7/7 Lian Li PC-7HX im Test : Ein Déjà-vu mit Schwächen

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Fazit

Mit dem Lian Li PC-7HX konnten wir ein optisch schlichtes Aluminiumgehäuse testen, das jedoch in keiner Disziplin erstklassige Ergebnisse ablieferte. Die optionalen Expansion für zwei zusätzliche Lüfter in Kombination mit einem Slim-Radiator auf der Oberseite ist aus unserer Sicht eine sehr fragwürdige Lösung. Man muss keinen stark ausgeprägten Sinn für Ästhetik haben, um zu sehen, dass die Optik zu sehr unter dem Aufsatz leidet und den meisten potentiellen Käufern wohl ein Dorn im Auge ist. Bedenkt man weiterhin, dass die vorhandenen Lüfteröffnungen ohne Aufsatz nicht ohne Weiteres nutzbar sind, muss ganz klar nach dem Sinn und Nutzen für Kunden gefragt werden. Sie profitieren in keinster Weise davon, erwerben sie nicht auch zusätzlich die Expansion, die für viele unnötig ist.

Zwar erfüllen alle sonstigen Anbauten wie Staubfilter und Schnellverschlusssysteme der Preisklasse entsprechend ihren Zweck pflichtgemäß, sind in einigen Punkten jedoch von der Konkurrenz überholt worden. Die immer gleichen Montagesysteme und die nur wenig innovativen Entwicklungsprozesse im unteren Preissegment des Herstellers mögen böse Zungen schnell dazu verleiten, zu behaupten, Lian Li sei in der Entwicklung teils stehen geblieben.

In der Tat wenig überzeugend sind die von Werk aus verbauten hauseigenen Lüfter. Diese sind über den gesamten Spannungsbereich deutlich hörbar. Bei einer Anlaufspannung von 4,8 Volt muss man zudem damit rechnen, dass vereinzelte Ventilatoren unter ungünstigen Bedingungen gar nicht erst anlaufen.

Lian Li PC-7HX – Frontansicht
Lian Li PC-7HX – Frontansicht

Doch auch von der Verarbeitungsqualität des PC-7HX sind wir ein wenig enttäuscht, obwohl man sie weiterhin als gut bezeichnen kann. Die überstehenden Spaltmaße der Frontverkleidung, die sehr schlechte Verwindungssteifigkeit und die dünne Materialstärke überwiegen den ansonsten positiven Eindruck. Die Aluminiumoptik ist edel und unauffällig. Bedingt durch diese Umstände hält das Gehäuse leider kaum die durch Festplatten produzierten Resonanzen zurück, so dass ein nervendes Brummen entstehen kann. Auch die verbauten Entkopplungsmechanismen können keine Wunder mehr vollbringen.

Unterm Strich merkt man als Kunde teils sehr deutlich, dass es sich beim PC-7HX um eine Sparversion handelt. Das PC-7HX ist derzeit für etwas über 90 Euro gelistet, was im Bezug auf die gebotene Leistung und im Vergleich der Verarbeitungsqualität zu anderen Produkten wie zum Beispiel dem Fractal Design R4 in dieser Preisklasse, nicht angemessen erscheint, auch wenn es sich um ein recht günstiges Aluminium-Gehäuse von Lian Li handelt und das Define R4 aus Stahl gefertigt ist. Das kann Lian Li besser, wenn auch teurer – sie haben es schließlich oft genug bewiesen!

Preisvergleich

Neben der im Innenraum komplett schwarz lackierten Version PC-7HX gibt es das PC-7HB, welches keine Lackierung im Inneren aufweist. Das PC-7HA ist die silber eloxierte Ausgabe. Die beiden letztgenannten Modelle kosten mit rund 85 Euro aktuell etwas über sechs Euro weniger als das erstgenannte.

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