4/5 Acer Iconia W510 : Wenig Leistung über lange Zeit

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Display

Mit einer Diagonalen von 10,1 Zoll sowie einer Auflösung von 1.366 × 768 Pixeln bietet das Display des Iconia W510 nichts überraschendes. In diesen wesentlichen Eckdaten stimmt das Tablet mit zahlreichen Mitbewerbern überein, auch in Bezug auf die verwendete Panel-Art. Denn hier setzt auch Acer auf die IPS-Technik, die weitestgehend stabile Blickwinkel und eine gute Farbwiedergabe ermöglicht.

Acer Iconia W510
Acer Iconia W510
Acer Iconia W510
Acer Iconia W510

Im direkten Vergleich mit dem Asus Vivo Tab Smart fällt das Iconia W510 aber trotz dieser Parallelen zurück. Denn zum einen fällt die Maximalhelligkeit mit 320 Candela pro Quadratmeter geringer aus, zum anderen ist das Kontrastverhältnis von 869:1 schlechter. Zudem ist die Display-Ausleuchtung mit einer Homogenität von 85 Prozent sichtbar schlechter. Dem Nutzer fällt dies vor allem am unteren Rand auf, hier stören kleine Lichthöfe den ohnehin nur befriedigenden Eindruck. Im direkten Sonnenlicht ist das Tablet hoffnungslos überfordert, auch in hellen Innenräumen kommt es schnell zu Spiegelungen. Immerhin reagiert der verbaute Helligkeitssensor gut und schnell auf veränderte Verhältnisse und passt die Hintergrundbeleuchtung im Rahmen der Möglichkeiten zuverlässig an.

Homogenität
Homogenität

Die verbaute Touch-Sensorik fiel nicht negativ auf, was per se ein gutes Zeichen ist. Eingaben wurden präzise erkannt und umgesetzt, auch beim Aufrufen des „Acer Ring“. Dabei handelt es sich um eine vorinstallierte Anwendung, die durch das kreisförmige Aufsetzen von fünf Fingerkuppen gestartet wird. Diese soll die Navigation durch Fotos, Videos, Dokumente und anderes vereinfachen.

Gehäuse

Kunststoff, soweit das Auge reicht: Den Vorwurf, das Budget für Aluminium oder andere hochwertige Materialien verwendet zu haben, muss Acer sich nicht gefallen lassen. Die Taiwaner verzichten auf jegliches Metall an Tablet und Dock, was aber nicht zu lasten der Verwindungssteife geht. Allerdings hat man an anderer Stelle zu viel gespart, denn an mehreren Stellen zeigen sich klare Versäumnisse bei der Verarbeitung. So sind Rück- und Vorderseite des Tablets nicht überall bündig übereinander gefügt, was deutlich sichtbar ist. Aber auch die Spaltmaße können nicht völlig überzeugen, am Ende reicht es in der Kategorie Verarbeitung gerade so eben noch für ein „gut“.

Acer Iconia W510
Acer Iconia W510

Vollkommen wertfrei muss die Optik betrachtet werden. Auf den ersten Blick wirken die Oberflächen hochwertig, im ersten Moment entsteht der Eindruck, es handele sich doch um Aluminium. Unser Testgerät wusste zudem mit der Farbkombination Weiß-Silber zu gefallen, gerade im Zusammenspiel mit der schwarzen Display-Einfassung entstehen so spannende Kontraste. Generell ist das Design aber wenig überraschend, die Gerätekategorie lässt bekanntermaßen nur wenig Spielraum für Experimente oder Extravaganzen.

Im gekoppelten Zustand wirkt das Iconia W510 etwas grobschlachtig, da Acer auf filigrane Details verzichtet hat. Das Tastatur-Dock selbst fällt angesichts des verbauten Akkus überraschend dünn aus. An der Verarbeitung gibt es nichts zu kritisieren, einzig der Docking-Mechanismus könnte etwas mehr Souveränität ausstrahlen: Das Tablet kann zwar nicht herausrutschen, wirklich fest sitzt es aber auch nicht.

Acer Iconia W510
Acer Iconia W510

Im Gegensatz dazu steht die Tastatur, die in puncto Schreibkomfort überzeugen kann. Druckpunkt und Hub gefallen, auch die leicht angeraute Oberfläche der Tasten sowie die eindeutige Beschriftung dieser sorgt für einen guten Eindruck. Einzig die Größe der Elemente kann bemängelt werden, angesichts der zur Verfügung stehenden Fläche aber nur in einem sehr begrenzten Umfang.

Ein klarer Reinfall ist dafür das Touchpad, das die Note „mangelhaft“ mehr als verdient hat. Denn nur in den wenigsten Fällen werden Eingaben korrekt erkannt und ausgeführt, oftmals scheint der Cursor auf dem Display ein Eigenleben zu führen. Statt die Geste nach links umzusetzen, wandert dieser gerne nach rechts oder oben oder verbleibt an seiner Position. Dieses Problem ist Acer bereits seit dem Verkaufsstart bekannt, eine Korrektur des Problems hat es augenscheinlich in der Zwischenzeit nicht gegeben. Auch auf Nachfrage von ComputerBase konnte der Grund des Problems nicht genannt werden.

Gute Tastatur, sehr schlechtes Touchpad
Gute Tastatur, sehr schlechtes Touchpad

Einen kleinen Clou hat Acer im Scharnier des Tastatur-Docks versteckt. Denn dieses erlaubt die Drehung um weit mehr als 180 Grad, so dass das Dock mit der Tastatur auf der Unterseite als Standfuß genutzt werden kann. So kann das Iconia W510 auf Tischen oder anderen flachen Untergründen zum Betrachten von Fotos und Videos sicher abgestellt werden. Aber auch beim Arbeiten nur per Touchscreen profitiert man von dieser Stellung: Denn im Normalzustand mit nutzbarer Tastatur erweist sich das Gesamtkonstrukt als sehr wackelig, die Bedienung des Touchscreens wird durch Wegknicken nach hinten quittiert.

Docking-Mechanismus im Detail
Docking-Mechanismus im Detail

Zu guter Letzt: An der „Aufkleberitis“, die wir schon dem Asus Vivo Tab Smart attestiert haben, leidet auch das Iconia W510. Ganze vier Sticker schmücken die Rückseite des Tablets. Diese sind zwar problemlos entfernbar, das ein oder andere Element – wie beispielsweise für die Position der NFC-Antenne – hätte man aber auch anders lösen können.

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