn auch vielleicht der ein oder andere Anwender einen Piezo-Speaker schmerzlich vermissen dürfte. Die Montageanleitung kommt als Faltblatt und enthält in komprimierter Form die wichtigsten Informationen, die man während des Zusammenbaus benötigt.

Ausstattung außen

Viele Interessenten wird es sicherlich freuen, das kleine Phantom 410 unterscheidet sich im Design nur marginal vom großen Bruder. Durch die geschrumpften Abmessungen besitzt der Neuling jetzt natürlich nicht mehr die charakteristische gestreckte Linienführung. Die Front des Phantom 410 besteht, ebenso wie das Top-Cover, aus hochglanzlackiertem Kunststoff. Ein nicht ganz unwichtiges Designelement bei der Phantom-Serie stellt dabei die Frontklappe dar, sie verbirgt die 5,25"-Geräte und stellt so ein konsistentes Erscheinungsbild der Frontpartie sicher. Hier zeigt sich dann auch schon gleich ein Unterschied zum großen Phantom, war dort die Klappe noch rechtsseitig angeschlagen wird sie beim Phantom 410 links befestigt. Auch der praktische Magnetverschluss wurde nicht übernommen, stattdessen verrichtet hier nun ein Klemmmechanismus aus Plastik seinen Dienst. Die Scharniere der kleinen Tür bestehen aus Metall und sollten auch langfristig für eine gewisse Stabilität bürgen.

Hinter der Klappe befinden sich drei 5,25"-Schächte, einen externen 3,5"-Einbauplatz gibt es nicht. Die 5,25"-Blenden verfügen an der rechten Seite über einen kleinen Verriegelungshebel, löst man ihn kann die Abdeckung ganz bequem von außen ausgebaut werden. Ein Abnehmen der Front oder Verrenkungen im Innenraum kann man sich auf diese Weise also ersparen. Im unteren Bereich der Frontpartie befindet sich ein großes und ungewöhnlich gestaltetes Meshgitter, hinter dem ein mit weißen Lüfterblättern versehener 120-mm-Ventilator seine Arbeit verrichtet. Trennt man die Frontblende vom Chassis, wird ersichtlich, dass optional noch ein zweites Modell gleicher Größe an dieser Stelle eingebaut werden kann. Ebenfalls bleibt dem Auge der Verzicht auf einen Staubfilter nicht verborgen, in dieser Preisklasse ein Unding.

Frontpanel und Bedienelemente des Phantom 410 sind griffgünstig am Deckel untergebracht. Selbst Power- und Reset-Taster fügen sich dabei optisch gut ins Gesamtdesign ein, allerdings sind die trapezförmigen Knöpfe doch sehr schmal ausgefallen und nur mit der Fingerspitze wirklich gut zu bedienen. An der rechten Seite befindet sich das Frontpanel, das je zwei USB 2.0 und USB-3.0-Ports sowie die obligatorischen 3,5-mm-Buchsen für Kopfhörer und Mikrofon beinhaltet. Zusätzlich befindet sich in direkter Nachbarschaft noch eine Lüftersteuerung. Konnte man beim großen Phantom hier noch fünf Schieberegler im Equalizer-Design finden, gibt es beim Phantom 410 nur noch einen Regler für alle Lüfter. Dieser ermöglicht dabei auch keine stufenlose Regelung mehr, sondern bietet lediglich noch drei vordefinierte Stufen. Der größte Teil des Top-Covers wird von einem weiteren Meshgitter dominiert, unter dem sich ein bereits vorinstallierter 140-mm-Lüfter befindet. Ein weiteres Exemplar kann hier bei Bedarf noch nachgerüstet werden, die Montage eines Wärmetauschers für eine Flüssigkeitskühlung ist ebenfalls möglich.

Die beiden Seitenteile des Phantom 410 werden mit jeweils zwei Rändelschrauben fixiert. Während es an der rechten Seite eigentlich nichts zu sehen gibt, bietet das linke Pendant ein kleines Sichtfenster und ein Lüftungsgitter. Auch hier kann auf Wunsch noch ein zusätzlicher 140 / 120-mm-Ventilator eingebaut werden, einen Staubfilter gibt es an dieser Stelle allerdings nicht. Am Heck ist dann wieder alles beim Alten, neben einem 120-mm-Lüfter bietet auch das Phantom 410 zwei Schlauchdurchführungen. Das Netzteil wird auch bei diesem Midi-Tower am Boden untergebracht, die benötigte Frischluft kann es dabei durch eine Öffnung im Boden beziehen, ein Staubfilter ist vorhanden. Auch für einen 120-mm-Lüfter ist am Bodenblech noch ein Plätzchen frei, hier gibt es dann aber, warum auch immer, wieder einmal keinen Staubfilter. Soll der Rechner nicht zum Staubsauger mutieren, raten wir zu einem Filter aus dem Zubehörregal oder auf den Einsatz dieses Ventilators komplett zu verzichten. Sehr gut gefallen uns die Standflächen des Midi-Towers, NZXT setzt hier auf gleich sechs Gummiblöcke, das Material ist dabei ausreichend weich, um auch eine gewisse Entkopplung vom Untergrund bieten zu können.

