6/7 Google Nexus 4 im Test : Das neue Alphatier für Android

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Multimedia

Die Kamera des Nexus 4 löst mit acht Megapixeln auf und nimmt Videos mit einer Auflösung von bis zu 1.920 × 1.080 Bildpunkten auf, was Full HD entspricht und sich somit gut auf dem heimischen Fernseher wiedergeben lässt. Zudem verfügt die Kamera über einen LED-Blitz für schlechtere Lichtverhältnisse.

Trotz derzeit mäßigen Wetterbedingungen muss sich auch das Nexus 4 dem Multimedia-Test stellen. Bei genauerer Betrachtung der Bilder fällt auf, dass die Kamera durchaus in der Lage ist, auch bei schlechten Lichtverhältnissen ausreichend Details einzufangen und Farben echt wiederzugeben. Trotzdem stellt das Nexus 4 nicht die Speerspitze der Kamera-Smartphones dar, hier übertrumpfen beispielsweise das iPhone 5 oder auch das Galaxy S III Googles neues Flaggschiff.

Google Nexus 4 – Kamera
Google Nexus 4 – Kamera
Google Nexus 4 – Kamera Nahaufnahme
Google Nexus 4 – Kamera Nahaufnahme
Google Nexus 4 – Kamera
Google Nexus 4 – Kamera
Google Nexus 4 – Kamera
Google Nexus 4 – Kamera
Google Nexus 4 – Kamera Nahaufnahme
Google Nexus 4 – Kamera Nahaufnahme
Google Nexus 4 – Kamera
Google Nexus 4 – Kamera
Google Nexus 4 – Kamera
Google Nexus 4 – Kamera
Google Nexus 4 – Photo-Sphere-Aufnahme
Google Nexus 4 – Photo-Sphere-Aufnahme
Google Nexus 4 – Photo-Sphere-Aufnahme
Google Nexus 4 – Photo-Sphere-Aufnahme
Google Nexus 4 – Panorama-Aufnahme
Google Nexus 4 – Panorama-Aufnahme

Neben üblichen Schnappschüssen kann man mit dem Nexus 4 auch zwei weitere Modi nutzen: Diese sind einmal Panorama-Aufnahmen und „Photo Sphere“. Eine Erläuterung zu letzterem findet sich in unserem Abschnitt „Android 4.2 im Detail“. Auch bei Videoaufnahmen macht das Nexus 4 keine schlechte Figur. Die Aufnahmen wirken detailreich und scharf, zudem sind die Videos sehr flüssig. Negativ aufgefallen ist uns das hohe Grundrauschen der bewegten Bilder trotz sehr geräuscharmer Kulisse.

Google Nexus 4 Testvideo

Inhalte teilen kann man mit dem Nexus 4 entweder über Bluetooth oder NFC per Android Beam, indem Bilder oder Webseiten durch Berührung auf die anderen Geräten übertragen werden – DLNA fehlt leider. Gespeichert werden Inhalte, je nach Modell, auf dem nicht erweiterbaren Speicher von acht oder 16 Gigabyte. Der Verzicht auf einen microSD-Slot ist bereits seit dem Nexus S keine Überraschung mehr. Käufer, die nicht alle ihre Daten in der Cloud ablegen möchten, gleichsam aber regelmäßig multimediale Inhalte nutzen, können nicht auf ein Modell mit größerem Flash-Speicher in Googles Angebot zurückgreifen, was in Anbetracht von Googles Bemühungen, die Multimedia-Inhalte im Play Store auszubauen, zukünftig zum Problem werden könnte.

Schade ist, dass Kopfhörer nicht zum Lieferumfang des Nexus 4 gehören. Auch wenn dies sicher dem niedrigen Preis geschuldet ist, sind Kopfhörer in verschiedenen Einsatzgebieten eine hilfreiche Unterstützung. Auf diese Weise liegt es am Kunden, optional ein Headset zu erwerben oder bereits vorhandene Kopfhörer am Nexus 4 zu nutzen.

