3/6 Asus N76VM im Test : Notebook mit Full HD auf 17 Zoll und GT 630M

, 64 Kommentare

CPU & GPU

Den ersten Vertreter der mobilen Ivy-Bridge-Familie in Form des i7-3820QM haben wir bereits vor einigen Wochen begutachtet. Angesichts von noch nicht ganz ausgereiften Treibern und dem Vorserienstatus der Testplattform waren die Ergebnisse zu diesem Zeitpunkt aber nicht „in Beton gegossen“. Anders sieht es hier beim Testgerät aus, bei dem es sich um ein endgültiges Seriengerät handelt, welches so im Handel erhältlich ist.

Bei der im N76VM verbauten CPU handelt es sich um das Modell i7-3610QM mit einer Nominaltaktrate von 2,1 Gigahertz sowie vier Kernen und einem sechs Megabyte großen Level-3-Cache. Damit ist der i7-3610QM bislang zusammen mit dem i7-3615QM der schwächste der neuen Vierkerner mit einer TDP von 45 Watt. Darunter liegt nur noch der i7-3612QM, der allerdings auch über eine um zehn Watt geringere Maximalverlustleistung verfügt. Am besten vergleichbar ist die neue CPU mit dem i7-2720QM. Beide gleichen sich in puncto Kernen, TDP, Cache und Preis, weichen allerdings beim Grundtakt minimal voneinander ab. Dafür liegt die Spitzengeschwindigkeit wieder bei einheitlichen 3,3 Gigahertz.

Festplatte und Arbeitsspeicher
Festplatte und Arbeitsspeicher

Diese wird wie bislang durch die Turbo-Boost-Technik in Version 2.0 erreicht: Ist das thermische Budget, das sich die CPU mit der integrierten Grafikeinheit vom Typ HD 4000 teilt, nicht aufgebraucht und sind nicht alle vier Kerne voll ausgelastet, kann der Takt bei einzelnen Kernen angehoben werden. In erster Linie profitiert so nicht auf den Betrieb auf Mehrkernsystemen ausgelegte Software von einem Geschwindigkeitsschub.

Der größte Unterschied im Vergleich zur Vorgängergeneration ist aber sicherlich der Sprung von 32 zu 22 Nanometern. Im Zusammenspiel mit den ebenfalls erstmals eingesetzten Tri-Gate-Transistoren soll die Leistungsaufnahme gesenkt werden. Allerdings setzt Intel nicht nur auf Sparen, sondern wandelt einen Teil in eine leicht höhere Leistung um. So erreicht der neue Prozessor im Cinebench eine um etwa zehn Prozent höhere Einzelkern-Performance als ein i7-2720QM, in der Gesamtleistung liegt er auf fast einem Niveau wie ein i7-2960XM, der immerhin 400 Megahertz schneller getaktet ist und über einen 33 Prozent größeren Level-3-Cache verfügt. Neben Hyper-Threading unterstützt der i7-3610QM unter anderem auch die AES-NI-Instruktionen sowie die Virtualisierungstechnik VT-x, was in speziellen Fällen einen weiteren Schub verspricht.

Performance-Vergleich 3DMark

Wie viel mehr die neue integrierte Grafiklösung HD 4000 gegenüber ihrem Vorgänger leistet, konnten wir bereits in unserer ersten Ivy-Bridge-Betrachtung aufzeigen, trotz Treiberunstimmigkeiten. Diese sind nun, soweit man dies für einen Intel-Treiber sagen kann, weitestgehend ausgeräumt. In erster Linie profitiert die HD 4000 von nun 16 statt wie bislang zwölf eingesetzten Execution Units sowie der Unterstützung von DirectX 11. Wirklich spieletauglich ist die GPU damit aber immer noch nicht, auch wenn der Vorsprung im 3DMark Vantage vor der schnellsten HD 3000 circa 60 (Entry) und 80 Prozent (Performance) beträgt. In diesem synthetischen Benchmark liegt der Grafikchip leicht über dem Niveau von dedizierten Lösungen der oberen Einsteiger- und unteren Mittelklasse. Spätestens in Spielen wird aber sehr deutlich, dass die Realität anders aussieht. Hier liegt selbst eine Nvidia GeForce GT 525M deutlich vor Intels Chip. Dennoch reicht es bei niedrigen Auflösungen und minimalen Details auch in aktuellen Titeln für eine (annähernd) flüssige Bildwiedergabe.

