2/6 Cooler Master Cosmos II im Test : Gehäuse zwischen Genie und Wahnsinn

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Lieferumfang und Daten

  • Material: Stahlblech, Kunststoff und Aluminium
  • Abmessungen: ca. 340 × 710 × 670 mm (B × H × T)
  • Gewicht: ca. 22 kg
  • Drei 5,25"-Laufwerksschächte
  • Zwei Hot-Swap-Schächte für 3,5"-Festplatten
  • Elf Einbauplätze für 3,5" / 2,5"-Datenträger
  • Mainboard-Formfaktor: µATX, ATX, E-ATX, XL-ATX, SSI EEB, SSI CEB
  • Frontanschlüsse: zwei USB 3.0, vier USB 2.0 und eine eSATA-Schnittstelle sowie 3,5-mm-Buchsen für Kopfhörer und Mikrofon
Belüftungsmöglichkeiten
Position Anzahl Größe U/min Anschluss Staub-
filter
Anlauf-
spannung
Front 1 200 mm 600 3pin-Molex Ja 3,2 V
" 1 (optional) 120 mm
Festplattenkäfig 1 (optional) 120 mm
Deckel 1 (+ 2 optional) 120 mm 1260 3pin-Molex Ja 3,6 V
" Alternativ 2 (optional) 140 mm
" Alternativ 1 (optional) 200 mm
Linke Seite 2 (+ 2 optional) 120 mm 1230 3pin-Molex Ja 3,5V
Rechte Seite
Heck 1 140 mm 1100 3pin-Molex 5,2 V
Boden

Das Zubehör verstaut Cooler Master in einer länglichen Pappschachtel, die im Einzelnen die folgenden Beigaben enthält:

  • Ein Beutel mit diversen Schrauben und Abstandshalten
  • Ein Piezo-Speaker
  • Vier Schlüssel für die beiden 3,5"-Hot-Swap-Schächte
  • Fünf wiederverwendbare Kabelklammern mit Klebesockel
  • Fünfzehn Kabelbinder
  • Eine etwa 30 Zentimeter lange 8-Pin EPS12V-Verlängerung
  • Zwei Montageschienen für den Einbau eines 240er Radiators

Die beiliegende Montageanleitung ist als kleines Heft ausgeführt und erklärt anhand vieler Zeichnungen detailliert alle wichtigen Arbeitsschritte. Insgesamt kann man mit gutem Gewissen sagen, dass der Hersteller sich durchaus Mühe bei der Gestaltung der Anleitung gegeben hat.

Ausstattung außen

Zu Beginn macht sich bei der genaueren Betrachtung des Cosmos II erst einmal eine gewisse Enttäuschung breit, da der größte Teil der Front lediglich aus Kunststoff besteht. Da hätten wir dann doch ein etwas hochwertigeres Material erwartet! Der untere Teil der Front verfügt über ein großes Meshigtter das mit einem leichten Ruck abgenommen werden kann. Dahinter wird dann ein großer 200-mm-Propeller sichtbar, der Frischluft in den Innenraum schaufelt. Direkt darunter befindet sich noch ein Einbauplatz für einen optionalen 120-mm-Lüfter. Damit die Staubbelastung des Innenraumes in engen Grenzen bleibt, verpasst Cooler Master dem Meshgitter einen engmaschigen Staubfilter aus Nylongeflecht. Ein wenig Aluminium gibt es aber dann doch noch zu sehen, die verschiebbare Abdeckung über den 5,25"-Schächten besitzt eine Auflage aus Leichtmetall. Die besagte Schiebeabdeckung wird von zwei Magneten in Position gehalten, hat man deren Widerstand überwunden, gleitet sie sanft nach unten und gibt den Blick auf drei 5,25"-Einbauplätze sowie zwei Hot-Swap-Rahmen für 3,5"-Festplatten frei. Die 5,25"-Blenden verfügen an der linken Seite über einen Verriegelungsmechanismus, zieht man den kleinen Hebel nach vorne, kann die Blende leicht und bequem entnommen werden. Die beiden abschließbaren Hot-Swap-Rahmen hinterlassen einen robusten Eindruck und erlauben den Einbau von 3,5"-Datenträgern ohne die vorherige Montage eines speziellen Trägers an den Festplatten.