Kommunikation

Im Bereich Kommunikation fehlt dem Nexus 4 nur der LTE-Standard. Inoffiziell lässt sich das Gerät zwar im LTE-Band 4 (AWS) benutzen, diese Funktion gehört aber nicht zum Standard und kann nicht in unserem Test abgedeckt werden. Hinzu kommt, dass die versteckte Option in Deutschland nicht nutzbar ist. Ansonsten ist das Nexus 4 vollgestopft mit allerlei Verbindungsmöglichkeiten. Als Quad- beziehungsweise Penta-Band-Gerät beherrscht das Smartphone GSM mit den Frequenzen 850, 900, 1.800 und 1.900 MHz sowie 3G mit 850, 900, 1.700, 1.900, 2.100 MHz und kann somit weltweit eingesetzt werden. Dabei sind theoretisch Bandbreiten von bis zu 42,2 MBit/s im Downstream möglich. Die maximale Upload-Geschwindigkeit liegt bei 5,76 MBit/s. Für die Nutzung in der höchsten HSPA+-Klasse muss die Verbindung über die Provider T-Mobile oder Vodafone hergestellt werden. Mit o2 oder E-Plus stehen maximal 21,1 und 7,2 MBit/s zur Verfügung.

Android 4.2.1 - Wählfeld
Android 4.2.1 - Wählfeld

Was die Qualität von Telefonaten betrifft, so lässt sich beim Nexus 4 nur sehr wenig Kritik äußern. Anrufer und Angerufener konnten jederzeit und ohne Abbrüche verständlich und klar miteinander kommunizieren. Einzig der Lautsprecher wurde unglücklich platziert. Je nach Haltung verdecken Finger beziehungsweise die Hand die Öffnung. Kann der Lautsprecher aber frei seine Töne wiedergeben, dann kommt es selbst bei hohen Lautstärken kaum zu Verzerrungen. Neben der klassischen Telefonie funktionierte so auch die Freisprechfunktion einwandfrei. Ein Headset ist aber nicht Teil des Lieferumfangs, der generell sehr spartanisch ausfällt.

Android 4.2.1 - NFC
Android 4.2.1 - NFC
Android 4.2.1 - Android Beam
Android 4.2.1 - Android Beam
Android 4.2.1 - Wireless Display
Android 4.2.1 - Wireless Display

Weiterhin ist WLAN 802.11a/b/g/n mit 2,4 und 5 GHz mit an Bord, wobei über das kabellose Netzwerk auch der Miracast-Standard arbeitet, welcher Wi-Fi Direct nutzt um Bildschirminhalte des Smartphones auf Fernseher oder Projektoren zu übertragen. Dies geschieht herstellerübergreifend. Über kurze Distanzen kann das Nexus 4 mit Bluetooth 4.0 und NFC beziehungsweise Android Beam Daten austauschen respektive Inhalte teilen oder bargeldlose Zahlungen abwickeln. Letzterer Standard ist in Deutschland aber weiterhin wenig verbreitet. Das Angebot nimmt zwar zu, doch im Vergleich zu den USA steht man noch in den Startlöchern. Die Verbindung zum PC erfolgt über eine Micro-USB-2.0-Buchse, die auch SlimPort zu HDMI unterstützt. SlimPort basiert auf DisplayPort und kann mit einem entsprechenden Adapterkabel Inhalte an andere Anzeigen weitergeben. Des Weiteren beherrscht das Nexus 4 den Qi-Standard für kabelloses Laden. Eine passende Station zum Aufladen muss aber separat erworben werden. Ein GPS- und GLONASS-Modul zur Navigation, die auf dem Testgerät für ein Smartphone sehr gut funktionierte, ist ebenfalls verbaut. Die weitere Sensorik des Nexus 4 wird durch Beschleunigungsmesser, Kompass, Gyroskop und Barometer sichergestellt.

