4/8 Xigmatek Tauro 400 Watt Netzteil im Test : Fazit: Durchgefallen

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Messungen

Effizienz

Den Wirkungsgrad bestimmen wir in vier üblichen Szenarien mit 10, 20, 50 und 100 Prozent Belastung. Zunächst simulieren wir dabei einen Betrieb im nordamerikanischen 115-Volt-Stromnetz. Diese Werte sind für unsere Leser zwar wenig Praxis-relevant, sind aber perfekt geeignet, um zu prüfen, ob ein Netzteil zu Recht das 80Plus-Zertifikat trägt. Die anschließenden Messungen mit den in Europa üblichen 230 Volt Eingangsspannung dienen der eigentlichen Bewertung des Wirkungsgrads des Probanden.

Beim Kontrollblick auf das Datenblatt bemerken wir, dass das Xigmatek Tauro nicht über einen Weitbereichseingang verfügt und sich nur für das 230-Volt-Stromnetz eignet. Unser Testmuster ist damit nicht mit der bei Ecova zur Zertifizierung verwendeten Version identisch. Die hierzulande angebotene Version trägt das 80Plus-Bronze-Logo daher zu Unrecht. Wir können daher lediglich im 230-Volt-Netz messen.

Beim Wirkungsgrad verfehlt das Tauro die selbst gesteckten Ziele deutlich: Nicht einmal das 80Plus-Standard-Niveau wird erfüllt. Berücksichtigt man nun, dass alle Netzteile bei höherer Belastung im 230-Volt-Netz ein bis zwei Prozentpunkte effizienter arbeiten, sind die Werte des Xigmatek-Stiers geradezu desaströs.

Leistungsfaktorkorrektur (PFC)

Ein PC-Netzteil verhält sich im Stromnetz anders als gewöhnliche (ohmsche) Lasten wie z.B. eine Glühlampe. Die Phasenverschiebung der Stromaufnahme zur Spannung bedeutet, dass neben der Wirkleistung sog. Blindstrom entsteht. Dies führt zum einen zu einer höheren gemessenen Scheinleistung, zum anderen zu einer Belastung für das Stromnetz. Ein Messwert von "1" an dieser Stelle würde bedeuten, dass das Netzteil sich perfekt verhält und kein Blindstrom entsteht. In der Realität werden immer geringere Ergebnisse gemessen. Verbraucher bezahlen in Deutschland übrigens i.d.R. lediglich die Wirkleistung. Diese und alle folgenden Messungen werden mit 230 Volt Eingangsspannung durchgeführt.

Die Leistungsfaktorkorrektur des Tauros arbeitet etwas unterdurchschnittlich, die magischen 99-Prozent-Leistungsfaktor werden verfehlt.

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