6/7 Roccat Kulo und CMStorm Sirus im Test : Zwei Mal Nichtsbesonderes

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Klangeindrücke

CMStorm Sirus

Das CMStorm Sirus setzt auf acht Lautsprecher in den beiden Ohrmuscheln. Dadurch fällt jedes Lautsprecherchassis kleiner aus als bei vielen reinen Stereokopfhörern; gegenüber dem Roccat Kulo fällt dieser Unterschied allerdings nicht so sehr auf, da dieses trotz nur eines Chassis pro Ohrmuschel relativ kleine Membranen einsetzt. Die kleinen Chassis des CMStorm Sirus sind so angeordnet, dass ein räumlicher Eindruck entstehen soll, der dem eines Mehrkanallautsprecher- systems ähnelt. Front- und Rear-Speaker befinden sich also im Bezug zur Ohrmittelachse leicht nach vorn beziehungsweise hinten versetzt, der Center- sowie der Subwoofer-Lautsprecher jeder Ohrmuschel befinden sich übereinander auf einer Achse, die etwa mittig auf das Ohr trifft.

Für den Klangeindruck hat dieser Aufwand allerdings nur einen marginalen Nutzen. Zwar ist die Ortbarkeit von Audiosignalen gegenüber reinen Stereolösungen leicht erhöht, ein ähnliches Ergebnis erhält man aber auch mit einem Stereo-Headset und einer Surround-Emulations-Einstellung etwa mithilfe von Creatives X-Fi-Soundkarten. Tatsächlich stellt sich bei Filmen mit Mehrkanaltonspur eher ein „halliger“ und etwas diffuser Eindruck ein. Die Wiedergabe des hinteren Kanals liegt gefühlt nur knapp hinter der Ohrmuschel und nicht hinter dem Kopf des Hörenden. Auch die Frontkanalwiedergabe löst sich nur wenig und entsteht virtuell nur knapp vor dem Ohr. Das wäre akzeptabel, wenn man sich durch die zahlreichen kleinen Chassis pro Ohr nicht die typischen Nachteile erkaufen würde, die auch das CMStorm Sirus plagen: Die Wiedergabe wirkt flach, ein wenig kraftlos, im Bereich der Stimmen etwas nasal und wenig detailverliebt. Zwar nervt das Headset auch nicht mit einer quietschigen, im Hochtonbereich deutlich überzeichneten Wiedergabe, es fehlt vor allem bei Musik und Filmen aber deutlich an Dynamik. Alles wirkt zusammengestaucht und so, als würde die Quelldatei stark komprimiert worden sein.

In Spielen fällt dieser Umstand etwas weniger auf. Hier profitiert das CMStorm Sirus von einem akzeptablen Bassfundament, das für die ein oder andere Effektspielerei taugt, und davon, dass Musik und Dialoge eher zweitrangig sind. Insgesamt rangiert die Klangwiedergabe aber nicht auf dem Level, das man angesichts des Preises von annähernd 100 Euro erwarten kann. Abwertend kommt hierbei hinzu, dass unabhängig vom Lautstärkepegel des Headsets ein deutlich wahrnehmbares Grundrauschen vorhanden ist. Das darf in der Preisklasse in diesem Maße eigentlich nicht sein.

Das Mikrofon

Das Mikrofon ist eine wichtige Komponente eines Headsets, ist es doch strenggenommen der einzige Grund, weshalb man sich für ein Headset und gegen einen Kopfhörer entscheiden sollte. Umso verwunderlicher ist, dass der Schallwandler des CMStorm Sirus sehr enttäuscht. Die Stimme wirkt sehr dumpf und ziemlich leise, was der Sprachverständlichkeit in Voice-Chats extrem abträglich ist. Hier besteht der größte Nachholbedarf beim Coolermaster-Headset.

Roccat Kulo

Beim Hören des Roccat Kulo fällt als erstes eine recht gleichmäßige Abstimmung auf. Das Headset ist weder im Bereich der Höhen noch im Bassbereich überbetont. Das hätte es auch gar nicht nötig, weil der Hochtonbereich durchaus detailliert und fein wirkt und der Bass unerwartet trocken ist. Das heißt zwar nicht, dass das Roccat Kulo ein Bassmonster ist; er ist aber für diesen Preisbereich (ab etwa 41 Euro) sehr ausgeprägt und stimmig.

Leider offenbart das Roccat-Headset einige Schwächen beim Mitteltonbereich, der – wie so oft – etwas nasal und wenig dynamisch wirkt. Das Gesamtklangbild leidet darunter in der Weise, dass die Wiedergabe als Ganzes zwar harmonisch wirkt, aber an Kraft vermissen lässt. Gemessen am Preis geht das Gebotene aber durchaus in Ordnung.

Was die Surround-Einstellungen angeht, so hebt sich auch das Roccat Kulo 7.1 USB nicht wesentlich von anderen Mehrkanal-Headsets ab – im positiven wie im negativen. Weder kann die Darstellung der hinteren Kanäle als überzeugend angesehen werden, noch ist gar kein Zugewinn an Räumlichkeit bei Nutzung des 7.1-Modus festzustellen. Erneut wirkt die Audio-Wiedergabe im Surround-Modus aber eher halliger als wirklich räumlich im Sinne dediziert ortbarer vorderer und hinterer Kanäle.

Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass die kleinen Ohrmuscheln natürlich nicht dafür sorgen können, dass Umgebungsgeräusche wirkungsvoll gedämpft werden. Durch die Ohrmuscheln hindurch werden Geräusche zwar verzerrt und wirken hohl, man wird aber keinesfalls in irgendeiner Weise von der Außenwelt isoliert. Das schafft das CMStorm Sirus bauartbedingt wesentlich besser.

Das Mikrofon

Das Mikrofon verrichtet einen guten Dienst. Sprache wird etwas dunkel eingefärbt, aber ohne großes Hintergrundrauschen aufgenommen. Es empfiehlt sich aber, in der Treibersoftware die Mikrofonverstärkung einzuschalten, da das Sprachsignal sonst nur sehr schwach ist.

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