Laufzeiten

Die Hardware des Nexus 4 wird über einen 2.100 mAh (7,8 Wh) starken Akku versorgt, der mit einem ausreichend langen Betrieb etwas zu kämpfen hat. Ein Langläufer ist das Nexus 4 beileibe nicht. Bei maximaler Helligkeit saugt das Telefon in nur knapp über vier Stunden den Akku leer. Geräte mit vergleichbarer Ausstattung und ähnlicher Display-Technik wie das HTC One X+ oder das iPhone 5 schaffen eine bis zu drei Stunden längere Laufzeit. Wer das Nexus 4 im Dauereinsatz oder hauptsächlich für lange Spiel-Sessions benutzt, wird sehr schnell die nächstgelegene Steckdose aufsuchen müssen. Reduziert man die Helligkeit auf 200 cd/m², ergibt sich ein leicht besseres Resultat. Das Nexus 4 ist mit vier Stunden und 57 Minuten aber immer noch eher Sprinter als Marathonläufer. Zwar verbessert sich die Laufzeit um knapp eine Stunde, insgesamt fällt das Nexus 4 aber noch weiter hinter der Konkurrenz zurück. Aus der verringerten Helligkeit kann das Gerät nur wenig Profit schlagen. Bei alltäglicher Nutzung wendet sich das Blatt aber und der subjektive Eindruck fällt positiver aus als die Benchmark-Werte zunächst hoffen lassen.

Google Nexus 4
Google Nexus 4
Video-Dauertest
Angaben in Stunden, Minuten
  • 720p Dauertest, max. Helligkeit:
    • Motorola Razr i (Android 4.0.4)
      8:26
    • Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
      8:20
    • Nokia Asha 311 (Nokia OS)
      7:44
    • Samsung Galaxy Beam (Android 2.3.6)
      7:34
    • Apple iPhone 4 (iOS 5.0.1)
      7:20
    • HTC One X+ ES (Android 4.1.1)
      7:08
    • HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
      7:00
    • Samsung Galaxy Note II (Android 4.1.1)
      7:00
    • Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
      6:55
    • Samsung Galaxy S III mini (Android 4.1.1)
      6:54
    • HTC Desire C (Android 4.0.3)
      6:53
    • Apple iPhone 5 (iOS 6)
      6:51
    • Sony Xperia J (Android 4.0.4)
      6:50
    • Huawei Ascend P1 (Android 4.0.3)
      6:42
    • Apple iPhone 4S (iOS 5.0.1)
      6:40
    • Huawei Ascend G300 (Android 2.3.6)
      6:28
    • Samsung Galaxy S III (Android 4.0.4)
      6:18
    • HTC One S (Android 4.0.3)
      6:08
    • HTC One X+ (Android 4.1.1)
      5:58
    • HTC Desire X (Android 4.0.4)
      5:51
    • Apple iPhone 4S (iOS 5.0.0)
      5:40
    • HTC One V (Android 4.0.3)
      5:30
    • Nokia 808 (Symbian Belle FP 1)
      5:30
    • Nokia Lumia 820 (Windows Phone 8)
      5:07
    • Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
      5:03
    • HTC Radar (Windows Phone 7.5)
      4:33
    • HTC One X (Android 4.0.3)
      4:31
    • HTC 8X (Windows Phone 8)
      4:30
    • Sony Xperia U (Android 2.3.7)
      4:29
    • Samsung Galaxy Nexus (Android 4.0.1)
      4:27
    • Nokia Lumia 610 (Windows Phone 7.5)
      4:23
    • Nokia Lumia 920 (Windows Phone 8)
      4:15
    • Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
      4:12
    • Huawei Ascend Y201 Pro (Android 4.0.3)
      4:05
    • Google Nexus 4 (Android 4.2.1)
      4:02
    • HTC Sensation XL (Android 2.3.5)
      3:56
    • LG Optimus 4X HD (Android 4.0.3)
      3:35
    • Nokia Lumia 900
      3:20
    • HTC Titan (Windows Phone 7.5)
      3:20
    • Sony Xperia S (Android 2.3.7)
      3:20
    • Sony Xperia T
      3:20
    • Nokia Lumia 800 (Windows Phone 7.5)
      3:00
    • Sharp Aquos SH80F (Android 2.3.4)
      2:50
    • BlackBerry Curve 9320 (BB OS 7.1)
      2:05
  • 720p Dauertest, 200 cd/m²:
    • Motorola Razr i (Android 4.0.4)
      8:26
    • HTC One X+ ES (Android 4.1.1)
      7:58
    • HTC Desire C (Android 4.0.3)
      7:55
    • Sony Xperia J (Android 4.0.4)
      7:52
    • Huawei Ascend G300 (Android 2.3.6)
      7:45
    • Nokia Asha 311 (Nokia OS)
      7:44
    • Apple iPhone 5 (iOS 6)
      7:16
    • Samsung Galaxy S III mini (Android 4.1.1)
      7:16
    • HTC One X+ (Android 4.1.1)
      7:15
    • Huawei Ascend P1 (Android 4.0.3)
      7:12
    • Samsung Galaxy Note II (Android 4.1.1)
      7:08
    • Nokia Lumia 820 (Windows Phone 8)
      7:02
    • Samsung Galaxy S III (Android 4.0.4)
      6:53
    • Nokia Lumia 610 (Windows Phone 7.5)
      6:40
    • HTC Desire X (Android 4.0.4)
      6:24
    • Nokia Lumia 920 (Windows Phone 8)
      6:17
    • Sony Xperia T
      5:46
    • Samsung Galaxy Beam (Android 2.3.6)
      5:46
    • Nokia 808 (Symbian Belle FP 1)
      5:30
    • Nokia Lumia 900
      5:26
    • Sony Xperia U (Android 2.3.7)
      5:23
    • LG Optimus 4X HD (Android 4.0.3)
      5:15
    • Google Nexus 4 (Android 4.2.1)
      4:57
    • Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
      4:50
    • Huawei Ascend Y201 Pro (Android 4.0.3)
      4:33
    • BlackBerry Curve 9320 (BB OS 7.1)
      3:34
Anmerkungen zu den Laufzeiten

