2/5 Borderlands 2 im Test : Die Kammerjäger kommen!

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Borderlands 2 im Überblick

„Borderlands 2“ macht stilistisch da weiter, wo der Vorgänger aufgehört hat: Makaber, abgedreht, auf eigene Art humorvoll und stets mit einer zünftigen Priese Action versehen, bleibt auch der zweite Teil den Grundfesten der Marke treu. Die vielleicht wichtigste Kompetenz, die von Liebhabern der ersten Runde gewünscht werden könnte, wird also erneut erreicht.

Etwas anders sieht es dagegen bei der Weiterentwicklung der Marke aus. In dieser Hinsicht kann gleich zu Beginn dieses Tests festgehalten werden, dass die Macher an ihrem bisherigen Paradigma festhalten, sodass man von „Borderlands 2“ keine allzu großen Entwicklungssprünge und Überraschungen in Form von neuen Elementen, Erzähltechniken oder dergleichen erwarten sollte. Dies geht unterm Strich aber auch voll in Ordnung, weil die alte Rezeptur nach wie vor funktioniert und sich weiterhin angenehm vom großen Einheitsbrei des Genres absetzt.

Storytechnisch verschlägt es den Spieler abermals in die einer SciFi-Version des wilden Westens entsprechenden Borderlands: Auf dem Planeten Pandora wütet der ehemals idealistische und nun eher faschistoide Züge tragende Handsome Jack unter der Bevölkerung. Hauptgrund ist der fantastische, im Inneren des Planeten befindlich Rohstoff Iridium, für den neben einer bereits nahezu ausgebeuteten ersten auch eine zweite Kammer auf Pandora existieren soll und mit dem Jack alles andere als gute Dinge vorhat.

Allerdings versucht nicht nur der grausame Antagonist sein Glück bei der Jagd nach der Kammer: Auch allerlei Glücksritter und Söldner, genannt „Kammerjäger“, suchen in Anlehnung an den Goldrausch aus Wild-West-Zeiten nach der legendären Rohstoffquelle – klar, dass dabei allerlei barbarische Qualitäten zutage treten, die die Spielwelt prägen und so den typischen, schwarzen „Borderlands“-Charme entstehen lassen.

Borderlands 2 - Der erste Kampf

Dementsprechend trifft man bei seinen Ausflügen über das als übersichtliche Open-World angelegte Pandora wie gehabt auf jede Menge abgedrehte Charakterklassen und Charaktere wie Nomaden-Folterer, Shotgun-Zwerge, Psychos, Killer Marauder, unterschiedlichste Roboter und die Ur-Kreaturen von Pandora. Garniert wird der Reigen mit zumeist sehr anspruchsvollen Boss-Gegnern, die in aller Regel über eine solide KI verfügen. Mit von der Partie sind allerdings auch wieder zahlreiche verbündete oder zumindest neutrale NPCs, allen voran der ebenso gutmütige wie durchgedrehte Service-Roboter Claptrap, der den Spieler von der ersten Minute an als Fixpunkt durch das Spiel begleitet.

Eingebettet ist das Ganze in eine Erzählung, die auf den ersten Blick konventionell wirkt: Beim vom Spieler gesteuerten Kammerjäger, so viel wird schnell klar, handelt es sich offenbar um einen besonderen Charakter, der in verhüllt-biblischer Manier über das Potential verfügt, der grausamen Herrschaft von Handsome Jack ein Ende zu bereiten.

Allerdings wird auch schnell klar, dass die 0815-Geschichte im Spielfluss nicht gerade konventionell umgesetzt wird. Dementsprechend wartet „Borderlands 2“ mit einer Story auf, die insgesamt bestens unterhält und einige überraschende und meistens glaubwürdige (zumindest in „Borderlands“-Logik) Wendungen enthält. Trotz dieser löblichen Merkmale muss an dieser Stelle auch hervorgehoben werden, dass es für eine epische, tiefgehende Erzählung nicht reicht. Hierin liegt allerdings ganz offensichtlich auch garnicht der Anspruch, der vielmehr auf maximaler Absurdität liegt – ein Unterfangen, das geglückt ist, auch wenn sich „Borderlands 2“ nicht ganz so abgedreht angeht wie der erste Teil.

Borderlands 2 im Test
Borderlands 2 im Test

Verstärkt wird die gute Atmosphäre von der gelungenen Spielwelt. Diese bietet in den ersten Stunden vor allem Eislandschaften; später gesellen sich aber Wiesen und Wüsten sowie kleinere Ansiedlungen (von „richtigen“ Städten kann man dabei kaum sprechen) dazu, die immer wieder von allerlei Innenräumen wie Höhlen, Minen und Gebäuden unterbrochen werden, wobei letztere häufig als Questziele und die „Städte“ vor allem zur Kommunikation, Auftragsvergabe und dem Geschäftemachen dienen.

In dieser Welt kann sich der Spieler weitgehend frei bewegen, wobei man immer wieder anhand des Quest-Buches Wegpunkte setzt. Doch auch so lohnt es sich, die Gegend zu erkunden, da man so nicht nur weitere Ausrüstungsgegenstände und Geld anhäuft, sondern auch auf allerlei Absurditäten aus dem „Borderlands“-Universum treffen kann.

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