3/8 Apple MacBook Pro Retina im Test : Das erste mit 2.880 × 1.800 Pixeln

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CPU & GPU

Wie auch beim neuen MacBook Air und MacBook Pro setzt Apple auf Intels dritte Core-Generation, „Ivy Bridge“ genannt. In der hier getesteten Grundkonfiguration verrichtet ein Core i7-3610QM sein Werk, der über insgesamt vier Prozessorkerne verfügt. Je nach Auslastung liegen die Taktraten dank Turbo-Funktion zwischen 2,3 und 3,3 Gigahertz – letztere Geschwindigkeit kann jedoch von nur einem Kern erreicht werden. Voraussetzung für das automatische „übertakten“ ist bekanntermaßen ein ausreichendes thermisches Budget. Ist dieses – Intel gibt es für diesen Prozessor mit 45 Watt an – nicht ausgeschöpft, können entweder einzelne CPU-Kerne oder die integrierte Grafikeinheit vom Typ HD 4000 höher getaktet werden. Weiterhin wirken aber auch verschiedene Zusatzfunktionen leistungssteigernd, so unter anderem Hyper-Threading, womit acht Threads parallel abgearbeitet werden können. Zudem stehen auch AES-NI und VT-x bereit.

Teilen muss sich die CPU den sechs Megabyte großen Level-3-Cache wie auch alle anderen Ivy-Bridge-Prozessoren mit der integrierten Grafiklösung HD 4000. Diese arbeitet mit 650 bis 1.100 Megahertz; je nach bereits erwähntem verfügbaren thermischen Budget. Mit insgesamt 16 Execution Units sowie 512 Megabyte vom Arbeitsspeicher abgezweigtem Grafikspeicher reicht die Leistung der HD 4000 für einfachere Aufgaben aus, wozu beispielsweise typische Office-Anwendungen und ähnliches gehören. Grafisch eher anspruchslose Spiele stellen ebenfalls in den meisten Fällen kein Problem dar, für aktuelle Titel reicht es meist jedoch gerade noch für minimale Details und Qualitätseinstellungen.

Wird mehr Leistung benötigt, kommt die verbaute Nvidia GeForce GT 650M ins Spiel. Die in 28 Nanometern gefertigte GPU der „Kepler“-Generation verfügt über insgesamt 384 Shader-Einheiten und arbeitet mit 735 Megahertz. Allein dies sorgt für eine gegenüber der HD 4000 deutliche Mehrleistung, aber auch der dedizierte, ein Gigabyte große Grafikspeicher vom Typ GDDR5 spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die maximale Verlustleistung des DirectX-11-tauglichen Grafikchips liegt bei etwa 45 Watt, die höhere Leistung mündet also auch in einem höheren Energieverbrauch sowie höherer Abwärme. Nach wie vor ist das Umschalten zwischen beiden GPUs mit Bordmitteln in Apples Betriebssystem weniger komfortabel als unter Windows. Wo man sonst einfach per Kontextmenü manuell umschalten kann, muss man sich beim MacBook von Haus nach wie vor auf die Automatik verlassen, die aber öfter falsch entscheidet. Abhilfe schaffen hier nur verschiedene kleine Tools, die dem Nutzer die Wahl überlassen.

Speicher, Laufwerke & Schnittstellen

Durch die Verringerung der Gehäusehöhe steht in erster Linie weniger Platz für Massenspeicher zur Verfügung. Während herkömmliche 2,5-Zoll-HDDs grob mindestens eine Bauhöhe von sechs bis zehn Millimeter aufweisen, kommen die im MacBook Pro mit Retina Display verwendeten mSATA-SSDs meist mit gut zwei bis vier Millimetern aus. Allerdings setzt Apple auf einen vom Standard abweichenden Formfaktor. Denn die verbauten Laufwerke sind deutlich länger als die üblichen Pendants.

Blick ins Innere
Blick ins Innere (Bild: ifixit.com)

In der Grundkonfiguration verbaut das Unternehmen eine 256 Gigabyte fassende SSD. In der Spitze erreicht der von Samsung stammende Speicher – auch von Toshiba stammende Modelle werden verbaut – etwa 447 und 395 Megabyte pro Sekunde (lesen und schreiben). Während man mit ersterem Wert auf dem Niveau des aktuellen MacBook Air liegt, übertrifft man dieses mit letzterem um fast 75 Prozent. Im Vergleich zu den bisher getesteten Laufwerken in Notebooks anderer Hersteller kann sich das Testgerät ebenfalls in der Spitzengruppe platzieren. Wird mehr Speicher benötigt, muss entweder auf eine externe Lösung oder das etwa 600 Euro teurere Schwestermodell mit 2,6 Gigahertz schnellem Prozessor zurückgegriffen werden. Hier stehen dann 512 oder auf Wunsch 768 Gigabyte zur Verfügung.

