7/7 Arctic MC101 im Test : AMDs Trinity-APU im HTPC

, 69 Kommentare

Fazit

Insgesamt ist das MC101 eine höchst interessante Lösung für die heimische Media-Zentrale, gerade dank der Trinity-APU. Diese verbindet eine für die meisten Anwendungsbereiche ausreichende Prozessorleistung mit einer potenten Grafikeinheit, was den edlen Silberkasten zu einem richtigen Allround-Künstler macht – speziell bei älteren Spielen wie Portal 2 bleibt genug Leistung, um keine oder nur wenig Abstriche bei der Grafikqualität machen zu müssen. Gleichzeitig sorgt der Mix aus CPU- und GPU-Power auch bei anderen Anwendungen für einen spürbaren Boost. Zwar fällt die Leistungsaufnahme abseits der guten Werte im Leerlauf und bei der Medienwiedergabe unter Last zwar relativ hoch aus, kann sich aber beim Einsatz der gesamten APU aufgrund des dann deutlichen Leistungsplus über eine höhere Effizienz rechtfertigen.

Einen gemischten Eindruck hinterlässt das Kühlsystem des MC101. Zwar bleibt das Betriebsgeräusch stets leise oder zumindest angenehm bei gleichzeitig akzeptablen Temperaturen, der starke Einbezug des Gehäuses in die Kühlkonstruktion ist jedoch ebenso eine geniale Idee wie ein echtes Manko. Zwar ermöglicht der Mix aus der schicken, in jeder Hinsicht hochwertigen Aluminium-Hülle mit dem Kühler selbst kompaktere Bauformen, gleichsam erwärmt sich das Gehäuse hierdurch punktuell jedoch so sehr, dass eine Berührung als extrem unangenehm einzustufen ist. Für die meisten Nutzer dürfte jedoch der Vorteil eines leisen Systems überwiegen, da man mit den seitlichen Schnittstellen im Alltag nicht ständig in Berührung kommt. Diese liegen nämlich genau in der sehr heißen Zone des Lüfterauslasses.

Arctic MC101
Arctic MC101

Die Anschlussvielfalt lässt hingegen nichts zu wünschen übrig und bietet alle derzeit gängigen Optionen inklusive eines Card-Readers. Bei der Aufstellung muss zwar darauf geachtet werden, dass die seitlichen Anschlüsse erreichbar bleiben. Dabei geben die geringen Dimensionen dem Nutzer viele Optionen, die aber durch die Position der I/O-Anschlüsse etwas eingeschränkt werden: Seitlich muss zwingend Platz gelassen werden, wobei die Zugänglichkeit auch durch die indirekte Sichtbarkeit der Ports leidet – im schlimmsten Fall tastet der Nutzer im Dunkeln. Angesichts des angestrebten Minimalismus kann zudem kein Slimline-DVD- bzw. Blu-ray-Laufwerk eingebaut werden, was der Eine begrüßen, der Andere jedoch vermissen wird. Auch ein zweiter, digitaler Monitorausgang wäre ein nettes Feature gewesen: Das MC101 ist primär ein reiner HTPC, der nicht alle möglichen Einsatzgebiete im Sinne einer parallelen Office-Verwendung abdeckt – wenngleich sich das Gerät aufgrund der geringen Lautstärke und Leistungsaufnahme auch für diese Zwecke eignet. Das ist vor allem im Angesicht des gesunden Grundkonzeptes schade und verhindert eine allzu universelle Empfehlung.

Preislich liegt das MC101, das derzeit fast ausschließlich über die Homepage des Herstellers verfügbar ist, gemessen an seiner Ausstattung in mehr als akzeptablen Regionen. Das gilt sowohl für die „Barebones“ als auch für das von uns getestete Modell, die ein Spektrum zwischen umgerechnet 310 und 525 Euro abdecken. Schaut man sich am Markt um, siedelt sich zumindest das voll ausgestattete System leicht unterhalb der Konkurrenz an, die aber in grob vergleichbaren Leistungsklassen besagtes DVD- beziehungsweise gar ein Blu-ray-Laufwerk mitbringt. Sollte ein solches nicht gebraucht werden, kann vorbehaltlich der jeweiligen Aufstellung zugegriffen werden, weil das MC101 ansonsten Kernqualitäten eines Mediacenters, namentlich eine ansprechende Verarbeitung mit guter Leistung bei geringer Lautstärkeentwicklung, wunderbar abdeckt.

Arctic MC101 (A10)
Produktgruppe HTPCs, 08.11.2012
  • Leistung Anwendungen+
  • Leistung Spiele++
  • Stromverbrauch+
  • Lautstärke & TemperaturenO
  • Verarbeitung & LayoutO
  • Leise
  • Kompakt
  • Flottes Gesamtpaket
  • Hohe GPU-Leistung
  • Effizienz
  • Erweiterbarkeit (HDD)
  • Gehäuse erwärmt sich stark
  • I/O-Ports suboptimal platziert
  • Nur HDMI
  • Kein DVD-Laufwerk

Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung in Form deaktivierter Werbeblocker oder eines Abonnements von ComputerBase Pro. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.

Auf der nächsten Seite: Anhang