Die Bedienelemente und das Frontpanel hat Cooler Master beim Cosmos II am oberen Ende der Front, beziehungsweise im vorderen Bereich des Deckels angebracht. Die Ausstattung der Frontanschlüsse ist bei diesem Gehäuse über jeden Zweifel erhaben und dürfte keine Wünsche offenlassen! So stehen dem Anwender neben gleich vier USB-2.0-Ports noch zwei USB 3.0 und eine eSATA-Schnittstelle zur Verfügung. Ebenfalls nicht fehlen dürfen die üblichen 3,5-mm-Buchsen für Kopfhörer und Mikrofon. Die Bedienelemente sind beim Cosmos II etwas umfangreicher ausgefallen als bei den meisten anderen Gehäusen und sie sind auch anders gestaltet. Das komplette Bedienfeld erinnert ein wenig an die Tastatur des seligen Motorola Razr Handys, die einzelnen Tasten sind aus einer hauchdünnen Aluminiumplatte herausgefräst worden. Das sieht zwar wirklich sehr edel aus, die Druckpunkte der einzelnen Knöpfe sind aber doch etwas schwammig ausgefallen. Neben einem mittig liegenden Power-Taster gibt es noch jeweils einen Button für Reset und für die Beleuchtung. Auf die bereits integrierte Lüftersteuerung entfallen die verbleibenden vier Knöpfe. Hier können die Lüfter von Front, Deckel, den Festplattenkäfigen und für die Erweiterungskarten separat geregelt werden, auf die Steuerung gehen wir später noch etwas detaillierter ein. Auch die Bedienelemente haben eine verschiebbare Abdeckung bekommen, die ebenfalls eine dünne Auflage aus Aluminium besitzt.

Der Rest des Deckels wird von einem schön ins Design integrierten Top-Cover beansprucht, nach dem Lösen einer Rändelschraube kann das Anbauteil aus Kunststoff nach hinten abgezogen werden. Darunter befindet sich ein 120-mm-Lüfter, zwei weitere können noch optional eingebaut werden. Alternativ besteht auch die Möglichkeit zwei 140er oder einen großen 200-mm-Ventilator installieren zu können. Unserer Meinung nach sind die beiden Seitenteile ganz klar die Schokoladenseite des Cosmos II! Sie bestehen aus Aluminium und haben auf beiden Seiten ein wirklich sehr schön anzusehendes wabenförmiges Lüftungsgitter, bei dem selbst ein Staubfilter nicht vergessen wurde. Dieses Gitter erinnert sicherlich nicht ganz zufällig, wir hatten es eingangs bereits kurz angesprochen, an die die Lufteinlässe eines Sportwagens. Die beiden Seitenwände werden dabei übrigens nicht einfach mit schnöden Rändelschrauben gesichert, an der Rückseite befindet sich an jeder Seite ein kleiner Hebel, den man zur Entriegelung einfach nach unten drücken muss. Und gleich danach folgt schon die nächste Überraschung, die Seitenwände werden dann nicht einfach herausgezogen, sondern sie schwenken wie die Türen eines Autos auf. Ist die „Tür“ erst einmal offen, kann sie auf Wunsch leicht nach oben herausgezogen werden, so lässt es sich dann ganz bequem im Innenraum arbeiten. Ebenfalls erwähnenswert ist sicherlich der Umstand, dass an beiden Seitenteilen eine dicke Verkleidung aus Kunststoff angebracht wurde.

