News : Seagate bläst zum Angriff auf SSD-Markt

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Bislang waren Seagates Ambitionen im Bereich der Flash-Speicher-Lösungen noch sehr überschaubar: Neben der SSD-Serie „Pulsar“ für Unternehmen setzte der Festplattengigant verstärkt auf Hybrid-Festplatten, die sogenannten SSHDs. Doch jetzt macht der US-Konzern ernst und stellt ein umfassendes SSD-Aufgebot vor.

Während es sich bei der 600 Pro SSD und der 1200 SSD um neue Enterprise-Serien handelt, bietet der Konzern künftig mit der 600 SSD erstmals auch eine für Konsumenten bestimmte Reihe an. Doch dem nicht genug: So debütiert Seagate auch mit einer ersten PCI-Express-SSD in Form der X8 Accelerator. Ob mit diesem Portfolio der Sprung an die Spitze im SSD-Markt gelingt, an welchen der Konzern zumindest vor knapp einem Jahr glaubte, muss sich aber erst noch zeigen – die Konkurrenz ist stark. Doch dies sei nur der Anfang, so der Geschäftsführer von Seagates SSD-Sparte.

„Mit den neuen Speicherlösungen festigt Seagate seine Position auf dem Flash-basierten Speicher-Markt und bedient damit sowohl den Bedarf nach Enterprise-SSDs als auch nach Server- und Client-Lösungen“, (...) „Durch die Erweiterung unserer HDD- und SSHD-Produktfamilie mit den aktuellen Solid-State-Festplatten verfügen wir nun über das breiteste Portfolio an Speicherlösungen in der Branche und bieten unseren Kunden und Partnern eine Vielfalt an Produkten aus einer Hand. Dies ist jedoch erst der Anfang. Seagate setzt sich dafür ein, einer der führenden Anbieter von SSD-Laufwerken sowie für Speicherlösungen im Allgemeinen zu werden. Wir haben eine erfolgreiche Strategie zur Entwicklung hochwertiger, Flash-basierter Produkte und Lösungen für unsere Kunden entworfen.“

Gary Gentry, Senior Vize-Präsident und Geschäftsführer für den Bereich Solid-State-Laufwerke bei Seagate

Die Consumer-Serie 600 kommt im gewohnten 2,5-Zoll-Format daher und wird mit Bauhöhen von 7 sowie lediglich 5 mm angeboten, womit sie sich auch für flache Geräte wie Ultrabooks eignet. Über die aktuelle SATA-Schnittstelle mit bis zu 6 Gbit/s sollen die mit bis zu 480 GByte MLC-Speicher bestückten Laufwerke über 500 MB/s lesend sowie je nach Kapazität mehr als 300 respektive 400 MB/s schreibend erzielen. Die IOPS-Werte bei zufälligen Zugriffen kleiner Daten liegen ebenfalls auf gehobenem Niveau in dieser SSD-Klasse.

Seagate 600 SSD
Seagate 600 SSD
Seagate 600 SSD
Format (Höhe) 2,5 Zoll (7/5 mm)
Schnittstelle SATA 6 Gb/s
Kapazitäten 120/240/480 GB
Controller LAMD LM87800
NAND-Flash (Fertigung) MLC (n.a.)
Leistungsaufnahme 0,6 – 1,1 W
Max. Schreibvolumen pro Tag 240/480 GB: 40 GByte
120 GB: 20 GByte
Max. Schreibvolumen
über Garantiezeitraum (3 J.)
240/480 GB: 72 TByte
120 GB: 36,5 TByte
Garantie 3 Jahre oder bis Erreichen der max. TB Written (s.o.)
Seq. Lesen (128 KB) 240/480 GB: >500 MB/s
120 GB: >400 MB/s
Seq. Schreiben (128 KB) 240/480 GB: >400 MB/s
120 GB: >300 MB/s
Random Read (4KB, max.) 80.000 IOPS
Random Write (4KB, max.) 240/480 GB: 70.000 IOPS
120 GB: 60.000 IOPS

