News : Deutscher Wetterdienst bestellt Supercomputer für 23 Mio. US-Dollar

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Nachdem Cray sich mit seinem „Titan“-System erst im November den Titel als schnellster Supercomputer der Welt sichern konnte, scheint sich dieser Erfolg nun auch beim Kundenfang auszuzahlen. Denn wie das US-amerikanische Unternehmen bekannt gibt, kann man nun auch den Deutschen Wetterdienst (DWD) zu seinen Kunden zählen.

Dabei erhält der nationale meteorologische Dienst für 23 Millionen US-Dollar zwei HPC-Lösungen des Typs XC30 sowie zwei Speichersysteme Sonexion 1600. Im Detail handelt es sich um zwei Supercomputer welche aus mehreren Modulen bestehen. Hier sind jeweils bis zu 384 Intel Xeon E5-2600 verbaut, die mit bis zu 3,3 Gigahertz getaktet werden können, wodurch ein Modul auf eine Leistung von rund 66 TeraFLOPs kommt. Mit den zwei bereits beschriebenen Speichersystemen wird den Meteorologen zudem eine Speicherkapazität von drei Petabyte mit einer Speicherbandbreite von 72 Gigabyte pro Sekunde zur Verfügung stehen.

Cray XC30
Cray XC30 (Bild: Cray)

Als Verbindungschip kommt die Cray-Entwicklung „Aries“ zum Einsatz, die inzwischen Intel aufgekauft hat, aber über deren exklusives Nutzungsrecht Cray aktuell noch verfügt. Die Topologie „Dragonfly“ ermöglicht einen parallelen und besonders flexiblen Einsatz der Prozessoren. Cray weist zudem auf sein neues Kühlsystem hin, das die Luft diagonal durch das System führe.

Die Supercomputer sollen Wetterprognosen mit einer höheren Auflösung und genauere globale sowie regionale Wettervorhersagen erlauben, unter anderem um so zuverlässige Warnungen vor schweren Unwettern herausgeben zu können. Beim DWD liege die Verantwortung als nationaler Wetterdienst, den Schutz von Leben und Eigentum durch genaue Wetter- und Klimainformationen zu gewährleisten, erklärte Prof. Dr. Gerhard Adrian, seines Zeichens Präsident des DWD. Die Forscher des DWD müssten daher mit skalierbaren, produktiven und vor allem äußerst zuverlässigen Supercomputing-Systemen arbeiten können.

Der Vertrag und die Lieferung erstrecken sich über zwei Jahre und mehrere Phasen. Im Jahr 2014 sollen jedoch alle Arbeiten abgeschlossen sein und sämtliche Komponenten ihre Arbeit aufnehmen.