News : AMD gibt (halben) Startschuss für Retail-Desktop-„Trinity“

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Am heutigen Tage gibt AMD offiziell einen kleinen Einblick in die kommenden Desktop-Prozessoren mit dem Codenamen „Trinity“. Insgesamt neun Modelle offenbart der Hersteller dabei, sechs siedeln sich in der A-Klasse an, drei weitere werden als Athlon vermarktet.

So richtig will AMD am heutigen Tage noch nicht sagen was Phase ist, die wichtigen Zahlen, beispielsweise zur Leistung und den Preisen, dürfen nach wie vor nicht genannt werden. Zumindest in letztem Punkt hilft der Preisvergleich aber bereits nach, werden dort fünf Modelle der A-Serie zu Preise zwischen 50 und 115 Euro gelistet.

AMD A10-5800K
AMD A10-5800K

Neben dem bereits seit dem Frühjahr erwarteten und oben abgebildeten Flaggschiff A10-5800K soll es acht weitere Modelle geben, drei davon werden direkt als Athlon ohne Grafikeinheit ausgekoppelt. Gleich vier der neun Probanden sind zudem als K-Modell angesetzt, sie können also bis zum Multiplikator 63 – entsprechende Kühlung vorausgesetzt – übertaktet werden. Auf dem Papier sehen die Prozessoren wie folgt aus, letztlich sind genau die Varianten am Start, die bereits seit Monaten in der Gerüchteküche vertreten sind:

„Trinity“-Desktop-Prozessoren
Modell Module /
Threads
Takt /
mit Turbo
L2-Cache Grafik Shader TDP
A10-5800K 2 / 4 3,8 / 4,2 GHz 4 MB HD 7660D 384 100 W
A10-5700 2 / 4 3,4 / 4,0 GHz 4 MB HD 7660D 384 65 W
A8-5600K 2 / 4 3,6 / 3,9 GHz 4 MB HD 7560D 256 100 W
A8-5500 2 / 4 3,2 / 3,7 GHz 4 MB HD 7560D 256 65 W
A6-5400K 1 / 2 3,6 / 3,8 GHz 1 MB HD 7540D 192 65 W
A4-5300 1 / 2 3,4 / 3,6 GHz 1 MB HD 7480D 128 65 W
Athlon X4 750K 2 / 4 3,4 / 4,0 GHz 4 MB 100 W
Athlon X4 740 2 / 4 3,2 / 3,7 GHz 4 MB 65 W
Athlon X2 340 1 / 2 3,2 / 3,6 GHz 1 MB 65 W

Als Infrastruktur für die neun Prozessoren wird der Sockel FM2 samt den Chipsätzen A55, A75 und A85X herhalten. Die bereits vor einigen Tagen aufgetauchten Gerüchte bestätigte AMD und gab bekannt, dass der Sockel FM2 wenigstens drei Jahre genutzt werden soll, also noch zwei Folgegenerationen der „Trinity“ aufnehmen wird. Hier hat man aus der kurzen Lebensspanne des Vorgängers Sockel FM1 entsprechend positive Lehren gezogen. Der Sockel FM2 wurde demnach auch so designed, dass er mit kommenden Prozessoren, die PCI Express 3.0 unterstützen, umgehen kann. Welches Modell das wird, verriet AMD natürlich nicht, da die Grafikkarten aus eigenem Hause das aber schon seit dem letzten Dezember können, ist wohl von einer Unterstützung in der kommenden CPU-Generation auszugehen.

FM2-Plattform für mindestens drei Jahre ausgelegt
FM2-Plattform für mindestens drei Jahre ausgelegt

Wie die Sockel-FM1-Mainboards und „Llano“-APUs zuvor werden auch die FM2-Hauptplatinen für „Trinity“ bis zu 64 GByte Arbeitsspeicher unterstützen. Da auf den Platinen aber nur vier Sockel verbaut werden, dürfte es schwer sein, diese maximal zu bestücken – es gibt aktuell keine normalen 16-GByte-Module, ganz abgesehen vom vermutlich sehr hohen Preis. AMD bewirbt diese Funktion letztlich mit der „Radeon RAMDisk“ – dahinter verbirgt sich aber nichts anderes als das Prinzip der seit Jahrzehnten bekannten Funktionsweise einer RAM-Disk, bei der im Arbeitseinsatz Programme in der Arbeitsspeicher geladen werden, um so schneller verfügbar zu sein. So werden leicht Transferraten von über 5 GByte pro Sekunde (PDF) möglich und jede SSD und Festplatte deutlich in den Schatten gestellt.

AMD Radeon RAMDisk
AMD Radeon RAMDisk

Die Software von AMD soll noch im Laufe dieses Jahres bereitgestellt werden und ist eine Kooperation mit Dataram. Die bisherige Version von RAMDisk ohne AMD-Zusammenarbeit steht für Endkunden mit der Einschränkung von maximal 4 GByte Größe bereits seit längerer Zeit kostenlos zur Verfügung.

Da wir nicht viel mehr zum Thema Retail-„Trinity“ sagen dürfen, ohne das noch kurzweilige NDA zu verletzten, verschieben wir alle weiteren Details auf eben diesen Termin. Die technischen Spezifikationen und Architektur ist ja bereits seit Mai dieses Jahres bekannt, mit dem Fall des NDAs für die Desktop-Modelle werden wir deshalb detailliert die Performance der CPU- und Grafikeinheit analysieren und der preislich gelagerten Konkurrenz entgegenstellen.