Alltags-Erfahrungen von Nicolas La Rocco

Wird das Nexus 4 nicht durchgehend für Videos oder Spiele eingesetzt, so muss sich Otto Normalverbraucher keine Sorgen darüber machen, dass er es mit dem Gerät nicht über den Tag schafft. Konkret synchronisierten wir vier E-Mail-Accounts, benutzten WhatsApp und Google Now, surften circa 75 Minuten im Internet und nutzten gelegentlich YouTube auf dem Gerät. Telefoniert wurde mit etwa 15 Minuten relativ wenig. WLAN, GPS und 3G waren im Alltag stets aktiviert. In diesem Szenario konnte eine Laufzeit von etwa 30 Stunden erreicht werden. Das Nexus 4 schneidet somit besser ab als es der Video-Dauertest vermuten ließ. Trotzdem ein nur durchschnittliches Ergebnis, da das Gerät für einen kompletten zweiten Tag zwangsläufig über Nacht an eine Steckdose angeschlossen werden muss.

Alltags-Erfahrungen von Mahir Kulalic

Wie bei jedem Smartphone üblich, ist eine feste Ermittlung von Akkulaufzeiten schwer umzusetzen, da diese stark an die Nutzung gekoppelt sind. Ein durchaus denkbares Szenario stellt die Nutzung von Spielen, Internet über 3G und bekannten Messengern und sozialen Netzwerken dar. An dieser Stelle hat das Nexus 4 einen guten Eindruck hinterlassen, denn auch wenn Rekorde nicht erreicht werden können, konnten wir gut und gerne einen Tag mit dem Nexus 4 auskommen, bevor es um Strom bat. Zügelt man seine Nutzung von Ortungsdiensten, 3G oder hoher Displayhelligkeit, lässt sich dieser Wert noch etwas ausbauen.

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