Externer Subwoofer
Externer Subwoofer

Wirklich mehr ermöglicht aber auch die ebenfalls im Asus N76VM verbaute dedizierte Nvidia-GPU GeForce GT 630M nicht. Zu beachten ist allerdings, dass es vermutlich zwei unterschiedliche Varianten der 630M gibt: Auf Basis des GF108 in 40 Nanometern sowie auf Basis des GF117 in 28 Nanometern. Im Testgerät verbaut ist erstere Variante, womit es sich de facto lediglich um eine umgelabelte GeForce GT 540M mit 96 Shader-Einheiten und einer maximalen Taktrate von 672 Megahertz handelt. Zur Seite gestellt sind der GPU zwei Gigabyte Grafikspeicher.

Speicher, Laufwerke & Schnittstellen

Insgesamt acht Gigabyte Arbeitsspeicher stecken im N76VM, verteilt auf zwei DDR3-1600-Module. Für den von Asus vorgesehenen Einsatzzweck als Allround-Notebook dürfte dies ausreichend sein, nur in den wenigsten Geräten ist mehr verbaut. Ebenfalls angemessen ist die Art der Module. Spätestens seit unserem Speichervergleichstest im Zusammenhang mit Ivy Bridge ist klar, dass theoretisch schnellere Speicherarten wie DDR3-1866 oder -2133 in der Praxis nahezu keinen Vorteil bringen. Vor allem dann nicht, wenn die dedizierte GPU verwendet wird.

Audio, USB 2.0, Subwoofer-Out, Kensington Lock
Audio, USB 2.0, Subwoofer-Out, Kensington Lock

Angesichts zahlreicher Ultrabooks, die in den vergangenen Wochen und Monaten mit ihren schnellen SSDs auf den Markt gekommen sind sowie des zwischenzeitlichen Preisverfalls bei Flash-Speichern wirkt der Einsatz von herkömmlichen HDDs als Massenspeicher fast schon antiquiert. Angesichts der anderen im N76VM verbauten Komponenten ist der Einsatz eines Magnetscheibenspeichers aber schnell erklärt – das Budget hat immer seine Grenzen. Dennoch kann Asus zumindest leicht kritisiert werden.

Denn die maximalen Übertragungsraten liegen doch deutlich hinter denen der schnellsten bislang getesteten HDDs. In der Spitze werden etwa 94 und 90 Megabyte pro Sekunde (Lesen/Schreiben) erreicht, was gut ein Drittel weniger als beim Spitzenreiter ist. Immerhin sollten die 750 Gigabyte des Hitachi-Laufwerks für die meisten Nutzer ausreichend sein. Falls nicht: im Gehäuse ist Platz für ein zweites 2,5-Zoll-Laufwerk. Neben einer zusätzlichen HDD kann hier im Zweifelsfall auch eine SSD verbaut werden, um das Tempo zu erhöhen.

Festplattenübertragungsraten

Wie HDDs werden auch optische Laufwerke mittlerweile immer seltener verbaut. Asus setzt hier auf einen DVD-Brenner der Marke Matshita, der die üblichen CD- und DVD-Formate verarbeiten kann und seinen Dienst sehr unauffällig verrichtet.

An Schnittstellen hat Asus nicht gespart, insgesamt zehn Ein- und Ausgänge sind auf der linken und rechten Gehäuseseite verteilt. Dabei zeigt sich beim näheren Anblick aber, dass Asus die Möglichkeiten voll ausgeschöpft hat. Denn alle vier USB-Ports arbeiten nach Version 3.0, was vom Ivy-Bridge-Chipsatz ermöglicht wird. Darüber hinaus stehen je ein VGA- und HDMI-Ausgang bereit, für die Einbindung des Notebooks in Netzwerke via Kabel ein Ethernet-Port. Die insgesamt drei Audio-Buchsen teilen sich auf in einen Eingang sowie zwei Ausgänge. Einer davon ist für den mitgelieferten externen Subwoofer gedacht. Leider befinden sich abgesehen vom VGA-Ausgang alle Ports mehr oder weniger direkt unter der Handballenablage. Wird hier kabelgebundenes Zubehör eingesetzt, kann es beim gleichzeitigen Verwenden einer Maus störend werden.

VGA, Ethernet, HDMI, USB 3.0
VGA, Ethernet, HDMI, USB 3.0

Der Subwoofer soll die bauartbedingten Probleme mit tiefen Tönen beseitigen, was in der Praxis eindrucksvoll gelingt. Zwar ist das N76VM immer noch weit davon entfernt, einer qualitativ hochwertigen PC-Sound-Anlage ernsthafte Konkurrenz zu machen, im Vergleich zu den normalerweise in Notebooks verbauten Lösungen schafft man es aber eindeutig in die Spitzengruppe.

Bei den drahtlosen Datenverbindungen gibt es Licht und Schatten. Während man sich mit Bluetooth 4.0 auf der Höhe der Zeit zeigt, enttäuscht das WLAN-Modul. Dieses kann wenig zeitgemäß nur in 2,4-Gigahertz-Netzen arbeiten.

Auf der nächsten Seite: Display