6/8 iPad 3 : Drei Meinungen zu Apples neuem Tablet

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Software

Zusammen mit dem neuen iPad hat Apple auch iOS 5.1 vorgestellt, welches auf dem Tablet zum Einsatz kommt. Gegenüber dem „Major Release“ 5.0 hat sich aber nur wenig geändert. In erster Linie sind diverse kleinere Fehler beseitigt worden, zudem wurden Apples eigene vorinstallierte Apps an das iPad 3 angepasst. Der Kameraapplikation hat man eine leicht überarbeitete Oberfläche sowie wenige neue Funktionen spendiert. Die bereits mit iOS 5.0 eingeführten Neurungen sind allesamt verfügbar, darunter das Notification Center, der iMessage-Dienst sowie neue Features für die meisten bereits im Auslieferungszustand vorhandenen Programme.

Etwas überraschend ist der Verzicht auf Siri. Die erstmals im iPhone 4S verwendete Spracherkennung und -steuerung müsste aufgrund der sogar noch höhere Systemleistung als im iOS-Smartphone auch problemlos auf dem neuen iPad lauffähig sein. Dennoch hat Apple sich gegen den Einsatz entschieden und dem Tablet respektive der für das Gerät gedachten Version des Betriebssystems lediglich eine Diktierfunktion spendiert. Diese arbeitet ähnlich gut wie ihr Pendant auf dem iPhone 4S und reicht somit für gewöhnliche E-Mails oder andere Nachrichten meist aus.

Neu und überarbeitet sind einige Applikationen, die Apple über den App Store vertreibt. Dazu gehören unter anderem iPhoto und iMovie, die aber nicht nur auf dem neuen iPad lauffähig sind. Allerdings profitiert man gerade bei ersterem Programm deutlich von der hohen Auflösung. Generell haben zahlreiche Entwickler inzwischen überarbeitete Versionen ihrer Applikationen bereitgestellt, um Nutzen aus der vierfachen Pixelzahl der Anzeige zu nutzen. Zwar werden Vektorgrafiken und Schriften automatisch skaliert, bei allen anderen Inhalten bleibt es aber bei der alten Auflösung, was in einigen Fällen eher unfreiwillig komisch wirkt.

In diesem Zusammenhang stößt man aber auf einen sprichwörtlich großen Nachteil des neuen Displays. Denn gegenüber älteren Versionen benötigen die neuen teilweise deutlich mehr Speicherplatz. Gerade bei Spielen fällt dies auf, aber auch beim Betrachten von Videos. Denn während man sich hier in der Vergangenheit häufig mit den SD-Varianten begnügt hat, nutzt man nun HD-Material. Entscheidet man sich für das 16-Gigabyte-Modell des neuen iPads, erreicht man unter Umständen schnell das Limit.

Kommunikation & Konnektivität

In puncto „Kommunikation“ bewegt sich das iPad 3 mit WLAN-n, Bluetooth 4.0 und LTE eigentlich auf höchstem Niveau. „Eigentlich“ deshalb, weil die 4G-Variante des Gerätes in Europa nicht funktioniert. Statt LTE nutzen zu können, muss man sich deswegen auf HSPA+ beschränken, was für die allermeisten Anwendungsszenarios allerdings dank Downloadraten von theoretisch bis zu 42 Mb/s völlig ausreichen dürfte. Dennoch könnte diese Einschränkung manchem potentiellen Kunden vor dem Hintergrund einer zunehmenden LTE-Verbreitung sauer aufstoßen, zumal Apple bis vor kurzem über eine zweideutige Werbung indirekt mit der Funktionalität Werbung machte.

Für all jene, die ihr Tablet nicht permanent herumtragen und dabei online sein möchten, bietet sich aber ohnehin auch beim iPad 3 die preisgünstigere und leichtere WLAN-Variante. Übrigens: Konnektivitätsprobleme konnten wir zu keiner Zeit feststellen, sodass Apple offenbar auch beim iPad 3 ein neuerliches „Antennengate“ vermeiden kann.

Laufzeiten

Auf dem Papier wirkt der von Apple verbaute Akku des neuen iPads fast schon überdimensioniert für ein Tablet. Wo derartige Geräte bislang Kapazitäten von 6.000 bis 8.000 mAh vorweisen konnten, bringt es der Energiespeicher des Neulings auf rund 11.500 mAh oder 42,5 Wattstunden. Gegenüber dem iPad 2 (25 Wattstunden) ist dies fast eine Verdoppelung.

Video-Dauertest
Angaben in Stunden, Minuten
  • 720p Dauertest:
    • Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
      8:20
    • Apple iPad 2 (iOS 4.3.5)
      7:30
    • Apple iPhone 4 (iOS 5.0.1)
      7:20
    • HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
      7:00
    • Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
      6:55
    • iPad 3 (iOS 5.1)
      6:55
    • Apple iPhone 4S (iOS 5.0.1)
      6:40
    • Motorola Xoom 2 (Android 3.2)
      5:47
    • Apple iPhone 4S (iOS 5.0.0)
      5:40
    • RIM BlackBerry Playbook
      5:33
    • Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
      5:03
    • HTC Radar (Windows Phone 7.5)
      4:33
    • Samsung Galaxy Nexus (Android 4.0.1)
      4:27
    • HTC Sensation XL (Android 2.3.5)
      3:56
    • HP TouchPad (webOS 3.0.2)
      3:30
    • Sony Tablet P
      3:28
    • HTC Titan (Windows Phone 7.5)
      3:20
    • Nokia Lumia 800 (Windows Phone 7.5)
      3:00
      Hinweis: Firmware 1600.2479.7740.11451
    • Sharp Aquos SH80F (Android 2.3.4)
      2:50
Anmerkungen zu den Laufzeiten

In der Praxis spürt man vom Kapazitätswachstum aber nichts, eher im Gegenteil. Denn im Vergleich zum Vorgänger fallen die Laufzeiten beim dritten iPad minimal kürzer aus. In unserem Video-Dauertest beträgt Differenz rund eine halbe Stunde zulasten des neuen Modells. Zurückzuführen ist dies in erster Linie auf das neue Display, welches nicht zuletzt aufgrund der aufwändigeren Hintergrundbeleuchtung mehr elektrische Energie verbraucht.

In anderen Szenarien, beispielsweise beim Ausführen grafikintensiver Spiele, werden die Unterschiede noch deutlicher. Hier spielt dann auch die vom neuen A5X-SoC gebotene Mehrleistung eine Rolle. Ebenfalls nicht spurlos vorbei geht der größere Akku am Thema Ladezeit. Bei einem fast leeren Energiespeicher müssen zwischen sieben und acht Stunden eingeplant werden, bis dieser wieder voll geladen ist.

Nach wie vor groß ist der Einfluss der verwendeten Datenübertragungswege. Wird statt auf WLAN auf das Mobilfunknetz zurückgegriffen, verkürzt sich die Laufzeit spürbar – beim Betrachten von Videos um fast eine Stunde. Dabei sei angemerkt, dass man hierzulande maximal auf HSPA zurückgreifen kann. Die vom iPad 3 unterstützten LTE-Frequenzen finden in Europa keine Anwendung – die Funktion liegt also brach. Aber auch so werden in entsprechend ausgebauten Netzen hohe Übertragungsraten erzielt, das Limit liegt derzeit bei 42 Megabit pro Sekunde im Downstream.

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