10/10 Plextor M3 (Pro) im Test : Marvell-Chip trifft Toshiba-NAND

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Fazit

Plextor hat mit der M3 und insbesondere der M3 Pro zwei sehr schnelle Solid State Drives im aktuellen Portfolio, die sich bei gleicher Komponentenbestückung in erster Linie durch die Firmware unterscheiden. Diese wiederum macht vor allem bei den sequenziellen Schreibraten einen Unterschied, die bei den Pro-Modellen deutlich höher ausfallen und auf dem Niveau der Serie 830 von Samsung liegen. Zudem reagiert die „Pro“ besser auf hohe Schreibbelastungen als die M3. Beim zufälligen Lesen und Schreiben und den Zugriffszeiten erreichen beide Modelle sehr gute Werte, doch entscheidend ist natürlich in erster Linie, wie sich die Rohleistung in der Praxis auswirkt.

Dabei zeigt sich einmal mehr, dass der Desktop-Betrieb moderne SSDs in weiten Teilen unterfordert, was sich in marginalen Unterschieden bei den Bootzeiten sowie dem Starten und Installieren von Anwendungen widerspiegelt. Bestätigt wird dies durch die Ergebnisse im Laufwerkstest des PCMark 7. Die M3 Pro hat hier das beste Ergebnis aller getesteten SSDs erzielt und auch die M3 muss nur der Intel SSD 520 den Vortritt lassen, die einzelnen Modelle unterscheiden sich in der Gesamtpunktzahl jedoch um maximal fünf Prozent, in den meisten Einzeltests noch weniger bis gar nicht. Größere Unterschiede gibt es vor allem dann, wenn sequenzielle Schreibzugriffe gefragt sind, beispielweise beim Entpacken von Dateien. Hier kann die M3 Pro auftrumpfen und landet nur knapp hinter der – allerdings durch die höhere Kapazität bevorteilten – Serie 830 von Samsung. Die 256-GB-Variante der M3 Pro dürfte dementsprechend sogar noch ein wenig schneller sein als die Samsung-SSD. Doch auch die langsamere M3 konnte hier überraschen. Trotz der eigentlich geringeren Schreibleistung kann sie Intels SandForce-SSD und die Crucial M4 hinter sich lassen.

Insgesamt bieten die M3 und die M3 Pro beide eine hervorragende Leistung, wobei die Pro mit den höheren Schreibraten hervorsticht. Diese machen sich jedoch nur in einigen Anwendungen bemerkbar, so dass es in den meisten Fällen eine M3 genauso tut. Bei der Qualität der Komponenten muss man dabei keine Abstriche hinnehmen, sie sind bei beiden Produktserien identisch und auch der Lieferumfang (3,5-Zoll-Rahmen und Clon-Software) sowie die fünfjährige Herstellergarantie stimmen überein. Für die hohe Leistung und die Stabilität auch unter hoher Last hätte sich die M3 Pro mit 128 GB unsere Empfehlung redlich verdient. Allerdings gibt es da ein nicht ganz so kleines aber: den Preis.

Rund 122 Euro kostet derzeit die M3 mit 128 GB Speicherkapazität, sogar 162 Euro die M3 Pro mit 128 GB. Somit übertrifft sie sogar die SSD 520 Series mit 120 GB, die in der Retail-Variante derzeit rund 150 Euro kostet. Sie war bereits zur Zeit des Tests teurer als der Rest des Marktes, doch mittlerweile sind die Preise für SSDs ein ganzes Stück nach unten gerutscht. So bekommt man die Samsung Serie 830 mit 128 GB ab 99 Euro, eine Crucial M4 ab 100 Euro und diverse SandForce-SSDs – je nach Leistung – sogar schon ab 80 Euro. Daher geht die M3 Pro – trotz der ohne Frage hervorragenden Leistung – aufgrund des derzeit exorbitanten Preisaufschlags von über 60 Prozent im Vergleich zu anderen Topmodellen ohne unsere Empfehlung aus dem Test hervor. Wer bereit ist, den hohen Aufpreis zu zahlen und beispielsweise Wert auf die Garantie legt, kann jedoch bedenkenlos bei der M3 und M3 Pro zuschlagen.

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