Ein wenig mehr Wahlfreiheit hat man hingegen beim Arbeitsspeicher. Zwar macht Apple hier das spätere Aufrüsten durch das Verlöten des RAM auf dem Mainboard unmöglich, zumindest aber stehen beim Kauf acht oder 16 Gigabyte zur Verfügung. Mit den zum Lieferumfang gehörenden acht Gigabyte ist das Notebook allerdings für die meisten Anwendungen mehr als gewappnet, nur in speziellen Szenarien ist mehr Speicher wirklich von Vorteil.

Anschlüsse rechts: Kartenleser, HDMI, USB 3.0
Anschlüsse rechts: Kartenleser, HDMI, USB 3.0

Mehr wünscht man sich jedoch in Bezug auf die Schnittstellen. Denn wie so häufig geizt Apple mit den USB-Ports. Wie bei den vor einigen Wochen aktualisierten MacBooks setzt man auch bei beim neuen Pro auf Serie-7-Chipsätze von Intel, womit bis zu vier USB-3.0-Ports möglich sind. Insgesamt sind allerdings nur zwei solcher Schnittstellen vorhanden, was bei einem Gerät der 15-Zoll-Klasse wenig verständlich ist. Im Gegenzug hat man zwei Thunderbolt-Ports spendiert, die bekanntermaßen gleichzeitig als Mini-DisplayPort fungieren. Für Apple ungewöhnlich ist die Verwendung eines HDMI-Ausgangs, den man zwar in den technischen Daten eher stiefmütterlich behandelt, dafür aber bei Monitoren aktuell noch häufiger antrifft als einen DisplayPort. Bei Fernsehern hat sich HDMI zudem schon lange als Standard etabliert – beim Anschluss des MacBooks an einen solchen kann also künftig auf Adapter verzichtet werden.

Anschlüsse links: MagSafe 2, Thunderbolt, USB 3.0, Audio-Out
Anschlüsse links: MagSafe 2, Thunderbolt, USB 3.0, Audio-Out

Ärgerlich ist wie beim MacBook Air auch der Verzicht auf einen Ethernet-Port, beziehungsweise das Mitliefern eines entsprechenden Adapters. Dieser kostet etwa 30 Euro und nutzt eine der beiden Thunderbolt-Schnittstellen. Ähnliche Lösungen gibt es auch für die Ausgabe von Bildsignalen via D-Sub und DVI. In diesem Zusammenhang muss auch Thunderbolt selbst kritisch hinterfragt werden. Seit mittlerweile fast eineinhalb Jahren sind Rechner mit der von Intel entwickelten Schnittstelle verfügbar, die Anzahl des Zubehörs hält sich jedoch nach wie vor in engen Grenzen. Dabei dürften die hohen Kosten, vor allem für die notwendigen Kabel, eine deutliche Rolle spielen, eine wirkliche Trendwende ist bislang nicht zu erkennen. Unverständlich ist Apples Schnittstellenpolitik auch im Hinblick auf FireWire: Beim MacBook Pro ist ein derartiger Anschluss vorhanden, beim MacBook Pro mit Retina Display nicht.

Darüber hinaus steht ein 3,5-Millimeter-Audio-Ausgang sowie ein SD-Kartenleser bereit. Wie beim neuen MacBook Air, aber anders als beim MacBook Pro, hat man für die Verwendung des Netzteils auf die zweite Generation des MagSafe-Steckers zurückgegriffen. Dieser fällt ein wenig breiter aus und ist zur ersten Generation mechanisch inkompatibel. Allerdings sind entsprechende Adapter für etwa 10 Euro verfügbar. Wenig Worte muss man über die integrierte Webcam sowie die Lautsprecher verlieren. Erstere löst mit 1.280 × 720 Pixeln auf und überzeugt bei guten Lichtverhältnissen mit einer deutlich überdurchschnittlichen Qualität, letztere verlieren sich in hohen und mittleren Frequenzen, Bässe sind ihnen kaum zu entlocken.

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