Verbraucherzentrale warnt vor Adressenhandel der Post

Jirko Alex 53 Kommentare

Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein warnt in einer aktuellen Mitteilung vor dem Adressmanagement eines Tochterunternehmens der Deutschen Post. Die Deutsche Post Direkt GmbH wirbt offen damit, dass sie über eine gepflegte Datenbank verfügt, die über 37 Millionen Privat- und über vier Millionen Geschäftsadressen umfasst.

Deutsche Post Direkt vermietet Adressen

Die Deutsche Post Direkt GmbH wurde nach eigenen Aussagen zur „Adressbereinigung, Adressanreicherung, Adressanalyse, Adressvermietung“ gegründet und diene der „Optimierung der Direktwerbung“ der Kunden. Dabei kann die Deutsche-Post-Tochter auf die Postreferenz-Datei zurückgreifen, die nach Aussage des Unternehmens von der Deutschen Post stets auf Aktualität und Richtigkeit geprüft werde. Darüber hinaus können die Adressdaten auch um Informationen über das soziale Umfeld sowie um Vorlieben beim KFZ und Themen der Finanzdienstleistung ergänzt werden. Auffallend hierbei ist, dass dem Tochterunternehmen der Deutschen Post damit faktisch der Zugang zu quasi allen Privathaushalten und einem Großteil der Unternehmensadressen offen steht.

Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein kritisiert das Angebot im Kontext des heute üblichen Adressenhandels. Sie empfiehlt dem Kunden, die Deutsche Post Direkt GmbH aufzufordern, die Art, den Umfang sowie die Herkunft der Daten darzulegen. Außerdem sollen „Keine Werbung“-Aufkleber auf den Briefkästen helfen, da im Falle einer Missachtung zivilrechtliche Abwehransprüche bestünden. Weitere Informationen stellt die Verbraucherzentrale übersichtlich online bereit.

Widerspruch über einen Eintrag in der Robinson-Liste

Deutsche Post Direkt ist Mitglied des Deutschen Dialogmarketing Verband (DDV), wer sich auf dessen Webseite anmeldet und der Nutzung der Daten zur Werbezwecken durch Eintragung in die so genannte „Robinson-Liste“ widerspricht, kann diesem und allen weiteren daran beteiligten Unternehmen das Zustellen von Werbung untersagen.