Android 4.1 im Test: Zwei Wochen mit „Jelly Bean“

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Mahir Kulalic
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Google Now und Sprachsteuerung

Nicht nur unter der Haube hat Google etwas verändert. Der Suchmaschinenbetreiber stattet sein Betriebssystems auch mit neuen Funktionen aus. Die wohl größten Änderungen sind unterdessen die verbesserte und umfangreichere Sprachsuche sowie der persönliche Assistent Google Now.

Die neue Oberfläche der Sprachsteuerung
Die neue Oberfläche der Sprachsteuerung

Anders als bei den Konkurrenten Apple und Microsoft funktioniert die Spracherkennung unter Android 4.1 „Jelly Bean“ nach einmaligem Herunterladen der Sprachdateien auch vollkommen ohne Internetverbindung. So können viele der Funktionen der Sprachsuche auch ohne Datenverbindung genutzt werden. Auch das Anrufen von Kontakten oder das Verfassen von SMS ist via Sprachsteuerung möglich – hier gibt es allerdings bereits eine erste Einschränkung. Denn die richtige Nutzung der Diktierfunktion ist derzeit lediglich für US-amerikanisches Englisch verfügbar. Dort lassen sich beispielsweise auch Satzzeichen setzen. Auf Deutsch wird bei dem Befehl „Fragezeichen“ anstatt des Satzzeichens das Wort ausgeschrieben. Laut Google sollen weitere Sprachen demnächst folgen, wann genau ist allerdings unklar. Weitere neue Funktionen der Sprachsuche, nämlich das gezielte Stellen von Fragen, sind aktuell ebenfalls nur auf Englisch möglich. Dafür ist es notwendig, die Sprache des Gerätes auf Englisch zu stellen und die Websuche über die englische Domain google.com laufen zu lassen. Ist dieser Schritt vollzogen, lassen sich allerdings Fragen wie „Who is the president of Germany?“ stellen. Anschließend erhält man ein Bild und eine Sprachausgabe des Namens als Antwort.

Google Now im Einsatz
Google Now im Einsatz

Mit Google Now präsentiert der Konzern eine Art persönlichen Assistenten für den Nutzer, der anhand des jeweiligen Standorts und des Suchverhaltens aktuelle Informationen bereitstellt. Auf dem Papier enthält dies das Wetter, den Verkehr, den nächsten Termin, einen Reisebegleiter samt Währungsrechner, Übersetzer und Zeitzonen und kommende Flüge nach entsprechender Suche. Ebenfalls enthalten sind öffentliche Verkehrsmittel, Google Places und Sport – anhand der Vereine, die man sucht. Angezeigt werden entsprechende Informationen in verschiedenen Karten, die sich von oben nach unten durchscrollen lassen. Mit Wisch zu den Seiten kann man einzelne Karten auch vorübergehend schließen. Sobald allerdings ein Zeitpunkt für eine neue Information eintritt, also beispielsweise bei neuen Suchergebnissen nach Adressen oder einem neuen Standort für das Wetter, werden neue Karten wieder eingeblendet. Dies funktionierte während unseres gesamten Testzeitraums äußerst zuverlässig. Allerdings gelten auch hier, ähnlich der Sprachsteuerung, Einschränkungen auf die volle Funktionstüchtigkeit. Beispielsweise funktionieren die Karten rund um öffentliche Verkehrsmittel hierzulande nicht. Auch die „Sport“-Karte wurde nicht angezeigt, trotz mehrmaliger Suche nach einem Sportverein.

Android 4.1.1 auf dem Galaxy Nexus
Android 4.1.1 auf dem Galaxy Nexus

Gelegentlich erweist sich Google Now allerdings durchaus als schnelle Hilfe – hat man zum Beispiel eine Adresse gesucht, die man später erreichen möchte, wird stets eine aktuell gehaltene Karte mitsamt Verkehrsinformationen angezeigt. Auch die Wetterübersicht mit Vorhersage für die nächsten Tage ist ein gelungenes Feature, auch wenn viele Android-Nutzer solche Lösungen bereits in Form von Widgets auf ihrem Homescreen einsetzen dürften. Der Dienst sorgt auch im Zusammenhang mit den Kalendereinträgen für einen guten Überblick über aktuelle Informationen und ist somit in weiten Teilen nützlich und durchdacht umgesetzt – allerdings macht erst ein zuverlässiger, voller Funktionsumfang die Funktion (in Deutschland) wirklich zu einem „Killer-Feature“.