News : Streit um Megaupload-Daten: Gericht verlangt Einigung

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Nach der Festnahme führender Megaupload-Mitglieder und der Abschaltung des Dienstes ist der Verbleib der Daten ein großes Streitthema zwischen den Parteien. Mehrmals schon drohte den von einem externen Dienstleister betreuten Daten die Löschung. Nun will der zuständige Richter alle Parteien an einen Tisch bringen.

Seit der Abschaltung des Megaupload-Dienstes sowie der Beschlagnahmung des Vermögens des einstigen Filehosters betreut der Dienstleister Carpathia Hosting die Unmengen an Daten auf eigene Kosten. Die dafür notwendigen Serverfarmen sollen das Unternehmen nach eigenen Angaben etwa 37.000 US-Dollar pro Monat kosten, weshalb Carpathia Hosting das Gericht um finanzielle Unterstützung bat. Der zuständige Richter wollte die hohen Kosten allerdings nicht dem Steuerzahler aufbürden und stimmte stattdessen dem Antrag des Megaupload-Verteidigers Ira Rothken zu und forderte die streitenden Parteien dazu auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und das Problem zu diskutieren.

Prinzipiell sind vor allem die Anwälte von Megaupload an der Sicherung der Daten interessiert. Sie wollen mit deren Hilfe beweisen, dass der Filehoster nicht vornehmlich, wie von der Anklage behauptet, für die Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Daten genutzt wurde. Rothken bot dem Gericht bereits an, dass Megaupload die notwendigen Server kaufe, damit die Datensicherheit gewährleistet werden könne. Dieses Vorhaben scheiterte allerdings an der Intervention der US-Regierung. Als weiterer Unterstützer der Datensicherung tritt die Electronic Frontier Foundation (EFF) auf, die sich vor allem darauf beruft, dass von einer Löschung auch die Daten Unschuldiger betroffen wären.

Für die Löschung stimmte bisher unter anderem das US-Justizministerium, das argumentierte, dass man die für die Beweisführung wichtigen Daten bereits kopiert und damit kein weiteres Interesse an den riesigen Datenmengen habe. Auch die Motion Picture Association of America (MPAA), die ursprünglich mithilfe der Daten weitere Zivilklagen gegen Uploader anstrengen wollte, plädiert mittlerweile für eine Löschung. Man sei wohl mittlerweile mehr daran interessiert sicherzustellen, dass die urheberrechtlich geschützten Filme, die bei Megaupload lagerten, nicht erneut ins Netz gelangen.