Auch beim Heck hat das Cosmos II durchaus die ein oder andere Überraschung zu bieten. So gibt es hier statt des fast schon üblichen 120-mm-Lüfters ein 140 Millimeter messendes Exemplar. Gleich 10 Slots für Erweiterungskarten zeigen bereits, dass dieses Gehäuse auch mit XL-ATX-Hauptplatinen keinerlei Probleme bekommen wird. Ebenfalls vorhanden ist ein vertikaler Slot, hier könnte zum Beispiel eine kleine Lüftersteuerung für den CPU-Kühler oder ähnliches untergebracht werden. Ungewöhnliches gibt es auch beim Netzteil zu sehen, die Einbauposition ist dabei mittlerweile wohl schon normal, Cooler Master verbaut aber eine nach außen gezogene Blende für den Stromgeber, auf diese Weise wird im Innenraum auf elegante Weise mehr Platz für extra lange Netzteile geschaffen. Die Frischluft wird durch eine Öffnung im Boden bezogen, ein Staubfilter ist ebenfalls mit von der Partie. Die Reinigung des Filters ist allerdings nicht so ganz einfach, zwar kann er nach hinten herausgezogen werden, allerdings wird die Grifflasche durch die nach außen gezogene Netzteilblende verdeckt. Mit ein wenig Suchen dürfte das Herausziehen des Filters zwar noch gelingen, um ihn aber wieder in seine Führung zu schieben, muss man entweder Glück haben oder das Gehäuse auf die Seite legen. Standfüße im eigentlichen Sinne gibt es beim Cosmos II nicht, an den beiden massiven Bügeln hat der Hersteller vier dicke und weiche Blöcke aus Gummi angebracht, das sollte für eine zumindest rudimentäre Entkopplung ausreichen. Bei einem Gehäuse mit einem Leergewicht von 22 Kilogramm sind Rollen immer ein Thema, dass Cooler Master auf solche verzichtet hat, ist wohl auch dem Design geschuldet.

Die Verarbeitung gibt grundsätzlich keinen Grund zur Klage, allerdings waren wir vom eingesetzten Kunststoff negativ überrascht. Das Material glänzt speckig und ist kratzempfindlich, dazu scheint es auch noch ziemlich spröde zu sein.

Ausstattung innen

Den Innenraum hat Cooler Master in zwei Kammern aufgeteilt. In der unteren befinden sich dabei das Netzteil und zwei Festplattenkäfige, während im oberen Teil die restliche Hardware verbaut wird. Getrennt werden die beiden Kammern dabei von einem massiven Boden, der einen nicht unerheblichen Anteil an der hohen Stabilität und Verwindungssteifigkeit des Chassis hat. Beginnen wir mit der unteren Kammer, hier liegt der Stromgeber auf einem Podest auf, zwischen Netzteil und dem eigentlichen Bodenblech verbleiben ca. 2,5 Zentimeter Luft. Die Fläche, auf der das Netzteil aufliegt, ist komplett mit einer Auflage aus weichem Gummi versehen, Vibrationen dürften hier keine Chance haben. Der restliche Raum der unteren Kammer wird von gleich zwei Festplattenkäfigen aufgenommen, die jeweils bis zu drei Datenträger im 3,5" / 2,5"-Format aufnehmen können. Die großen Festplatten werden dabei mit vier gummigelagerten Stahlstiften einfach in den entsprechenden Schlitten geklemmt, bei den 2,5"-Modellen sind dagegen vier Schrauben von unten einzudrehen. Vor den beiden Käfigen befindet sich eine klappbare Blende die zwei 120-mm-Lüfter beherbergt, diese saugen durch das Gitter der linken Seitenwand Frischluft an. Ebenfalls an der linken Seitenwand können, auf Höhe der Erweiterungskarten, noch optional zwei weitere 120-mm-Ventilatoren eingebaut werden, die durch das gleiche Gitter Luft ansaugen. Leider noch nicht selbstverständlich sind an dieser Stelle Staubfilter, Cooler Master leistet sich hier aber keine Patzer und sieht für alle vier möglichen Lüfter einen engmaschigen Filter aus Nylongeflecht vor, sehr lobenswert! Zurück zu den beiden Festplattenkäfigen in der unteren Kammer, diese können leicht entnommen werden und liefern so Platz für einen Wärmetauscher für eine Wasserkühlung.