Die Verarbeitung hinterlasst einen guten Eindruck, speziell die Lackierung weiß bei unserem Testmuster zu gefallen. Die Kunststoffoberflächen, die beim Phantom 410 ja reichlich vorhanden sind, erhalten durch sie eine durchaus ansprechende Haptik. Allerdings muss auch gesagt werden, dass das Top-Cover schon bei leichtem Druck unschöne Knarzgeräusche von sich gibt, hier hätte das Material wohl etwas dicker sein dürfen.

Ausstattung innen

Der Innenraum des Phantom 410 wird immer der Außenfarbe entsprechend lackiert, bei unserem Testmuster wäre das dann die Farbe Schwarz. Aktuell verkauft NZXT auch noch Versionen in Rot und Weiß. Wie immer wollen wir beim Festplattenkäfig unseren kleinen virtuellen Rundgang beginnen. Dieser ist zweiteilig und kann insgesamt bis zu sechs Datenträger im 3,5" oder 2,5"-Format aufnehmen. Befestigt werden die Festplatten dabei auf Schlitten, die man bereits von anderen Gehäusen des Herstellers kennt. Während die großen 3,5"-Modelle mit vier kleinen Metallstiften festgeklemmt werden, erfolgt die Befestigung der kleinen 2,5"-SSDs mit vier Schrauben von unten. Das bis zu vier Datenträger fassende obere Käfigmodul kann durch einfaches drücken zweier Plastiklaschen seitlich herausgezogen werden, Werkzeug ist dafür nicht erforderlich. An der Richtung Innenraum gelegenen Seite des Käfigs befindet sich noch eine Aufnahmevorrichtung für einen 140 / 120-mm-Lüfter, die in der Neigung verstellbar ist. Zusätzlich bekommen die wertvollen Festplatten noch von zwei 120-mm-Ventilatoren Frischluft zugefächelt, die hinter der Front platziert sind, einer davon ist bereits ab Werk installiert.

Für 5,25"-Geräte stehen im NZXT Phantom 410 drei Einbauplätze bereit. Die Befestigung entsprechender Geräte erfolgt mit einem linksseitig angebrachten Klemmmechanismus, der ebenfalls bei fast jedem aktuellen Gehäuse des Herstellers Verwendung findet. Eine zusätzliche Sicherung kann mit Rändelschrauben erfolgen, die hat der Hersteller praktischerweise an ein einer kleinen Leiste, die sich an den 5,25"-Schächten befindet, befestigt. Das hat den Vorteil, dass man sie direkt in Griffweite hat und auch nichts verloren geht, sehr praktisch. Bei den Öffnungen im Mainboardträger zeigt sich NZXT etwas geizig, nur drei Durchbrüche sind beim Phantom zu finden, für die meisten Anwender sollte das aber dennoch ausreichend sein. Immerhin, auf die trendigen Gummitüllen will man nicht verzichten, leider sind sie auch hier wieder viel zu locker. Einmal ein dickeres Kabel durchgesteckt und schon hat man die Tülle gleich aus ihrem Loch gedrückt. Mit Ausnahme von Corsair scheint dieses Problem aktuell wohl kein Hersteller so wirklich im Griff zu haben. Auf der Rückseite des Trays hat NZXT an eine ausreichende Anzahl von Ösen gedacht, das Verzurren der ganzen Kabel sollte damit leicht möglich sein.

Bei vielen modernen Midi-Towern ist es mittlerweile zum Standard geworden, dass sich das Netzteil am Boden befindet, das Phantom 410 macht hier keine Ausnahme. Der Stromgeber liegt dabei auf vier kleinen und sehr dünnen Gümmiplättchen auf, die in Sachen Entkopplung bestenfalls eine Alibifunktion besitzen. Zwischen Netzteil und Festplattenkäfig kann dann noch optional ein 120-mm-Ventilator eingebaut werden. Auch am Deckel befindet sich noch zwei Einbauplätze für weitere Lüfter, diesmal im 140 / 120-mm-Format. Davon ist einer bereits mit einem 140-mm-Propeller belegt, der andere kann bei Bedarf nachgerüstet werden. Der letzte im Lieferumfang enthaltene Ventilator sitzt im Heck und befördert die erwärmte Luft aus dem Innenraum, auch das hier verbaute Modell hat eine Größe von 120 Millimetern. Bei der Befestigung für die Erweiterungskarten setzt der Hersteller auf robuste Rändelschrauben, sie bieten erfahrungsgemäß auch schweren Pixelbeschleunigern ausreichenden Halt.

Die Verarbeitung des Innenraumes ist in Ordnung, scharfe Kanten oder Mängel bei der Lackierung konnten wir nicht aufspüren. Was aber auffällt, ist die geringe Verwindungssteifigkeit, diese resultiert aus dem Umstand, dass die 5,25“-Schächte an ihrer Oberseite nicht mit dem Deckel verbunden wurden. Warum NZXT hier wegen zwei Nieten auf das Plus an Stabilität verzichtet, bleibt uns ein Rätsel. Ästhetische Gründe können das nicht gewesen, durch das Top-Cover wären besagte Nieten nicht sichtbar gewesen.

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