3/10 Komplettsystem von MIFcom : High-End-PC für 15.000 Euro im Test

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Testreihen

4K-Videos

Während Full-HD-Videos heutzutage Standard sind, steht für die Zukunft der deutlich bessere 4K-Standard „Ultra HD“ (3.840 × 2.160) auf dem Programm. Die deutlich bessere Bildqualität hat aber auch zur Folge, dass die Anforderungen an einen PC um einiges höher ausfallen.

Denn bereits bei komprimiertem Videomaterial schafft es längst nicht jeder (selbst moderne) Rechner, 4K-Videos flüssig abzuspielen. Eine noch deutlich anspruchsvollere Aufgabe stellt unkomprimiertes Videomaterial dar, das nicht nur hohe Anforderungen an die CPU, sondern auch an die Festplatte beziehungsweise die SSD stellt, da große Datenmengen verarbeitet werden müssen. 4K-Rohmaterial mit zehn Sekunden Laufzeit benötigt rund 5,5 Gigabyte Speicherplatz. Beide Anforderungen sind damit jedoch wie geschaffen für den MIFcom-PC, der nicht nur auf Dual-Xeon-Prozessoren setzen kann, sondern auch über zwei SSDs im RAID0 verfügt.

Und in der Tat: Unkomprimiertes 4K-Videomaterial kann in unseren Tests ausschließlich das 15.000-Euro-Komplettsystem von MIFcom flüssig abspielen. Sowohl ein einzelner Intel Core i7-3970X (Sandy Bridge E) als auch der Core i7-3770K (Ivy Bridge) zeigen trotz einer SSD ein störendes Ruckeln, sodass die 4K-Videos auf diesen beiden Systemen zwar beeindruckend aussehen, aber dennoch wenig Spaß bereiten.

Und was passiert beim Komprimieren, um die Dateigröße auf eine ansehnliches Maß zu verringern? Um dies zu erreichen, nutzen wir das auf Multi-Threading optimierte „FFmpeg“-Tool und wählen als Komprimierungsstufe die sehr gute CRF-10-Einstellung. Das Originalvideo weist eine Länge von rund elf Sekunden und eine Größe von sechs Gigabyte auf. Nach dem Komprimieren ist die Datei noch 1,2 Gigabyte groß.

4K-Video komprimieren
Angaben in Sekunden
    • MIFcom-PC
      78
    • Core i7-3970X
      264
    • Core i7-3770K
      322

Da FFmpeg einen Großteil der 32 Threads des MIFcom-PCs ausnutzen kann, fliegt der Rechner unseren anderen Testsystemen mit Intel Core i7-3970X und Core i7-3770K auf und davon. In nur 78 Sekunden hat der Rechner die Aufgabe hinter sich gebracht, während selbst ein 1.000 Euro teurer Core i7-3970X mit 264 Sekunden mehr als drei Mal so lang benötigt. Der Core i7-3770K braucht dann noch einmal rund eine Minute länger.

Die letzte Aufgabe in der Videodisziplin betrifft die Aufnahme eines solchen: Wir haben zwar nicht auf einen 4K-Monitor zurückgreifen können, jedoch kommt in der Eyefinity-Auflösung 5.760 × 1.080 eine deutlich größere Datenmenge als bei der Full-HD-Auflösung zustande, sodass der Rechner viel Arbeit zu erledigen hat. Und auch diese Aufgabe erledigt ausschließlich der MIFcom-Rechner einwandfrei, der die Fraps-Aufnahme sang und klanglos ohne Ruckeln und Stottern ausgeführt hat.

Ganz anders dagegen der Sandy-Bridge-E- und der Ivy-Bridge-Prozessor, die nach dem Starten der Aufnahme stark ins Stocken gerieten – und dass, obwohl das Video auf eine flotte Intel-SSD aufgenommen werden sollte. Der MIFcom-Rechner profitiert hier insbesondere von seinem schnellen RAID0-Verbund, das den Benutzer beim Kopieren von Inhalten durchaus mit Übertragungsraten von fast einem Gigabyte pro Sekunde beglückt.

Übertragungsrate des RAID0-SSD-Verbunds
Übertragungsrate des RAID0-SSD-Verbunds

Multi-Threading: Spiele und Transcodieren

In der Theorie eignet sich der MIFcom-Rechner hervorragend für Multithreading-Aufgaben. Ob dies auch in die Praxis übertragen werden kann, haben wir überprüft. Deshalb haben wir gleichzeitig Crysis 3 gespielt und ein 4K-Video umgewandelt. Bereits eine dieser Aufgaben bringt moderne PCs an ihre Grenzen. Doch was passiert, wenn man beides gleichzeitig versucht.

Multithreading
  • Crysis 3:
    • MIFcom-PC
      61,9
    • Core i7-3970X
      30,2
    • Core i7-3770K
      29,9
  • Crysis 3 + Video umwandeln:
    • MIFcom-PC
      55,3
    • Core i7-3970X
      15,1
    • Core i7-3770K
      12,4
  • Video umwandeln:
    • MIFcom-PC
      29,0
    • Core i7-3970X
      15,0
    • Core i7-3770K
      13,0
    Angaben in Sekunden
  • Video umwandeln + Crysis 3:
    • MIFcom-PC
      27,0
    • Core i7-3970X
      11,0
    • Core i7-3770K
      9,0
    Angaben in Sekunden

Soviel schon mal vorweg: Mit dem 15.000-Euro-Rechner ist diese Aufgabe kein Problem. Crysis 3 läuft unter 2.560 × 1.600 inklusive vierfacher Kantenglättung auch dann noch mit hohen 55,3 Bilder pro Sekunde, nur sechs FPS weniger als ohne gleichzeitige Videoumwandlung. Ein Stocken im Spielablauf ist dabei nicht spürbar. Auch das Umwandeln des Videos selbst wird durch das Spielen von Crysis 3 nicht deutlich langsamer. Nach dem Ablauf der Testszene, die etwa drei Minuten und 40 Sekunden benötigt, hat das Komplettsystem 27 Sekunden des 4K-Videos umgewandelt. Arbeitet der PC an keiner anderen Aufgabe, ist dieser Prozess nur zwei Sekunden weiter fortgeschritten. Die gezeigte Leistung ist dabei nicht nur in den beiden Acht-Kern-CPUs begründet, sondern einmal mehr in den beiden SSDs im RAID0-Verbund.

Die handelsüblichen Prozessoren der Core-i7-Serie haben es in dieser Disziplin schon deutlich schwerer. Obwohl wir die Qualität auf 1.920 × 1.080 ohne Kantenglättung reduziert haben, erreichen beide Prozessoren auf einer einzelnen GeForce GTX 680 nur die Hälfte der Frames per Second. Wenn man nun noch ein Video komprimiert, fällt nicht nur die Spieleleistung um die Hälfte, sondern das Bild friert darüber hinaus immer wieder für einige Sekunden ein. Die Geschwindigkeit beim Umwandeln des Videos reduziert sich zudem deutlicher als beim MIFcom-PC, leidet aber nicht in dem Maße wie die Spieleperformance.

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