8/8 Das leisten Gaming-Notebooks : Mobile Grafikkarten im Vergleich

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Fazit

Mobile Grafikkarten

Kann man mit einem Notebook auch qualitativ hochwertige Spiele mit vollen Details wie auf einem aktuellen Desktop-PC nutzen? Ja, man kann.

Wer die Full-HD-Auflösung 1.920 × 1.080 mit maximalen Details und Kantenglättung inklusive anisotroper Texturfilterung nutzen möchte, sollte allerdings gleich zu den schnellsten verfügbaren Modelle greifen. Am besten eignen sich die GeForce GTX 780M von Nvidia und AMDs Radeon HD 8970M, wobei die Nvidia-Karte knapp die Nase vorn hat. Bereits mit der GeForce GTX 770M müssen Käufer große Einschnitte in Kauf nehmen und die GeForce GTX 765M ist für qualitativ hochwertiges Spielen auf Desktop-PC-Niveau bereits zu langsam. Die Leistungsunterschiede fallen dabei wesentlich deutlicher aus, als man das von den Desktop-Karten gewohnt ist.

GeForce GTX 770M auf MXM-Modul
GeForce GTX 770M auf MXM-Modul

Aber nicht nur die Relationen innerhalb der Notebook-Riege fallen anders aus, auch ist der Leistungsvergleich aufgrund der Bezeichnung zwischen Notebook- und Desktop-Karten nicht zulässig. So ist die GeForce GTX 780M nicht nur nicht so schnell wie die GeForce GTX 780 im Desktop-Segment, sondern nur so zügig wie eine wesentlich langsamere GeForce GTX 660 Ti. Die GeForce GTX 770M liegt gar noch hinter der GeForce GTX 650 Ti Boost zurück und die GeForce GTX 765 hinter der GeForce GTX 650 Ti. Bei AMD sieht es nicht besser aus. Das Flaggschiff Radeon HD 8970M muss sich knapp unter der Radeon HD 7870 einordnen. Die Radeon HD 7970 GHz Edition ist etwa 50 Prozent schneller.

Kehrseite der hohen Leistung auf kompaktem Raum ist eindeutig die Lautstärke, die schon im Leerlauf unter Windows den bekannten Stecknadelwurf deutlich übertönt. Unter Last werden alle getesteten Notebooks sehr laut.

Die Testgeräte

Darüber hinaus haben die leistungsfähigen mobilen Grafikkarten mit einem adäquaten Unterbau eine weitere Einschränkung: sie sind teuer. So kostet zum Beispiel das von uns konfigurierte Schenker XMG P503 Pro mit Core i7-4800MQ, 16 Gigabyte RAM und 250 Gigabyte großer SSD bereits 1.874 Euro – inklusive einer GeForce GTX 770M. Wer eine Radeon HD 8970M sein Eigen nennen möchte, muss 1.886 Euro bezahlen, bei einer GeForce GTX 780M gar 2.172 Euro. Die vergleichbaren Notebooks aus dem Online-Shop von HawkForce liegen auf einem ähnlichen Preisniveau.

Wird hingegen in einem bekannten Online-Shop ein Desktop-PC mit Core i5-4670K sowie deutlich schnellerer GeForce GTX 770 und ansonsten gleichwertiger Ausstattung konfiguriert, ist dieses System für etwa 1.350 Euro zu haben. Selbst mit Monitor und Peripherie ist solch ein System preiswerter, trotzdem schneller und leiser. Als Desktop-Ersatz kann ein High-End-Gaming-Notebook also nur dienen, wenn sich ein Desktop-PC partout nicht in den eigenen vier Wänden unterbringen lässt, oder unbedingt mobil sein muss.

Am wenigsten voluminös ist der Auftritt des HawkForce W370ST, doch wirklich mobil ist hingegen keines der Testgeräte. Sie sind groß, schwer, unter Last laut und ohne Netzteil quasi nutzlos. Das P170SM mit 8970M von HawkForce sowie das XMG P723 Pro von Schenker stechen dabei besonders hervor. Doch gerade diese beiden Notebooks sind für Spieler die beste Wahl. Vor dem Kauf heißt es also die Rohleistung mit den damit verbundenen Nachteilen in die Waagschalen zu legen.

Drei von vier getesteten Gaming-Notebooks
Drei von vier getesteten Gaming-Notebooks

Unsere Testgeräte sind also weniger als mobile Begleiter zu sehen, sondern eher als Gaming-Maschinen, die im Gegensatz zum Desktop-PC mit Monitor leichter von A nach B beziehungsweise von Steckdose A nach B transportiert werden können. Abschließend lässt sich festhalten, dass die High-End-Modelle von HawkForce und Schenker definitiv sehr schnelle Notebooks sind, dafür aber auch eine Menge Nachteile mit sich bringen.

Wer sich am Ende auch mit weniger Leistung zufrieden gibt, dem empfehlen wir einen Blick in unseren Test zur Intel Iris Pro 5200, der stärksten integrierten Grafik der „Haswell“-CPUs, in dem unter anderem auch die GeForce GT 750M einen abgespeckten Benchmarkparcours meistern musste.

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