4/6 Windows Phone 8 : Das ist Microsofts neues Windows für Smartphones

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Applikationen & Marketplace

Ein (Mobil-)Betriebssystem ohne Applikationen ist mittlerweile nur noch halb so gut – gerade Microsoft musste dies mit Windows Phone 7 erfahren. Gab es in der Anfangsphase nur wenige Programme zum nachträglichen Installieren, ist nun die gesamte Bandbreite mit weit über 120.000 Programmen abgedeckt, nahezu alle wichtigen Apps stehen auch in einer Windows-Phone-Variante zur Verfügung – aktuell sollen 46 der 50 beliebtesten (plattformübergreifenden) Programme verfügbar sein. Dies allein reicht Microsoft aber nicht aus, weshalb mit Windows Phone 8 einige Änderungen vollzogen werden.

Dazu gehört in erster Linie die Unterstützung von nativem Code sowie die enge Verwandtschaft zu Windows 8. Erstere soll dafür sorgen, dass auch die Erstellung leistungsfähigere Programme möglich sein soll, im Mittelpunkt stehen für Microsoft dabei vor allem Spiele. Bislang sind solche Programme aufgrund der Beschränkungen der Entwicklerwerkzeuge gar nicht oder nur sehr schwer umsetzbar. Die Nähe zum Desktop-Windows soll hingegen den Arbeitsaufwand spürbar verringern. Hier soll es möglich sein, große Teile des Codes unverändert oder nur mit minimalen Anpassungen übernehmen zu können. Sichergestellt ist zudem, dass alle für Windows Phone 7.5 und 7.8 erstellten Applikationen auch unter der neuen Version lauffähig sein werden – andersherum wird dies nicht immer der Fall sein.

Einzug in den Marketplace halten wird eine In-App-Purchase-Funktion, wie man sie unter anderem von Android und iOS kennt. Entwicklern wird somit die Möglichkeit gegeben, Programme nachträglich um Inhalte zu erweitern. Denkbar sind so beispielsweise in puncto Umfang beschnittene Programmversionen, die vergünstigt und kostenlos angeboten und später so erweitert werden können. Aus Entwicklersicht dürften zudem die erweiterten Tracking-Funktionen interessant sein, die mehr Informationen bezüglich des Erfolgs ihrer Software bieten.

Unternehmensfunktionen

Weniger interessant für den Nutzer, aber dennoch wichtig sind die neuen Unternehmensfunktionen. Mit diesen will Microsoft einen größeren Teil des Firmenkundengeschäfts erobern. In erster Linie geht es dabei allerdings um Dinge wie das zentrale Installieren von Programmen ohne den Umweg über den Marketplace oder verschiedene Remote-Funktionen für Administratoren. Die zentrale Anlaufstelle soll dabei das jeweilige Unternehmens-Hub werden. BitLocker und Secure Boot sollen hingegen die Gerätesicherheit erhöhen, letztlich Funktionen, von denen am Ende doch der Nutzer zumindest ein wenig profitiert. Mit Office und One Note steht darüber hinaus wie auch schon unter Windows Phone 7.x ein Ableger der Office-Suite zur Verfügung.

Unternehmens-Hub
Unternehmens-Hub

Sonstiges

Auch an vielen anderen Stellen hat Microsoft Hand angelegt. So hat man das bekannte Peoples-Hub um „Räume“ erweitert. Dahinter verbirgt sich die Möglichkeit, Nutzer in eine geschlossene Gruppe einzuladen, anders als bei verschiedenen Messenger-Lösungen geht es dabei aber nicht nur um den Versand von Nachrichten. Microsofts Vorstellungen zufolge sollten in den „Räumen“ auch Dokumente, Fotos und andere Informationen ausgetauscht werden, beispielsweise innerhalb einer Familie. Als vorbildlich bezeichnet werden kann hierbei der „offene“ Ansatz, der vom Software-Konzern verfolgt wird: Denn nicht nur Nutzer von Windows-Phone-8-Hardware können eingeladen werden, auch Besitzer von Smartphones anderer Plattformen können teilnehmen – wenn auch mit eingeschränktem Funktionsumfang.

Räume
Räume
Räume
Räume

Gerade in Hinblick auf das oftmals limitierte (Hochgeschwindigkeits-)Datenvolumen in Deutschland interessant ist „Data Sense“. Hierüber soll der anfallende Verkehr protokolliert und der Nutzer kurz vor dem Erreichen einer festgelegten Größe informiert werden. Ergänzt wird die Routine durch eine optionale Datenkomprimierung beim Surfen im Stile von Opera Mini. Dies muss dem aktuellen Stand zufolge aber vom jeweiligen Mobilfunkanbieter unterstützt werden, vorerst wird dies nur bei Verizon in den USA der Fall sein.

Weiter ausgebaut hat man das Zusammenspiel zwischen Smartphone und PC. Der wesentliche Baustein ist hierbei der hauseigene Cloud-Dienst SkyDrive, über den Dokumente, Fotos und andere Daten ausgetauscht werden sollen.

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