2/4 Intels Ultrabooks : Ein Fazit zur 1. Generation

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...in der Praxis

An genau diesem Punkt beginnen dann die Unterschiede zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Denn wenn ein Ultrabook mit einer durchschnittlichen Ausstattung laut Intel nicht mehr als 1.000 US-Dollar netto kosten soll, der Hersteller aber an einigen Dingen nicht vorbeikommt, muss er an anderen Stellen sparen. Grundsätzlich ist dies unter anderem beim Gehäuse – Stichwort Material, dem Display oder mit Abstrichen beim Massenspeicher möglich. Dies sind abgesehen von der Kombination CPU und Mainboard die teuersten Bauteile und haben keinen oder nur einen sehr begrenzten Einfluss auf Intels Vorgaben.

Acer Aspire S3
Acer Aspire S3
Apple MacBook Air (2011)
Apple MacBook Air (2011)
Asus Zenbook UX31E
Asus Zenbook UX31E
Dell XPS 13
Dell XPS 13

Allerdings trennt sich gerade in diesen Punkten die Spreu vom Weizen. Ein Gehäuse aus billigem Plastik erfühlt der Kunden sofort, ein schlechtes Display sieht er sofort, eine langsame Festplatte erkennt er spätestens beim zweiten oder dritten Kaltstart des Ultrabooks. So verwundert es nicht, dass beim Blick auf die entsprechenden Messwerte die günstigen von den teuren Modellen unterschieden werden können – der Blick auf das Preisschild kann überspitzt formuliert so entfallen.

Maximale Übertragungsraten der Massenspeicher (gerundet, Auszug)
Lesen Schreiben
Sony Vaio Z21 477 MB/s 339 MB/s
Dell XPS 13 469 MB/s 265 MB/s
Asus Zenbook UX21E 460 MB/s 169 MB/s
Maximale Helligkeit (Auszug)
Maximale Helligkeit
in cd/m²
Asus Zenbook UX31E 582
Asus Zenbook UX21E 508
Samsung 900X3A 412
Kontrast (Auszug)
Kontrast
Samsung 900X3A 705:1
Sony Vaio Z21 671:1
Apple MacBook Air (2010) 577:1
Festplatten-Benchmarks
Display-Helligkeit
Display-Kontrast

Interessant beim Blick auf die drei jeweils besten Geräte in diesen Kategorien: Keines ist in allen Bereichen vertreten. Das „beste“ Ultrabook gibt es also nicht, jeder Hersteller muss trotz eines teilweise deutlich über 1.000 Euro liegenden Preises Kompromisse eingehen. So setzt Asus bei seinen Zenbooks zwar auf sehr helle und relativ hochauflösende, dafür aber auch sehr kontrastarme Displays. Im Gegenzug liefert HP beim Envy 14 Spectre eine nur durchschnittlich helle, dafür aber kontrastreiche Anzeige. Selbst beim wohl in dieser Disziplin besten Vertreter, dem Samsung 900X3A, gibt es Kritik.

HP Envy 14 Spectre
HP Envy 14 Spectre
Samsung 530U3B
Samsung 530U3B
Toshiba Satellite Z830
Toshiba Satellite Z830

Das größte Manko für diejenigen, die ihr Ultrabook viel unterwegs nutzen, ist aber ein anderes: Lediglich zwei von acht getesteten offiziellen Ultrabooks verfügen über eine matte Display-Oberfläche und können somit deutlich besser unter ungünstigen Lichtverhältnissen genutzt werden. Nun mag dies vertretbar sein, wenn die maximale Helligkeit ausreichend hoch ist oder man das Gerät überwiegend zu Hause oder in der Uni nutzt – Orte, an denen man einen gewissen Spielraum in puncto Umgebungslicht hat; spätestens bei einem als Business-Gerät angepriesenen Ultrabook wie zum Beispiel dem Dell XPS 13 erwartet man aber Besseres.

Acer Aspire S3
Acer Aspire S3
Apple MacBook Air (2011)
Apple MacBook Air (2011)
Asus Zenbook UX21E & UX31E
Asus Zenbook UX21E & UX31E
Dell XPS 13
Dell XPS 13

Abseits dieser Punkte gibt es aber auch Positives zu Berichten. So halten alle bislang von uns getesteten Geräte die Vorgaben zu Boot-Zeiten, Maßen und Gewicht ein und punkten somit gegenüber gewöhnlichen Notebooks. Insbesondere durch die beiden letzten Punkte eigenen sich eigentlich alle Ultrabooks als Begleiter für unterwegs. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede bei den Akkulaufzeiten. Intel selbst gibt vor, dass ein Gerät mindestens fünf Stunden mit einer Ladung aushalten muss.

Akku-Tests

Die entsprechenden Rahmenbedingungen sind aber nicht bekannt, aufgrund unserer Testergebnisse gehen wir davon aus, dass es sich dabei aber um ein sehr theoretisches Szenario handeln dürfte. Die von uns ermittelte Bandbreite unter sehr geringer Last liegt dabei zwischen gut drei und fünfeinhalb Stunden. Unter Last im Battery-Eater-Test lag der Spitzenwert bei etwa mehr als drei Stunden. In der Praxis liegen dann ausgerechnet drei Geräte an der Spitze, die bezeichnenderweise nicht offiziell als Ultrabook geführt werden.

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