Deutlich differenzierter fällt die für Anwendungsszenarien wie Cloud-Server konzipierte 600 Pro Serie aus. Dabei gibt es nicht nur mit sechs Modellen mehr Auswahl, sondern diese unterscheiden sich auch stark untereinander in puncto Leistung und Haltbarkeit. Hier lohnt sich also ein achtsamer Vergleich der Spezifikationen bei Kaufinteresse. Die garantierte Schreibleistung schwankt zum Beispiel zwischen 24 und 1.080 Terabytes. Durch ihre vergleichsweise geringe Leistungsaufnahme sollen die SSDs besonders effizient ausfallen: Seagate spricht vom „branchenweit höchsten IOPS / Watt-Verhältnis“.

Seagate 600 Pro SSD
Seagate 600 Pro SSD
Seagate 600 Pro SSD
Format (Höhe) 2,5 Zoll (7 mm)
Schnittstelle SATA 6 Gb/s
Kapazitäten 100/120/200/240/400/480 GB
Controller LAMD LM87800
NAND-Flash (Fertigung) MLC (n.a.)
Leistungsaufnahme 0,5 – 2,8 W
Max. Schreibvolumen pro Tag keine Angabe
Max. Schreibvolumen
über Garantiezeitraum (5 J.)
100 GB: 220 TByte
120 GB: 24 TByte
200 GB: 520 TByte
240 GB: 134 TByte
400 GB: 1.080 TByte
480 GB: 350 TByte
Garantie 5 Jahre oder bis „life indicator“ null erreicht
Seq. Lesen (128 KB, max.) 520 MB/s
Seq. Schreiben (128 KB, max.) 100/120 GB: 300 MB/s
200/240/400/480 GB: 400 MB/s
Random Read (4KB, max.) 100/120 GB: 80.000 IOPS
200/240/400/480 GB: 85.000 IOPS
Random Write (4KB, max.) 100 GB: 20.000 IOPS
120 GB: 8.000 IOPS
200 GB: 30.000 IOPS
240 GB: 11.000 IOPS
400 GB: 30.000 IOPS
480 GB: 11.000 IOPS

Was sowohl Leistung als auch Haltbarkeit angeht, rangiert die 1200 SSD deutlich über der 600 Pro. Diese ist laut Hersteller für „Server-Anwendungen mit komplexen schreib-intensiven Anforderungen sowie für High-Performance-Computing und die Datenanalyse“ entwickelt worden. Das geläufige 2,5-Zoll-Format wird dabei mit der neuen SAS-12Gb/s-Schnittstelle kombiniert, wodurch Transferraten von bis zu 750 MB/s lesend beziehungsweise 500 MB/s schreibend erreicht werden sollen. Alternativ soll sie auch im 1,8-Zoll-Format erhältlich sein. Entsprechend den genannten Einsatzgebieten fällt das garantierte Schreibaufkommen erheblich höher als bei der 600 Pro aus: Je nach Kapazität sollen 3.650 bis 14.600 TByte geschrieben werden können.

Seagate 1200 SSD
Seagate 1200 SSD
Seagate 1200 SSD
Format (Höhe) 2,5 Zoll (7 mm)
Schnittstelle SAS 12 Gb/s
Kapazitäten 200/400/800 GB
Controller keine Angabe
NAND-Flash (Fertigung) MLC (n.a.)
Leistungsaufnahme 2,5 – 4,05 W
Max. Schreibvolumen pro Tag keine Angabe
Max. Schreibvolumen
über Garantiezeitraum (5 J.)
200 GB: 3.650 TByte
400 GB: 7.300 TByte
800 GB: 14.600 TByte
Garantie 5 Jahre oder bis Erreichen der max. TB Written (s.o.)
Seq. Lesen (128 KB, max.) 750 MB/s
Seq. Schreiben (128 KB, max.) 200 GB: 400 MB/s
400/800 GB: 500 MB/s
Random Read (4KB, max.) 110.000 IOPS
Random Write (4KB, max.) 200 GB: 25.000 IOPS
400/800 GB: 40.000 IOPS

