5/6 Microsoft Surface Pro im Test : Schweres Tablet, leichtes Notebook

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Leichtes Notebook

Was sich während der Nutzung als Tablet als großes Manko herausgestellte, war das Gewicht von über 900 Gramm, das weit über dem eines herkömmlichen Tablets liegt. Setzt man die gewonnenen Eindrücke aber zurück und betrachtet das Surface Pro von neuem und in Kombination mit einer der beiden Tastaturen, vor allem aber dem Type Cover, ergibt sich ein komplett anderes Empfinden. Plötzlich tritt das Surface Pro als eines der leichtesten Notebooks am Markt auf. Zusammen mit dem Type Cover bringt das Surface Pro etwa 1,1 kg auf die Waage, mit Touch Cover sogar noch etwas weniger. Nur wenige Notebooks können da mithalten.

Microsoft Surface Pro
Microsoft Surface Pro

Das Type Cover ist von beiden Tastaturen die etwas teurere. Die Tasten bieten durch ihren Scherenmechanismus einen kurzen Hub und fühlen sich sofort vertraut an. Längere Texte stellen mit dieser Tastatur kein Problem dar. So kennt man es auch von Ultrabooks und anderen kompakten Notebooks. Das Andocken an das Surface Pro erfolgt über eine Schnittstelle auf der Unterseite, deren Magnete sogar stark genug sind, um das Surface Pro auch kopfüber zu halten. In dem Type Cover ist zudem ein kleines klickfähiges Trackpad integriert, wobei „klein“ wortwörtlich zu nehmen ist. Über längere Zeit möchte man mit diesem nicht arbeiten. Intuitiv wird der Mauszeiger oftmals über das Display gesteuert, wenngleich die Desktop-Oberfläche von Windows 8 dafür nicht optimal ausgelegt ist.

Microsoft Surface Pro
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Ähnlich sieht es beim Touch Cover aus, dessen Bedienung zu Beginn sehr gewöhnungsbedürftig ist. Die filzartige Oberfläche bietet keinen Hub, die Tasten sind nur aufgedruckt und lösen durch Antippen beziehungsweise Touch aus. Aufgrund der fehlenden Rückmeldung sitzt nicht jeder Anschlag sofort, mit etwas Zeit und Übung gelingt das Schreiben aber besser. Längere Texte sind nach der Eingewöhnungsphase auch mit dieser Tastatur möglich, dabei wird vom Schreiber aber deutlich mehr Konzentration gefordert. Das Touch Cover ist eher Machbarkeitsstudie und Designobjekt, als eine für den Vielschreiber-Alltag gewappnete Tastatur. Besser als das Tippen auf dem Bildschirm ist das Touch Cover aber dennoch.

Microsoft Surface Pro
Microsoft Surface Pro

Abseits der verschiedenen Eingabe-Möglichkeiten ist das Surface Pro von der Leistung her im gehobenen Office- und Multimedia-Segment einzusortieren. Für Spiele reicht die Leistung indes nur, wenn auf ältere oder wenig fordernde Titel zurückgegriffen wird oder die Einstellungen stark nach unten geschraubt werden. Was beim Abfragen der vollen Leistung aber in Kauf genommen werden muss, ist das Hochdrehen der zwei kleinen Lüfter. Je nach Belastung heulen diese mehr oder weniger stark auf. Bei hohen Temperaturen ist das Geräusch sehr störend.

Microsoft Surface Pro
Microsoft Surface Pro

Wurde das Surface Pro bisher als blitzschnelles Tablet wahrgenommen, präsentiert es sich nun als leichtes, aber nicht sonderlich leistungsstarkes Notebook. Durch eine schnelle SSD kann das Surface Pro aber wieder etwas Boden gut machen. Gut gefallen hat außerdem die unkomplizierte USB-Anbindung per vollwertiger Buchse. Zur gehobenen Mittelklasse zählt auch die Laufzeit im produktiven Einsatz. Mit viereinhalb Stunden schneidet das Surface Pro durchaus gut ab, von der Laufzeit eines aktuellen MacBook Air ist man aber weit entfernt. Steht Entertainment wie Videos oder Spiele im Fokus, verkürzt sich die Laufzeit auf circa zwei Stunden. Das ist ziemlich exakt Durchschnitt. Je nach Nutzerverhalten und Pausen sind im Alltag Laufzeiten von etwa sechs Stunden realistisch.

Microsoft Surface Pro
Microsoft Surface Pro

Die Mutation vom Tablet hin zum leichten Notebook gelingt dem Surface Pro also. Dass dabei Spieler auf der Strecke bleiben ist verschmerzbar, denn im Office-Bereich reicht die Leistung aus. Längerem Arbeiten an dem Gerät könnte nur das zwar sehr scharfe, aber mit 10,6 Zoll für ein Notebook doch recht kleine Display im Weg stehen. Wie uns die Kombination aus Tablet und Notebook abschließend gefallen hat, klärt das Fazit.

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