4/4 HP Folio 13 im Test : Ultrabook von Hewlett und Packard

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Tastatur & Touchpad

HP spendiert dem Folio 13 eine durchaus überzeugende Tastatur. Dies liegt insbesondere an einem gut ausgeprägten Druckpunkt, der allerdings bei einigen Elementen – beispielsweise den Cursor-Tasten, der Leer- und linken Shift-Taste – weicher als beim Rest ausfällt. Dafür ist aber immerhin der Hub bei allen Tasten identisch und weder zu kurz noch lang.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Beleuchtung der Tastatur. Diese fällt sehr gleichmäßig aus, ist allerdings in ihrer Intensität nicht anpassbar. An der Beschriftung der einzelnen Tasten gibt es hingegen nichts auszusetzen, HP setzt hier auf schnörkellose Piktogramme. Wirklich negativ fallen nur die beiden (auf und ab) zu klein geratenen Cursor-Tasten auf.

HP Folio 13: Tastatur
HP Folio 13: Tastatur

Beim Touchpad sieht dies schon ganz anders aus, hier überwiegen die schlechten Eigenschaften deutlich. Dies beginnt schon bei der Oberfläche des Sensorfeldes, die zu viel Widerstand bietet. Hinzu kommt, dass es eine optische Unterteilung zwischen Links- und Rechtsklick gibt, diese aber nur beim tatsächlichen Herunterdrücken des Touchpads in diesen Bereichen eine Rolle spielt. Kurz gesagt: Soll ein Mausklick per Fingerstupser ausgelöst werden, funktioniert das nur bei einem Linksklick – auch dann, wenn dies im rechten unteren Bereich geschieht. Immerhin werden Eingaben fast immer korrekt erkannt und umgesetzt.

HP Folio 13: Touchpad
HP Folio 13: Touchpad

Gehäuse

Ohne Zweifel, das Folio 13 gehört in puncto Design wohl zu den attraktivsten Vertretern unter den Ultrabooks und weist dabei – im Gegensatz zu einigen Mitbewerben – nur wenig bis gar keine Ähnlichkeit mit Apples kleinsten Notebook auf. Zurück geht dies in erster Linie auf den Verzicht auf ein keilförmiges Design, wie es beim MacBook Air aber auch bei Acers S3 oder den Asus Zenbooks Anwendung findet. Einerseits wirkt das Folio 13 dadurch etwas dicker, andererseits steht so mehr Platz im Innenraum zur Verfügung, der unter anderem dem Akku zu Gute kommt.

HP Folio 13
HP Folio 13

Beim Material setzt HP auf Aluminium und Kunststoff. Während das Leichtmetall beim Deckel sowie der Handballenablage zum Einsatz kommt, besteht das restliche Gehäuse aus schwarzem Plastik, welches allerdings leicht gummiert ist. Dadurch entsteht eine sehr angenehme Haptik, die in der Qualitätsanmutung dem Aluminium kaum nachsteht. Interessant ist auch das Farbenspiel im geschlossenen Zustand: Während die obere Hälfte in einem silbrigen Ton schimmert, dominiert unten mattes Schwarz. Dadurch ist der Verzicht auf Eyecatcher zu verschmerzen. In Summe also ein optisch sehr gelungenes Notebook.

Leider kann die Verarbeitungsqualität nicht ganz mithalten. Denn sowohl an der oberen Kante des Deckels als auch beim Übergang zwischen Handballenablage und Gehäusewanne sind die Spaltmaße nicht ganz einheitlich, zudem sind die Übergänge dazwischen jeweils deutlich spürbar. Immerhin aber ist das gesamt Gehäuse sehr verwindungssteif, auch mit grobem Vorsatz sind keine Knarzer oder Verformungen provozierbar. Und die beiden Kunststoffscharniere halten das Display sicher an Ort und Stelle, erst bei sehr groben Stößen muss es nachjustiert werden.

HP Folio 13: Profil
HP Folio 13: Profil

Gut gelöst hat HP die Platzierung der Schnittstellen, auch bei Nutzung aller Anschlüsse kommt es nicht zu Platzproblemen. Einzig die Position der Status-LEDs – Betriebszustand des Notebooks, Akkuladestand und Festplattenaktivität – kann bemängelt werden. Denn diese befinden sich allesamt auf der rechten Seite des Gehäuses und so auf dem Schreibtisch eher schlecht zu erkennen.

Fazit

Prinzipiell macht HP beim Folio 13 vieles richtig. Beim Design versucht sich der Hersteller nicht Apple nachzueifern und präsentiert ein eigenständig ansehnliches Ultrabook, bei Material und Haptik setzt HP auf Qualität. Und dennoch begeht HP die gleichen Fehler, die bei bislang eigentlich allen Ultrabooks auftreten. Statt bei den wichtigen Komponenten auf faule Kompromisse zu verzichten und stattdessen an anderer Stelle einzusparen oder den Preis leicht anzuheben, verbaut auch HP hier ein schlechtes Display.

Dabei ist die spiegelnde Oberfläche in Verbindung mit der geringen Maximalhelligkeit der Hintergrundbeleuchtung an sich schon ein Ausschlusskriterium. Doch zusammen mit HPs Anspruch, das Folio 13 als „Business Notebook“ zu platzieren, wird die wohl wichtigste Komponente zum Rohrkrepierer. Zudem stellt sich dem Nutzer die Frage, was an diesem Ultrabook denn in der Praxis explizit „Business“ sein soll, abgesehen vom Trusted Platform Module lassen sich darauf keinerlei Hinweise finden.

HP Folio 13: Display
HP Folio 13: Display

So fehlt die Möglichkeit, einen zweiten Akku oder eine Dockingstation anzuschließen. Ebenso dürfte man gerade bei geschäftlicher Nutzung eines Notebooks oftmals ein 3G-Modul vermissen – nicht immer ist ein WLAN verfügbar. Wobei man dann sogar auf das 2,4-Gigahertz-Band beschränkt ist, ebenfalls wenig zeitgemäß.

Hewlett-Packard Folio 13 (2000)
  • gute Akkulaufzeiten
  • gute Tastatur
  • Tastaturbeleuchtung
  • hohe Systemleistung im Produktiveinsatz
  • hohe Verwindungssteife
  • geringe Emissionen (Lautstärke und Wärme)
  • kein analoger Video-Ausgang
  • spiegelndes Display
  • schlechter Kontrast
  • geringe Maximalhelligkeit
  • Verarbeitung mit leichten Mängeln
  • Touchpad mit Schwächen

Dabei lassen sich auch einige sehr positive Dinge feststellen. Dazu gehört beispielsweise die gute Akkulaufzeit, die endlich an das heranreicht, was Intel fordert. Oder aber auch die durchaus gute Tastatur mitsamt ihrer Beleuchtung sowie die bei typischen Office-Anwendungen hohe Systemleistung.

Am Ende können wir in Summe aber erneut nur von einer Empfehlung Abstand nehmen und hoffen, dass HP beim Bildschirm nachbessert und das Folio 13 nicht länger als „Business Notebook“ vermarktet wird. Schade, denn viele Aspekte haben uns durchaus sehr gefallen.

Preise und Verfügbarkeit

Das HP Folio 13 ist seit wenigen Tagen in Deutschland erhältlich. Derzeit wird nur die hier getestete Konfiguration angeboten, die Preise hierfür beginnen derzeit bei knapp 1.000 Euro.

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