Wie bereits erwähnt werden die beiden Kammern des Cosmos II von einem stabilen Zwischenboden getrennt. Dieser besitzt zwei praktische, mit Gummitüllen versehene Öffnungen, die als Schlauchdurchführung oder auch für Kabel verwendet werden können. Im oberen Bereich befindet sich noch ein weiterer Festplattenkäfig in den bis zu fünf 3,5" / 2,5"-Datenträger passen. Die Befestigung der wertvollen Festplatten erfolgt mit den bereits beschriebenen Schlitten. Für die Kühlung zeichnet sich eine große 200-mm-Turbine verantwortlich, die auf einen hohen Luftdurchsatz bei vertretbarer Geräuschkulisse hoffen lässt. Wem das wirklich üppige Platzangebot für Erweiterungskarten nicht ausreicht, kann auf Wunsch die innenliegende Seitenwand des Käfigs noch entfernen. Oberhalb dieses dritten Käfigs befinden sich die 5,25"-Schächte. Insgesamt würden hier fünf an der Zahl zur Verfügung stehen, Cooler Master hat in den beiden unteren Einbauplätzen bereits zwei robust wirkende Hot-Swap-Rahmen installiert, in die schnell und unkompliziert jeweils eine 3,5"-Festplatte eingeschoben werden kann. Für optische Laufwerke stehen dann noch drei 5,25"-Schächte parat, entsprechende Geräte werden mit einem linksseitig angebrachten Klemmmechanismus befestigt, der in ähnlicher Form auch bei anderen Gehäusen des Herstellers zu finden ist. Auf der rechten Seite besteht die Möglichkeit, die Stabilität der eingebauten Geräte durch das Eindrehen von zusätzlichen Schrauben zu erhöhen.

Eine echte Augenweide ist der Mainboardträger des Cosmos II, er besitzt eine Vielzahl von praktischen Öffnungen, die größtenteils auch mit den allseits beliebten Gummiabdeckungen versehen wurden. Gerade diese Abdeckungen stellen viele Hersteller offensichtlich vor unüberwindbare Hindernisse, anders ist es jedenfalls nicht zu erklären, dass diese Tüllen schon beim einfachen Durchstecken eines Kabels mit herausgedrückt werden. Cooler Master umgeht diese Problematik geschickt, indem man kleine Metalllaschen einsetzt, die den Rand der Gummitüllen durchstoßen und so für einen guten Halt sorgen. Diese Idee ist eigentlich so simpel, dass man sich zwangsläufig die Frage stellt, warum noch kein anderer Hersteller auf diese Idee gekommen ist. An Hauptplatinen dürfte das Cosmos II so ziemlich alles schlucken, was für Enthusiasten auch nur entfernt von Interesse sein könnte, egal ob E-ATX, XL-ATX oder sogar Serverplatinen, alles kein Problem für dieses Gehäuse. Auf der Rückseite des Trays befindet sich noch eine Vielzahl von praktischen Ösen, die das Verlegen der Kabel erheblich erleichtern können.

Cooler Master Cosmos II – unterer Festplattenkäfig
Cooler Master Cosmos II – unterer Festplattenkäfig

An der Innenseite des Deckels können verschiedene Lüfterkonfigurationen installiert werden. Ab Werk verrichtet an dieser Stelle ein einsamer 120-mm-Lüfter seine Arbeit, auf Wunsch kann er aber noch Gesellschaft von zwei weiteren Modellen gleicher Größe bekommen. Alternativ sind auch zwei 140er oder ein großer 200-mm-Propeller möglich. Dass das Cosmos II geradezu prädestiniert für Wasserkühlungssysteme ist zeigt ein Detail am Deckel, hier hat der Hersteller am Lüftungsgitter ebenfalls einen Staubfilter integriert. So sollte es dann auch problemlos möglich sein, dass die Lüfter kühle Luft von außen auf den Wärmetauscher blasen, ohne dessen feine Lamellenstruktur in Rekordzeit mit Staub zu verstopfen. Am Heck hat der Hersteller noch einen 140-mm-Ventilator eingebaut, der seinen Teil zur Entlüftung des Innenraumes beiträgt, ansonsten gibt es hier noch drei Schlauchdruchführungen zu sehen. Die 10 Erweiterungsslots die das Cosmos II dem Anwender bietet, wirken durchaus imposant, die Expansionskarten werden dabei mit den guten alten und soliden Rändelschrauben gesichert, definitiv nicht die schlechteste Wahl!

Die Verarbeitung des Innenraumes ist sehr gut ausgefallen, scharfe Kanten oder Mängel bei der Lackierung konnten wir nicht finden. Es ist aber schon erstaunlich, dass Cooler Master den Druckknöpfen für die 5,25"-Befestigung mit einer feinen Einlage aus Aluminium versieht aber bei den Außenflächen eine richtige Wüste aus Kunststoff präsentiert. Wir hätten uns mehr solcher kleinen aber feinen Details gewünscht, bei dem Preis, der für dieses Gehäuse aufgerufen wird, sollte das eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein!

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