In nahezu allen Disziplinen an der Spitze steht hingegen die X8 Accelerator, bei welcher es sich um eine PCI-Express-SSD handelt, die Seagate nach eigenen Angaben zusammen mit Virident entwickelt hat. Die Serie bietet die höchste Kapazität bis über 2 Terabyte und lässt sich in zwei Modi betreiben: Im Max. Capacity Mode steht das maximale Speichervolumen zur Verfügung, während im Max. Performance Mode eine höhere Leistung (random write) bei zugleich verringerter Kapazität bereitgestellt wird. Mit bis zu 2,7 GB/s beim Lesen und 1,1 GB/s beim Schreiben sowie 10.000 bis 33.000 Terabyte Schreibleistung stellt sie die oben genannten SATA/SAS-Lösungen in den Schatten. Die enorme Leistung geht aber mit einem hohen Energiebedarf einher: Im Leerlauf genehmigt sich die X8 Accelerator je nach Modell bereits 8 bis 15 Watt und im Betrieb steigen die Werte auf 15 bis 25 Watt.

Seagate X8 Accelerator
Seagate X8 Accelerator
Seagate X8 Accelerator
Format PCI-Express-Steckkarte
Schnittstelle PCI Express 2.0, 8 Lanes
Kapazitäten Max. Capacity Mode: 555/1.111/2.222 GB
Max. Performance Mode: 461/923/1.847 GB
Controller keine Angabe
NAND-Flash (Fertigung) MLC (n.a.)
Leistungsaufnahme 8 – 25 W
Max. Schreibvolumen pro Tag keine Angabe
Max. Schreibvolumen
über Garantiezeitraum (5 J.)
555/461 GB: 10.000 TByte
1.111/923 GB: 16.000 o. 20.000 TByte (2 Modelle)
1.847/2.222 GB: 33.000 TByte
Garantie 5 Jahre oder bis Erreichen der max. TB Written (s.o.)
Seq. Lesen (64 KB) 555/461 GB: 1,6 GB/s
1.111/923 GB: 1,6 GB/s o. 2,7 GB/s
1.847/2.222 GB: 2,7 GB/s
Seq. Schreiben (64 KB) 555/461 GB: 580 MB/s
1.111/923 GB: 580 MB/s o. 1,1 GB/s
1.847/2.222 GB: 1,1 GB/s
Random Read (4KB) 555/461 GB: 175.000 IOPS
1.111/923 GB: 175.000 o. 350.000 IOPS
1.847/2.222 GB: 350.000 IOPS
Random Write (4KB, max. Performance) 555/461 GB: 48.000 IOPS
1.111/923 GB: 48.000 o. 103.000 IOPS
1.847/2.222 GB: 103.000 IOPS
Random Write (4KB, max. Capacity) 555/461 GB: 23.000 IOPS
1.111/923 GB: 23.000 o. 48.000 IOPS
1.847/2.222 GB: 48.000 IOPS

Angaben zu Preisen oder konkreten Verfügbarkeitsterminen machte Seagate in der Pressemitteilung nicht. In unserem Preisvergleich beschränkt sich das Angebot von Seagate-SSDs aktuell noch auf die bekannten Enterprise-Serien (Pulsar).

Update 20:10 Uhr  Forum »

Wir haben bei Seagate nachgefragt, welche Controller bei den neuen SSDs zum Einsatz kommen, die Antwort steht noch aus. Allerdings kann Anandtech mit einem Test der Modelle 600 SSD und 600 Pro SSD aufwarten und verrät dabei, dass beide auf einen LM87800-Controller aus dem Hause Link A Media Devices setzen, dieser kommt zum Beispiel auch bei Corsairs Neutron GTX SSD zum Einsatz.