News : Technik für hundertfach schnelleres Schreiben bei Festplatten

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Ein Forscherteam hat eine neue Technologie für magnetische Speichermedien, wie zum Beispiel herkömmliche Festplatten, vorgestellt, welche die Schreibgeschwindigkeit um mehr als das Hundertfache steigern können soll. Die Hitze eines Lasers soll dies ermöglichen.

Die Informationen auf Festplatten werden in Form der unterschiedlichen magnetischen Ausrichtung winziger Sektionen gespeichert. Bis dato wird die Polarität durch die Schreib-/Leseköpfe geändert, die mit Hilfe eines Magnetfeldes Bereiche der Magnetscheiben (Platter) unterschiedlich magnetisieren und somit die Daten „schreiben“. Für die Änderung der magnetischen Ausrichtung wird eine gewisse Zeit benötigt, welche somit die Schreibgeschwindigkeit begrenzt.

Ein internationales Forscherteam, angeführt von dem Department of Physics der University of York, entdeckte nun, dass kurze Impulse mit hoher Hitze die magnetische Ausrichtung wesentlich schneller ändern können. Die Methode wird in einem Artikel des Magazins Nature Communications ausführlich beschrieben. Der technische Ansatz ist dabei revolutionär, denn bisher war man davon ausgegangen, dass Hitze Magnetfelder lediglich zerstören kann.

Durch Hitze induzierte magnetische Umpolung
Durch Hitze induzierte magnetische Umpolung (Bild: Richard Evans, University of York)

Wie NewScientist berichtet, soll ein weniger als eine Billionstel Sekunde dauernder „Beschuss“ mit einem Laser, der für diesen kurzen Moment eine Temperatur von über 800 °C erzeugt, genügen um die Ausrichtung eines Magneten zu ändern, während es zuvor über ein externes Magnetfeld in erheblich längerer Zeit geschah. Die Forscher sprechen davon, dass auf Basis dieser Technik die Aufnahme- respektive Schreibgeschwindigkeit von Festplatten auf Tausende von Gigabyte also mehrere Terabyte in der Sekunde gesteigert werden könne. Aktuelle Festplatten arbeiten hingegen mit Schreibgeschwindigkeiten zwischen 100 und 200 Megabyte pro Sekunde.

Da man somit auf ein externes magnetisches Feld zur Umpolung verzichten könnte, soll nebenbei auch noch Energie gespart werden.

Wir danken unserem Leser *maT
für den Hinweis!